Börse am Morgen: Es geht weiter aufwärts - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Es geht weiter aufwärts

Die Aktienmärkte setzen ihren Aufwärtstrend unbeirrt fort. Finanz- und Technologiewerte im Dax geben den Ton an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte setzen ihren Aufwärtstrend fort. Der Dax kletterte bis 9.34 Uhr ein Prozent auf 4861 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 schnellten 3,7 Prozent auf 1132 Zähler in die Höhe.

Dank guter Vorgaben der Nasdaq zählten Technologietitel erneut zu den Gewinnern im Dax. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon   kletterten um vier Prozent auf 18,95 Euro. Siemens   verbesserten sich um zwei Prozent auf 56,30 Euro. Zu den Gewinnern zählten ebenso Epcos   (plus ein Prozent) und die Aktien der Deutsche Telekom   , die knapp zwei Prozent auf 19,63 Euro zulegten.

Schlechte Zahlen hat die HypoVereinsbank   vor Handelsbeginn vor gelegt. Der Gewinn vor Steuern ging in den Monaten Juli bis September um fast zwei Drittel auf 94 Millionen Euro zurück. Damit liegt das Ergebnis unter den Erwartungen von Analysten. Die Aktie notierte dennoch ein Prozent fester auf rund 37 Euro. Überhaupt zeigten sich Finanztitel in guter Verfassung. Commerzbank   , MLP   und Deutsche Bank zogen zwischen 2,2 und 3,6 Prozent an.

Bayer   war schwächste Aktie im Dax und verlor 3,5 Prozent auf 34,35 Euro. Der Chemiekonzern wird sein Antibiotikum gegen Milzbrand zu einem stark gesenkten Preis an die US-Regierung verkaufen. Mit zunächst 95 US-Cents je Tablette bekommt Bayer etwa die Hälfte des ursprünglich geforderten Preises. Der Konzern Johnson& Johnson   bemüht sich derweil bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde um eine Zulassung von "Levaquin" als Anthrax-Medikament. Der US-Konzern will nach jüngsten Meldungen 100 Millionen Levaquin-Pillen gratis an die US-Regierung abgeben.

Erfreuliche Zahlen legte vor Handelsbeginn der Pharmakonzern Merck   vor. Gewinn und Umsätze sind im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen. Auch der Ausblick ist positiv. Nach Ad-hoc-Meldungen vom Morgen will der Konzern Umsatz und Nettoergebnis auch in Zukunft zweistellig steigern. Die im M-Dax notierte Aktie kletterte um 2,82 Prozent auf knapp 42 Euro.

Der Sportartikelhersteller Puma sprintet auf Erfolgskurs. Der Konzerngewinn sprang im dritten Quartal von 4,5 Millionen Euro auf 17,5 Millionen Euro. Die konsolidierten Umsätze stiegen um ein Drittel auf 197,1 Millionen Euro. Wegen des starken Wachstums und der guten Auftragslage rechnet Puma mit einem Umsatzplus im Gesamtjahr von mindestens 26 Prozent und damit auch mit dem Sprung über die Milliarden-Mark-Grenze. Die Aktie kletterte um mehr als zehn Prozent auf 23 Euro.

Broadvision   ist im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Die im Nemax-50 notierte Aktie gleichwohl knapp 24 Prozent fester auf 2,73 Euro.

ID-Media-Papiere gewannen 36,36 Prozent auf 2,55 Euro. Das Unternehmen übernimmt den Internet-Bereich der Lowe Communication Group. Nach Angaben der ID Media ist Lowe eine der international bedeutendsten Agentur-Gruppen unter dem Dach der IPG, dem größten Werbeagentur-Netzwerk der Welt.

Analysten rechnen mit Leitzinssenkung

Sollte die Europäische Zentralbank heute die Leitzinsen senken, könnte dies die positive Tendenz an den Aktienmärkten zusätzlich stützen. In den vergangenen Tagen war aus Politik und Wirtschaft wiederholt gefordert worden, den zentralen Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf dann 3,5 Prozent zu verringern. Nach einer jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters gehen Analysten mehrheitlich von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte aus.

Gedämpft wird diese Aussicht allerdings durch positive Prognosen der EZB in jüngster Zeit, die eine Erholung der Konjunktur im Euroraum Anfang des kommenden Jahres vorausgesagt hatte. Zuletzt hatte die EZB am 17. September gemeinsam mit der amerikanischen Notenbank die Zinsen um 0,5 Prozentpunkte zurückgenommen.

Die Hausse nährt die Hausse

"Die Kurse steigen, und wieder will es keiner gewesen sein." Der mit einem leichten Schmunzeln vorgetragene Kommentar eines TV-Moderatoren brachte die Ratlosigkeit vieler Marktbeobachter auf den Punkt.

Fundamental ließe sich der Kursaufschwung bei Dax und Nemax nicht begründen. Die Stimmung sei von Skepsis geprägt. Dennoch: Geld fließt in den Markt; Fonds investierten, weil sie den Trend nicht verpassen wollten, erklärten Händler nicht zum ersten Mal. Die Hausse nährt die Hausse. Auch wenn die Vereinigten Staaten mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen der Rezession den Kampf ansagen, zweifeln Händler, ob das Engagement angesichts der schwachen konjunkturellen Lage in den USA aber ebenso in Deutschland sinnvoll ist.

Gute Zeichen aus den USA für Technologiewerte

Gleichwohl deuten die Vorgaben aus den USA heute erneut auf einen festen Handelsauftakt in Deutschland hin. Der Netzwerkbereich, der Softwareindex und der Chipsektor verzeichneten deutliche Zugewinne, so dass der Nasdaq Composite mit 1,6 Prozent auf 1732 Punkte im Plus schloss. Der Dow Jones konnten sich zum Handelsschluss immerhin noch mit 0,1 Prozent auf 9345 Zähler in die Pluszone retten.

Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich fester. Der Nikkei schloss 0,7 Prozent fester auf 10.880 Zähler.