Börse am Morgen: Es geht wieder abwärts - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Es geht wieder abwärts

Nach schlechten Vorgaben aus Übersee weisen die Kurven an den deutschen Aktienmärkten steil nach unten. Für Wirbel sorgt die Nachricht von der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz.
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Frankfurt am Main - Der Dax hat in der ersten halben Handelsstunde 1,6 Prozent auf 5727 Punkte verloren. Einen kräftigen Rutsch nach unten mussten erneut die Wachstumswerte erleiden. Der Nemax50 fiel um 3,7 Prozent auf 1509 Zähler.

Allianz und Dresdner vor Fusion

Die geplante Übernahme der Allianz und der Dresdner Bank bestimmte am Morgen das Geschehen auf dem Parkett. Nachdem die Dresdner Bank am Vortag deutlich gewonnen hatte, notierte die Aktie am Donnerstag im frühen Handel etwas schwächer. Das Papier verlor 0,8 Prozent auf 49 Euro. Die Allianz, gestern erst Verlierer des Tages, verlor 1,5 Prozent auf 305 Euro. Nach Informationen aus Bankenkreisen will der Versicherer in der nächsten Woche die Dresdner Bank übernehmen. Die Deutsche Bank verlor im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz 1,2 Prozent auf 82,10 Euro.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien der HypoVereinsbank und der Commerzbank, die jeweils um 3,4 und 2,4 Prozent zulegen konnten. Die Lufthansa setzte nach den jüngsten Kurseinbrüchen zu einer kleinen Erholung an und legte 0,3 Prozent zu.

Die Verliererliste wird von den Technologiewerten angeführt: SAP verloren 5,3 Prozent, Infineon rutschten um 4,3 Prozent, Siemens, Epcos und Deutsche Telekom gaben rund 2,5 Prozent ab.

Am neuen Markt gaben T-Online 3,6 Prozent ab. Europas größter Internetanbieter legt heute seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2000 vor. Dabei wird erstmals der neue Vorstandschef Thomas Holtrop die Zahlen und Perspektiven der Telekom-Tochter erläutern. T-Online war im vergangenen Jahr unter anderem durch den inzwischen abgeschafften Pauschaltarif und durch ausländische Konzerntöchter mit rund 250 Millionen Mark tief in die roten Zahlen gerutscht. Mit rund acht Millionen Kunden erzielte der Onlinedienst einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Mark.

Das Neue-Markt-Papier Höft & Wessel legte vor Bekanntgabe der Bilanz 2,7 Prozent zu. Nach hohen Verlusten 1999 hat das Elektronikunternehmen im vergangenen Jahr die Gewinnzone erreicht. Erst am Dienstag hatte das Unternehmen zwei Großaufträge bekannt gegeben. Damit beläuft sich das Auftragsvolumen bereits vor Ende des ersten Quartals auf mehr als 55 Millionen Mark.

Zinssenkung sorgt für ein Lächeln

Nach Ansicht von Marktteilnehmern dürfte eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nur zu einem Strohfeuer an den Märkten führen. Für eine nachhaltige Erholung sei eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) notwendig, erklärten Händler am Dienstag in Paris. Unveränderte EZB-Leitzinsen dürften allerdings die Märkte belasten.

"Ich glaube ein EZB-Schritt wird wenig außer einer kurzfristigen Rallye bringen. Die einzig wichtigen Zinsentscheide kommen von der Fed. Jene von der EZB sorgen bei mir lediglich für ein Lächeln", sagte ein Pariser Händler. Die Geldpolitik sei zwar europäisch, aber die Anlagen würden von Amerikanern vorgenommen und die Märkte folgten den US-Aktienindizes.

Massive Verluste in Tokio

An der Tokioter Börse ist es am Donnerstag zu massiven Verlusten gekommen. Der Nikkei-Index 225 führender Werte zeigte sich zum Handelsschluss sehr schwach – er verlor 5,04 Prozent auf 13.072 Punkte. Die Talfahrt der asiatischen Leitbörse hatte bereits im Tagesverlauf begonnen. Unter anderem habe der Hochtechnologie-Sektor auf der Verliererseite gestanden, sagten Händler.