Börse am Morgen Frankfurt startet im Plus
Frankfurt am Main Der letzte Handelstag in dieser Woche beginnt ruhig. Große Umsätze sind heute nicht zu erwarten. Der Dax startet mit 0,3 Prozent im Plus bei 5972 Punkten. Der Nemax 50 steht mit 2,1 Prozent im Plus. SAP will mit NTT Docomo zusammenarbeiten und führt die Gewinnerliste im Dax an. Bei der Kooperation soll es um die Übertragung von Unternehmensdaten und der Mobiltelefonie gehen. Die Aktie legte zu Handelsbeginn zwei Prozent zu.
Zu den Gewinnern gehörten auch Epcos (plus 1,4 Prozent) und die T-Aktie mit einem Kursaufschlag von ebenfalls rund 1,4 Prozent. Hier könnte die gestern angekündigte Neuordnung des Vorstandes ihre Wirkung zeigen. Auf Erholungskurs befanden sich die Aktien der Deutschen Post mit einem Kursplus von 0,6 Prozent auf 18,60 Euro. Die "Aktie Gelb" war gestern mit Abschlägen von mehr als drei Prozent als schwächster Titel aus dem Handel gegangen.
Unter Druck gerieten zu Handelsbeginn die Aktien des Neue-Markt-Unternehmens BB Biotechmit Kursabschlägen von rund vier Prozent auf 74 Euro. Die schweizerische Beteiligungsgesellschaft ist mit einem Verlust ins neue Jahr gestartet. Nachdem der Gewinn bereits im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen war, verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal 2001 einen Verlust von 1,39 Milliarden Schweizer Franken (1,78 Milliarden Mark).
Wie die Gesellschaft am Donnerstag vor Handelsbeginne mitteilte, ist im ersten Quartal 2000 noch ein Gewinn von 0,74 Milliarden Schweizer Franken (0,96 Milliarden Mark) erzielt worden. Zum Jahresbeginn hatte sich die Gesellschaft äußerst optimistisch geäußert und von einem möglichen Rekordjahr gesprochen, da viele Biotechnologieunternehmen neue Medikamente auf den Markt bringen würden.
"Der Markt will nach oben"
EZB-Chef Wim Duisenberg wollte den deutschen Aktienmärkten keine österliche Vorfreude bereiten. Trotz allen Drucks: Er bleibt der Chef im Ring und ließ die Leitzinsen unverändert. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", lautete die Devise bei den Investoren, die sich auf die nächste Sitzung des EZB-Rates in zwei Wochen vertrösteten. Dann sollten es ihrer Ansicht nach allerdings schon 50 Basispunkte sein. Dass Dax und Nemax 50 gestern trotzdem im Plus schlossen, spricht für die Stärke der Märkte, die nach einhelliger Meinung "jetzt nach oben wollen", heißt es.
Trotzdem bleibt die 6000-Punkte-Linie die Marke, unter die der Dax nicht dauerhaft fallen dürfte, um weiter nach oben streben zu können. Zugleich bleiben die deutschen Aktien weiter von der Entwicklung in den USA abhängig. Sollte etwa der Dow Jones seinen positiven Trend der vergangenen Wochen verlassen, könnte aus Sicht der Charttechniker das zarte Pflänzchen Aufwärtstrend beim Dax schnell wieder verblühen.
Wie wackelig die Situation in den USA ist, zeigen jüngste Schätzungen des Marktforschungs-Unternehmens First Call. Nach einer Untersuchung fielen die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 im ersten Quartal durchschnittlich um knapp neun Prozent. Für das zweite Quartal erwartet First Call, das regelmäßig Umfragen unter Analysten durchführt, ein Minus von 7,1 Prozent. Erst im dritten Quartal sollen die Erträge um etwa ein Prozent klettern. Für das letzte Quartal des Jahres erwartet First Call ein Plus von immerhin 12,1 Prozent.
Das Haar, das die Experten uns in die Suppe legen, sind ihre Prognosen für den Technologiesektor. Für das erste Quartal wird ein Gewinnrückgang um 37 Prozent vorhergesagt. Im zweiten Quartal soll das Minus 36 Prozent betragen, dann 25 Prozent. In den letzten drei Monaten des Jahres soll der durchschnittliche Ertrag ein Prozent unter dem des Vorjahrs liegen.
Einen aktuellen Beleg für diese Einschätzung lieferte gestern nach Börsenschluss Yahoo. Der Internet-Riese senkte seine Prognose für das zweite Quartal auf 2 bis 6 Cents je Aktie. Die Analysten waren von 6 Cents ausgegangen. Zugleich kündigte Yahoo an, 12 Prozent seiner 3500 Beschäftigten zu kündigen, um die Kosten zu senken.
Gleichwohl tendierten die Technologiewerte am Mittwoch in New York insgesamt fester. Die Nasdaq konnte seit vergangenem Donnerstag insgesamt rund 17 Prozent zulegen und ging gestern mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 1899 Zählern aus dem Handel. Auch die Technologiewerte im Dow Jones zeigten sich fester, konnten aber nicht verhindern, dass der Index zum Handelsschluss sich um 0,9 Prozent schwächer auf 10.013 Punkte zeigte.
Die aisatische Leitbörse in Tokio hat sich am Donnerstag weiter erholt. Der Nikkei-Index stieg um 177 auf 13.352 Punkte. Zu den Gewinnern gehörten vor allem Werte von Halbleiterherstellern, darunter Advantest, Tokyo Electron und Kyocera. Auch die Elektronikriesen Sony, NEC und Fujitsu wurden höher bewertet.