Börse am Morgen: Gerüchte treiben Bayer-Kurs - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Gerüchte treiben Bayer-Kurs

Die deutschen Aktienmärkte sind uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Bayer profitiert von Übernahmegerüchten der Pharmasparte, die Aktie von MLP bleibt unter Beschuss.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Blue-Chips sind von einer technischen Gegenreaktion zum Handelsstart ins Plus getragen worden. Bis 9.30 Uhr legte der Dax um 0,2 Prozent auf 5234 Punkte zu. Weiterhin unter Druck präsentierte sich der Neue Markt. Der Nemax 50 verlor 0,6 Prozent und notierte bei 1054 Zählern.

Trotz der festen Kurse im Dax geben Marktbeobachter noch keine Entwarnung. Bei dem leichten Kursaufschwung handele es sich eher um eine technische Reaktion. Die Börse bleibe charttechnisch weiterhin angeschlagen. Am Neuen Markt rechnen Börsianer mit weiteren Kursabschlägen. Die Marke von 1000 Punkten werde voraussichtlich bald fallen.

Im weiteren Handelsverlauf werden wieder neue Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Die Frühindikatoren für den Monat Juli sollten wieder Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung geben. Erst in der vergangenen Woche enttäuschten die Zahlen zum US-Handelsdefizit. Auf Grund schwacher Exporte vergrößerte sich das Defizit im Juni auf 29,4 Milliarden Dollar. Händler sehen darin ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Unternehmensgewinne in den USA in nächster Zukunft voraussichtlich nicht bedeutend steigen werden.

In Frankfurt standen im frühen Handel die Bayer-Aktien im Blickpunkt der Investoren. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline ist angeblich an einem Kauf der Pharmasparte von Bayer interessiert. Nach einem Bericht der Zeitung "The Sunday Telegraph" ist das Glaxo-Interesse wegen der schweren Probleme akut geworden, in denen sich Bayers Pharmabereich nach dem Rückzug des Mittels Lipobay/Baycol befindet. Dem Bericht zufolge könne das Angebot von GlaxoSmithKline für Bayer bis zu 15 Milliarden Dollar betragen. Die Nachricht hat der Aktie neuen Schwung verliehen. Das Papier kletterte um 2,8 Prozent auf 34,26 Euro und nahm die Spitze der Gewinnerliste ein.

Nahezu unverändert bei 17,35 Euro notierte die T-Aktie. Auf Grund des umstrittenen Blockverkaufs von Telekom-Aktien durch die Deutsche Bank haben große Fondsgesellschaften einem SPIEGEL-Bericht zufolge ihren Handel mit dem Kreditinstitut für einige Wochen eingestellt. Vier der fünf großen deutschen Fondsgesellschaften - darunter der Deutsche Investment-Trust (DIT) der Dresdner Bank und die zur Commerzbank gehörende Adig - seien extrem verärgert über die Platzierung der 44 Millionen T-Aktien und hätten den Handel mit der Deutschen Bank zunächst unterbrochen, berichtet das Magazin.

Das Schlusslicht im Dax war wie schon in der vergangenen Woche die Aktie von MLP. Die Titel des Finanzdienstleisters gab über zwölf Prozent ab und fiel auf 62,55 Euro.

Tokios Börse sackt auf 16-Jahres-Tief

Die Talfahrt der asiatischen Leitbörse in Tokio kennt scheinbar kein Ende. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Montag nach der negativen Vorgabe der Wall Street auf den tiefsten Stand seit November 1984. Das fernöstliche Börsenbarometer notierte zum Schluss einen schweren Verlust von 187,60 Punkte oder 1,6 Prozent beim Stand von 11.257 Punkten. Der breiter angelegte Topix verlor 14,66 Punkte oder 1,3 Prozent auf 1155 Punkte.

Euro behauptet sich

Der Kurs des Euro hat am Montagmorgen fest tendiert. Um 9.30 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,917 Dollar. Damit ist das Preisniveau seit dem Spätgeschäft am vergangenen Freitag nur geringfügig angestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 0,9138 (Donnerstag: 0,9144) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,1403 (2,1389) Mark.

Das Handelsvolumen sei zu Wochenbeginn sehr gering, sagten Händler. Ein Großteil der Marktteilnehmer halte sich im Vorfeld der am morgigen Dienstag beginnenden Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed zurück, hieß es. Bei den FOMC-Sitzungen wird über die Zinspolitik der Fed entschieden. Noch herrscht unter Marktbeobachtern Unsicherheit darüber, ob die Fed den Leitzins um 25 oder 50 Basispunkte senken wird.