Börse am Morgen Gewinner SAP - Verlierer Telekom
Die deutschen Aktienmärkte eröffnen schwach. Der Dax lag zunächst mit 0,4 Prozent im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax-50 notierten mit 0,1 Prozent im roten Bereich.
SAP hatte seinen Gewinn im vierten Quartal stärker als erwartet gesteigert und war mit Kurszuwächsen von rund 1,60 Prozent auf 191,50 Euro größter Gewinner im Dax. Das Unternehmen rechnet auch in diesem Jahr mit einer guten Geschäftsentwicklung. Das Papier ist gerfragt.
Abgeschlagen liegen dagegen die Papiere der Deutsche Telekom am Dax-Ende. Die Titel verzeichnen derzeit Verluste von 3,57 Prozent auf 35,41 Euro. Die Anleger monieren vor allem die Verluste im vierten Quartal. Zudem trauen sie noch nicht so recht den vorgelegten Zahlen für das Jahr 2000. Der Gewinnzuwachs ist auf zahlreiche Sondererträge zurückzuführen. Die Investoren stoßen das Papier ab.
Am Neuen Markt verloren zunächst Aktien von Computerherstellern, Software- und Telekomunternehmen an Wert, Biotechnologie-Werten waren dagegen gefragt. So kletterten Qiagen-Aktien 7,18 Prozent auf 33,50 und führten in den ersten Minuten die Nemax-50-Gewinner an.
Wall Street und Tokio: Keine guten Vorgaben
Die deutschen Aktienmärkte sehen sich heute durchwachsenen Vorgaben gegenüber. Dow Jones (minus 0,1 Prozent) und Nasdaq (minus 0,5 Prozent) schlossen leichter. Die asiatische Leitbörse in Tokio ist ebenfalls leichter aus dem Handel gegangen. Der Nikkei-Index büßte 0,3 Prozent ein. Die Börse verkraftete damit den Rücktritt des Wirtschaftsministers Fukushiro Nukaga wegen einer Korruptionsaffäre überraschend gut.
Der Chiphersteller Texas Instruments hat nach Börsenschluss in den USA seine Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt und seinen Gewinn je Aktie von 25 auf 31 Cents je Aktie erhöht. Damit liegt der Konzern unter den Erwartungen der Analysten, die 33 Cents je Aktie erwartet hatten. Im ersten Quartal rechnet Texas Instruments mit einem Rückgang des Umsatzes um etwa 10 Prozent. Deshalb werde auch die Betriebsmarge sinken. Ob dies heute den Handel in den USA und Deutschland erheblich beeinflussen wird, scheint indes zweifelhaft.
Bereits gestern hatte der Computerkonzern Dell Zahlen bekannt gegeben, die unter den Erwartungen der Analysten lagen. Letztlich war der Wert nur mit einem leichten Minus von 0,49 Prozent aus dem Handel gegangen.
Nachdem bereits im Vorfeld zahlreiche Computerhersteller ihre Prognosen gesenkt hatten, konnte die Gewinnwarnung von Dell nicht mehr überraschen. Börsianer bewerten dies als positives Zeichen und wiederholten ihre Auffassung, dass die Aktienmärkte ihren Boden gefunden haben dürften. Zugleich verweisen sie darauf, dass erneut schwache USA-Konjunkturdaten Zinssenkungsfantasien beflügelt hätten und dies die Kurse insbesondere von zinssensiblen Technologie-Aktien stützen würde.
An der New York Stock Exchange verzeichneten vor allem IBM (minus 2,42 Prozent auf 108,56 Dollar) und Compaq (minus 3,32 Prozent auf 19,82 Dollar) deutliche Verluste. Compaq wird heute nach Börsenschluss in den USA seine Zahlen vorlegen.
Apple verbilligten sich um 1,28 Prozent auf 19,25 Dollar. Auch die übrigen PC-relevanten Branchen verzeichneten Verluste. Microsoft fielen um 1,43 Prozent auf 60,13 Dollar, Oracle um 7,96 Prozent auf 31,81 Dollar. Intel gaben 0,56 Prozent auf 33,78 Dollar ab.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen heute die Berichte von SAP und Deutsche Telekom.
Den SAP-Papieren bescheinigen viele Analysten trotz der starken Kurszuwächse gute Aussichten auf weitere Wertsteigerungen. Merck Finck stuft die Aktie ebenso wie die HypoVereinsbank als "Outperformer" ein. Credit Suisse First Bosten empfiehlt die Aktie sogar zum "Kauf".
Je nach Betrachtung der nur schwer vergleichbaren Zahlen hat die Telekom nach Einschätzung von Experten sogar im Schlussquartal einen Verlust eingefahren. Mit Argus-Augen werden deshalb die Analysten sich sehr genau anschauen, wie das eigentliche Kerngeschäft bei der Deutsche Telekom ausfallen wird.
Bereits das dritte Quartal hatte gezeigt, dass der Konzern operativ kaum noch verdient hat. Für ein negativeres viertes Quartal spricht nach Ansicht der Analysten, dass die Telekom für das Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie zwischen 2,30 und 2,40 Euro erwartet, während er nach den ersten drei Quartalen noch bei 2,79 Euro gelegen hatte.