Börse am Morgen Gewinnmitnahmen drücken den Markt
Frankfurt am Main - Der Dax baute am Vormittag seine Verluste auf 1,4 Prozent aus und notierte bei 4652 Zählern. Händler begründeten dies mit ersten Gewinnmitnahmen: In den vergangenen 14 Handelstagen hatte der Dax satte 25 Prozent zugelegt. Der Nemax 50 rutschte nach festem Start zuletzt 1,1 Prozent ins Minus.
Schwung gebremst - Verbraucher entscheiden
Das Tempo der Kurserholung ist vielen Investoren nicht geheuer. Der rasante Aufschwung war vor allem von hoher Liquidität, billigem Notenbankgeld nach den Zinssenkungen und dem Schließen von Short-Positionen getrieben worden. Viele Anleger sitzen noch auf hohen Bargeldbeständen und kauften Aktien in der Sorge, den Aufschwung zu verpassen. Der Herdentrieb hatte den Kaufrausch weiter angeheizt.
Die Indizes haben die durch die Terroranschläge entstandenen Kursverluste zwar wieder aufgeholt. Aber an der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation hat sich nichts geändert. Bei den heutigen Konjunkturdaten steht das US-Verbrauchervertrauen für September im Vordergrund. Schlechte Zahlen könnten der Rallye den Garaus machen. "Die Welt ist noch nicht wieder in Ordnung", sagte ein Händler in Frankfurt.
T-Aktie unter Druck
Im Dax zeigten sich lediglich Metro und Linde behauptet. Zu den größten Verlierern gehörten BMW und Preussag , die während der vergangenen drei Wochen jeweils rund 50 Prozent zugelegt hatten. Auch die Deutsche Telekom geriet nach Berichten über eine neue Anleihe deutlich unter Druck.
Infineon: Schumacher bleibt zuversichtlich
Die Siemens Tochter Infineon zeigte sich als einziger Wert der Technologie-Familie zum Wochenschluss behauptet. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte betont, der Konzern werde auch bei einem anhaltenden Preiskampf in der Chipbranche nicht in Liquiditätsprobleme geraten.
Die Deutsche Bank gab nach dem kräftigen Plus vom Vortag am Vormittag rund zwei Prozent nach. Merrill Lynch hat die Aktie von "Kauf" auf "Akkumulieren" herabgestuft. Die Kurserholung der Aktie sei zu schnell und zu früh, begründeten die Investmentbanker ihre Herabstufung.
Gewinnmitnahmen am Neuen Markt
Gewinnmitnahmen drückten auch die Werte am Neuen Markt in die roten Zahlen. Zu den Gewinnern im Nemax 50 zählten Broadvision und Adva , die von dem guten Ergebnis des Netzwerkausrüsters Juniper Networks sowie von einem Gropßauftrag für Nortel profitierten. Größter Verlierer war Constantin Film , die nach einer Gewinnwarnung um 20 Prozent nachgaben. Der Druck könnte zunehmen, wenn die für heute erwarteten Konjunkturdaten schlechter ausfallen, sagten Händler.
In den USA werden heute das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für Oktober sowie die Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise für September bekannt gegeben. In Deutschland stehen die Einzelhandelsumsätze für August an.
Euro schwächer
Der Euronotierte am Freitag schwächer mit 0,9036 Dollar nach 0,9120 Dollar am späten Donnerstag.