Börse am Morgen: Guter Start ins Neue Jahr - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Guter Start ins Neue Jahr

Die deutschen Indizes haben die schwachen Vorgaben der Wall Street verdaut und drehen ins Plus. Infineon legt mit Hilfe von Hynix einen Blitzstart hin. Am Neuen Markt sind Medienwerte gefragt.
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Frankfurt am Main - Nach schwachem Start reduzierte der Dax seine Anfangsverluste und drehte bis 9.30 Uhr sogar leicht ins Plus. Der Nemax 50 baute seine Gewinne auf 1,4 Prozent aus und notierte bei 1166 Punkten.

Die negativen Vorzeichen aus den USA werden offenbar rasch verdaut. Am Montag war die dreitägige Gewinnserie an den US-Börsen zu Ende gegangen. Der Chiphersteller Infineon   gehörte mit einem Plus von mehr als fünf Prozent zu den größten Gewinnern, obwohl die US-Halbleiterwerte noch am Montag überwiegend nachgegeben hatten.

Erholung bei den Chip-Preisen

Investoren setzen weiterhin darauf, dass die Preise für Speicherchips nach dem Preiskrieg im Vorjahr wieder rasch anziehen, sagten Händler. Der koreanische Chiphersteller Hynix hat zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Preise erhöht. Auch ein Bericht des Magazins "Focus Money" konnte der Erholung der Infineon-Aktie nichts anhaben: Dem Bericht zufolge will die Belegschaft des Halbleiterherstellers während der Hauptversammlung am 22. Januar den Antrag stellen, den Vorstand nicht zu entlasten.

Auch der Bauelemente-Hersteller Epcos   und der Touristikkonzern Preussag   legten zum Auftakt zu. Preussag hatte sich in einer Umfrage der "Börsen-Zeitung" sehr optimistisch für das kommende Jahr gezeigt. Zu den Verlierern im Dax zählten dagegen SAP, Henkel  und Degussa   mit Verlusten zwischen 1,1 und 2,1 Prozent.

Verkürzte Handelswoche

Für die auf drei Tage verkürzte Handelswoche erwarten Händler keine großen Kursbewegungen. Da Unternehmensnachrichten in der ersten Januarwoche Mangelware sind, dürften US-Konjunkturdaten das Geschehen auf dem Parkett bestimmen. Heute Nachmittag wird der NAPM-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht. Der Index gilt als wichtiger Frühindikator für die US-Wirtschaft.

Hoffnungszeichen für das Neue Jahr

Zumindest ein Euro-Wirrwarr, wie es für den Einzelhandel befürchtet wird, bleibt den Finanzmärkten erspart. An der Börse ist die Gemeinschaftswährung bereits seit drei Jahren Realität. Doch ob Anleger in Euro oder D-Mark rechnen: Die Bilanz für die vergangenen zwölf Monate fällt negativ aus. Der Dax hat im Jahr 2001 rund 20 Prozent eingebüßt.

Für einen freundlichen Beginn des Jahres sprechen nach Ansicht von Börsianern die hohen Cash-Bestände der institutionellen Anleger und die Hoffnung auf eine zügige Erholung der US-Konjunktur. Auch der nach wie vor niedrige Ölpreis trägt zu der verhalten-optimistischen Stimmung bei.

Unternehmen verhalten optimistisch

In das verhalten-optimistische Bild passt auch eine Umfrage der "Börsen-Zeitung". Demnach rechnen die im Deutschen Aktienindex Dax notierten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr 2002 mit einem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland, Europa und in den USA.

Weitaus weniger von der Rezession betroffen sehen sich nach der Umfrage die Deutsche Telekom   , die Deutsche Post   und der Touristikkonzern Preussag   . Zufrieden zeige sich auch der Pharmaspezialist Schering   . Dessen Finanzvorstand Klaus Pohle hatte zuvor in einem Interview für 2002 ein Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro angekündigt.

Neuer Markt: Medienwerte freundlich

Trotz der schwachen Vorgaben der Nasdaq zeigten sich die Wachstumswerte am Neuen Markt zur Eröffnung des ersten Handelstages im Neuen Jahr freundlich. Der Filmrechtehändler Senator Entertainment   kletterte um 8,8 Prozent und gehörte zu den größten Gewinnern im Nemax 50. Das Unternehmen hatte zuvor den Verkauf eines Fernseh-Rechtepakets an die Degeto Film GmbH, die Einkaufsgesellschaft der ARD, bekannt gegeben.

Grenkeleasing stiegen um 2,78 Prozent auf 19,99 Euro. Das Unternehmen hat am Mittwoch vor Handelsbeginn Zahlen zum vierten Quartal veröffentlicht und damit die Erwartungen übertroffen. Demnach wuchs die Firma um 33 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

United Internet stiegen um 0,69 Prozent auf 4,40 Euro. Der Finanzvorstand der Internet-Holding hatte sein Amt zum 31. Dezember niedergelegt und wechselt in den Aufsichtsrat. IM Internationalmedia notierten 2,3 Prozent höher auf 23,08 Euro. Das Münchener Medienunternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss die Übernahme der US-Filmgesellschaft Initial Entertainment Group (IEG) bekannt gegeben.

Schub für die Gemeinschaftswährung?

Auf Grund des Feiertages in Japan bleiben am Mittwoch Börsen, Banken und Behörden geschlossen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab bis zum Mittag leicht nach.

Die Einführung des Euro-Bargelds in den Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebietes ist kein Konjunkturprogramm und beseitigt auch nicht etwa die Wachstumshemmnisse - aber die Euro-Münzen und -Banknoten werden nach Ansicht von Bundesbankpräsident Ernst Welteke nach drei Jahren Europäischer Währungsunion das Vertrauen in die neue Währung und den Euroraum stärken. Welteke äußerte sich erleichtert über die reibungslose Einführung der Euro-Noten. Die Gemeinschaftswährung notierte am Morgen bei 0,8945 Dollar.