Börse am Morgen Hightechs legen zu
Frankfurt am Main Der Dax legte in den ersten Handelstminuten 1,4 Prozent (72 Punkte) auf 5166 Zähler zu. Der Nemax 50 stieg um 2,9 Prozent auf 1023 Punkte und rettete sich wieder in den vierstelligen Bereich.
Nach den massiven Verlusten in Europa beginnt die Wall Street ihre Börsenwoche nach dem Labor-Day mit einer Elefantenhochzeit. Hewlett-Packard übernimmt Compaq für rund 25 Milliarden Dollar in Aktien. Entsprechende Berichte der "New York Times" und des "Wall Street Journals" haben beide Firmen bestätigt. Damit entsteht ein Computer-Gigant, der fast an Branchenführer IBM heranreicht.
Der Deal dürfte in der gesamten Hightechbranche für Bewegung sorgen nach den massiven Verlusten gestern dürfen Anleger auf eine Erholung hoffen. Börsianer halten den Markt für überverkauft allein die Nachricht einer Übernahme dieser Größenordnung könnte Spekulanten dazu veranlassen, ihre Leerverkäufe einzudecken und damit für eine Stabilisierung der Kurse zu sorgen.
Hightechwerte vorn
Die Hightechwerte, gestern noch Schlusslicht, übernahmen am Dienstag die Führung im Dax. Die T-Aktie legte zum Handelsstart knapp vier Prozent auf 17 Euro zu. Der Verkauf der restlichen zwei Drittel des TV-Kabelnetzes der Deutsche Telekom AG an den US-Konzern Liberty Media ist perfekt. Der Kaufpreis soll 5,5 Milliarden Euro betragen. Befürchtungen, der Deal könnte scheitern, hatten gestern noch die Aktie belastet.
Auch Infineon, Siemens und Epcos tendierten zur Eröffnung sehr fest mit Zuwächsen zwischen 3 und 3,5 Prozent. Besonders der Softwarehersteller SAP (plus 2,3 Prozent) hat eine Erholung nötig. Die Aktie hat gestern über sieben Prozent verloren. Anleger befürchten, der Konzern werde am 18. Oktober schlechtere Zahlen als erwartet vorlegen. Zudem belasteten Gerüchte, SAP werde eine Wandelanleihe begeben.
Autowerte tendierten freundlich. BMW legte ungerührt des Rückrufs beim BMW-Mini um 2,1 Prozent auf 35,90 Euro zu. Auch DaimlerChrysler und Volkswagen tendierten jeweils 1,1 Prozent fester.
Neuordnung im Stoxx
Die Schwäche der Telekomwerte drückt sich auch in der Neuordnung der Stoxx-Indizes aus. Der französische Baustoffhersteller Saint Gobain wird den niederländischen Telefonkonzern KPN im Euro Stoxx 50 ersetzen. Im Stoxx 50 räumt der Telekomausrüster Marconi seinen Platz für den Konsumgüterhersteller Unilever. Auch die France Telecom nimmt Abschied aus dem Stoxx Index: Für den Telekomkonzern rückt der Wasserversorger Suez auf, teilte Stoxx Limited in der Nacht zu Dienstag mit.
Rallye in Tokio, Euro schwach
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach der Nachricht von der Compaq-Übernahme eine Kursrallye hingelegt. Der Index war schwach gestartet, drehte dann jedoch ins Plus und schloss mit einem Zuwachs von 362 Punkten auf 10772 Zähler. Toshiba, Sony, NEC und Fujitsu legten deutlich zu.
Der Euro ist am Dienstag wieder unter die Marke von 90 Cent gerutscht. Die Gemeinschaftswährung tendierte am Morgen mit 0,8999 Dollar schwächer als am Vortag.