Börse am Morgen: HypoVereinsbank weiter auf Talfahrt - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen HypoVereinsbank weiter auf Talfahrt

Der Insolvenzantrag der KirchGruppe ist offenbar bereits unterschrieben. Aktien von Töchtern der Gruppe notieren uneinheitlich. Papiere der HypoVereinsbank setzen ihre Talfahrt fort. Unter den Medientiteln treiben dagegen gute Nachrichten die Papiere von Senator an.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben zu Wochenbeginn schwach eröffnet. Der Dax notierte kurz nach Handelsauftakt mit 0,4 Prozent auf 5239 Zähler im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 starteten zwar im Plus, fielen dann aber ebenfalls mit 0,4 Prozent auf 976 Zähler ins Minus.

Die KirchGruppe wird nach Angaben aus Unternehmenskreisen noch am Montag Insolvenzantrag stellen. Der Antrag sei bereits unterschrieben, hieß es aus München. Kein Wunder also, dass sich der Focus der der Anleger zunächst auf die Banken- und Medienwerte richtete.

Die Aktie der HypoVereinsbank   hatte am Freitag mehr als drei Prozent verloren und notierte auch zu Handelsauftakt am Montag mit 1,33 Prozent auf 39,22 Euro im roten Bereich. Das Papier war damit schwächster Wert im Dax. Die Bank ist stark bei dem Münchener Medienunternehmen Leo Kirch engagiert. Schwächer notierten auch Deutsche Bank   . Commerzbank-Titel präsentierten sich dagegen fest mit Kursaufschlägen von 0,74 Prozent auf 20,45 Euro.

Die Deutsche Telekom   hat einem Pressebericht zufolge ein Auge auf die Sportrechte der KirchMedia geworfen. Ihr Tochterunternehmen T-Online   sei auf der Suche nach Inhalten, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag unter Berufung auf Branchenkreise. Der Vorstand der Telekom soll sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Die T-Aktie notierte leicht schwächer zum Handelsauftakt bei 16,80 Euro. T-Online verloren 0,78 Prozent auf 12,70 Euro.

ThyssenKrupp   kletterten um 0,23 Prozent auf 17,69 Euro, nachdem der japanische Stahlproduzent NKK am Morgen eine Allianz mit dem deutschen Konzern und dem japanischen Konkurrenten Kawasaki Steel bekannt gegeben hatte.

Drohende Kirch-Pleite: Aktien der Töchter im Fokus

Kirch-Insolvenz erwartet

Eine Insolvenz des Kirch-Medienkonzerns zu Beginn dieser Woche gilt unter Marktbeobachtern als sehr wahrscheinlich. An einer Auffanglösung werde bereits gearbeitet, hieß es aus Bankenkreisen.

Bewegung könnte deshalb erneut vor allem in die Aktien von EM.TV   , ProSiebenSat1   und Constantin   kommen. Im Falle einer Kirch-Pleite stünden nach Informationen der "Euro am Sonntag" bei Constantin Geschäfte im Wert von 20 Millionen auf der Kippe. Kirch ist mit 20 Prozent an Constantin beteiligt. Constantin fielen um 1,21 Prozent auf 4,89 Euro.

Vorstandschef Urs Roher von ProSiebenSat1 indes signalisierte Entwarnung. Die Sender Pro Sieben, Sat1, Kabel 1 und N24 seien von einer Kirch Insolvenz nicht betroffen, sagte Roher der "Welt". Die Aktien von ProSiebenSat1 legten am Freitag kräftig zu. Anleger spekulierten wohl darauf, dass die Tochtergesellschaft, einmal aus dem Kirch-Imperium entlassen, ihre Filmrechte nicht mehr ausschließlich bei Kirch Media für teures Geld einkaufen müsste. ProSiebenSat1 rutschten zunächst um mehr als vier Prozent ab nachdem sie am Freitag kräftig zugelegt hatte.

Bei EM.TV indes könnte die Luft dünn werden, sind doch die noch verbleibenden rund 17 Prozent, die das Medienunternehmen noch an der Formel-1-Gesellschaft SLEC hält, für wacklige Kirch-Kredite verpfändet. EM.TV legte 0,68 Prozent auf 1,49 Euro zu. Das Papier hatte am Freitag mehr als sieben Prozent nachgegeben.

Der Berliner Filmhändler und -produzent Senator   hat sich weitere Kreditzusagen gesichert und will künftig eigenständiger agieren, um seine Marktposition weiter auszubauen. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen hat nach Angaben vom Montag einen Konsortialkreditvertrag von mehr als 230 Millionen Euro mit einer Mindestlaufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Zu dem Bankenpool unter Führung der Bayerischen Landesbank gehören unter anderem die Commerzbank, die DZ Bank AG und die Norddeutsche Landesbank. Zu Handelsbeginn notierte die Aktie mit mehr als acht Prozent im Plus auf 2,27 Euro und führte damit den Nemax 50 an.

Euro-Kurs nur wenig verändert

Der Euro-Kurs hat sich am Montagmorgen praktisch unverändert gezeigt. Gegen 8.45 Uhr notierte die Devise in Frankfurt mit 0,8780 Dollar in etwa auf ihrem Kursniveau vom Freitagabend. Die Europäischen Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 0,8786 US-Dollar festgelegt. Ein Dollar kostete damit 1,1382 Euro.

Die Marktteilnehmer würden derzeit ihr Engagement drosseln und die Entwicklung im Nahen Osten und auf den internationalen Rohstoff-Märkten beobachten, sagten Händler. Nach Auffassung von HSBC Trinkaus&Burkhardt befindet sich der Euro "weiter im Niemandsland". Auch die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die schlechter als erwartet ausgefallen seien, hätten den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung nicht nachhaltig über der Marke von 0,88 US-Dollar festigen können, schrieben die Experten in einem Kommentar. Am Montag erwarten sie den Euro-Kurs in der Bandbreite zwischen 0,8762 und 0,8827 US-Dollar.

Die asiatische Leitbörse in Tokio notierte gegen bis 7.45 Uhr (MEZ) behauptet. Der Nikkei stand mit 0,2 Prozent auf 11.359 Zähler im Plus.

USA warten auf Yahoo und Konjunkturdaten

USA warten auf Yahoo! und Konjunkturdaten in dieser Woche

Auf deutscher Seite erwartete Unternehmensdaten für diese Woche stehen im Kern fest. Und aus den USA haben wir in der vergangenen Woche widersprüchliche Nachrichten empfangen. Analysten und Händler fällt es deshalb schwer, eine klare Tendenz für den Handelsverlauf in dieser Woche auszumachen. Einmal mehr werden sich die Märkte deshalb an den Vorgaben der US-Börsen orientieren, erklären Händler.

Und da sieht es zumindest bei der Technologiebörse Nasdaq wenig erfreulich aus. Auf Wochensicht verlor der Index 4,1 Prozent. Am Freitag notierte das Barometer 1,1 Prozent leichter auf 1770 Zähler. Der Dow Jones gab auf Wochensicht 1,2 Prozent nach, schloss am Freitag aber behauptet.

Auch wenn der Ölpreis nach markigen Worten und Warnungen von US-Präsident Bush an die Konfliktparteien im Nahen Osten wieder gefallen war, hatte er doch die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Allein im Softwarebereich gab es 20 Unternehmen, die davor warnten, dass sie ihre Prognosen nicht einhalten werden. Händler in den USA gehen davon aus, dass die Berichtswarnungssaison bis Ende dieser Woche anhalten werde.

Am Mittwoch wird der Internetkonzern Yahoo Quartalszahlen und einen Ausblick vorlegen. Am Donnerstag folgen Doubleclick und Juniper Networks. Der Freitag hat es in sich: Die Universität Michigan berichtet über das Verbrauchervertrauen der Konsumenten im Monat April. Überdies erwarten die Börsianer die US-Erzeugerpreise und Daten zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze. Auf der Unternehmensseite berichten zum Wochenschluss Compaq, Texas Instruments und General Motors.