Börse am Morgen: Infineon an der Spitze - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Infineon an der Spitze

Gute Nachrichten von Hewlett Packard bringen die Kurse der Technologiewerte im in Schwung. Auch Finanztitel fahren wieder deutliche Kursgewinne ein.
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Frankfurt am Main – Getrieben von Kursgewinnen bei Technologiewerten hat der Dax am Donnerstag zu Handelsbeginn deutlich zugelegt. Der Index stieg um 1,9 Prozent auf 3272 Punkte. Am Neuen Markt kletterte der Neamx50 um rund zwei Prozent auf 439 Zähler.

Zu den herausragenden Gewinnern gehörten die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon  , die rund sieben Prozent auf 9,77 Euro zulegten. Epcos   rückten um mehr als drei Prozent vor. Siemens   verteuerten sich um 2,50 Prozent auf 48,59 Euro.

Zahlen von Hewlett Packard beflügeln Techwerte

In New York hatten die Leitindizes ihre Kursgewinne am Vorabend nach Handelsschluss in Frankfurt ausgebaut und waren dabei von Hoffnungen auf eine Wirtschaftserholung beflügelt worden. Insbesondere die Kurse der Halbleiterbranche sowie der großen Banken zogen kräftig an. Zudem hatte der Computerkonzern Hewlett Packard nach Börsenschluss Zahlen über den Erwartungen vorgelegt. "Die Zahlen von Hewlett Packard wirken positiv", beschrieb ein Händler am Morgen die Stimmung in Frankfurt.

Hewlett Packard   wies nach Börsenschluss ein Ergebnis pro Aktie (EPS) vor Sonderposten von 24 Cent für das abgelaufene vierte Geschäftsquartal ausgewiesen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 22 Cent gerechnet. Der Stellenabbau im Zuge des Zusammenschlusses mit Compaq gehe schneller voran als geplant. Analysten begrüßten vor allem, dass HP trotz des weiter schwierigen Marktumfelds die Verluste in der PC-Sparte verringern konnte. Die Aktie legte nachbörslich weiter zu. UBS Warburg erhöhte indes das Kursziel für die Aktie von 13 auf 19 Dollar.

Bei den Finanzwerten stiegen Commerzbank  -Aktien mit einem Plus von 3,22 Prozent auf 7,70 Euro. Die Titel hatten am Vortag mit Verlusten von mehr als zwei Prozent geschlossen, nachdem die Rating-Agentur Fitch die Bonitätseinstufung für das Unternehmen gesenkt hatte. Gefragt waren auch HypoVereinsbank  , die sich ebenfalls um mehr als drei Prozent verteuerten.

Im MDax haben sich die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter weiter verbilligt. Die Deutsche Bank hatte den Titel am Vorabend von "Buy" auf "Hold" heruntergestuft. Kurz nach Börseneröffnung gab das Papier um 0,31 Prozent auf 6,33 Euro ab. "Nach der Gewinnwarnung hat die Herabstufung der Aktie nochmals geschadet", sagte ein Händler. Am Vortag war das Salzgitter-Papier bereits auf ein Allzeittief gefallen.

Neue US-Konjunkturdaten erwartet

Neben den Zahlen von Hewlett dürften im weiteren Handelsverlauf heute US-Konjunkturdaten in den Vordergrund rücken. Gegen 16 Uhr werden die US-Frühindikatoren erwartet.

Mit einer Erholung auf minus 2,8 rechnen Volkswirte für den Philadelphia-Fed-Index, der am heute (18 Uhr MEZ) veröffentlicht wird. Der Index, der Aufschluss über die Lage im Verarbeitenden Gewerbe in der Region Philadelphia gibt, war im Vormonat überraschend deutlich auf minus 13,1 von plus 2,3 im September gefallen. Was die Unternehmensumfrage der Philadelphia Fed für die Finanzmärkte interessant macht, ist seine Vorlauffunktion für den stark beachteten ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes, der erst einige Wochen später veröffentlicht wird.

Manila könnte für Fraport zum Totalausfall werden

Aus deutscher Unternehmenssicht lagen am Morgen noch keine herausragenden Nachrichten vor. Dem Frankfurter Flughafenkonzern Fraport   droht nach einem Bericht des Handelsblatt bei seinem wichtigsten Auslandsprojekt in Manila neues Ungemach. Der Untersuchungsausschuss des philippinischen Parlaments werde wahrscheinlich empfehlen, das gesamte Vertragswerk über den Betrieb des neuen Terminals in Manila für nichtig zu erklären, schreibt die Zeitung am Donnerstag ohne Angabe von Quellen.

Der Bau eines neuen Terminals in Manila ist das größte Auslandsengagement des Flughafenkonzerns. Fraport hat bislang über Investitionen, Bürgschaften und andere Verbindlichkeiten rund 380 Millionen Dollar in das Philippinen-Projekt gesteckt. Die Aktie von Fraport zeigte sich von der Meldung unbeeindruckt und kletterte um rund ein halbes Prozent auf 20,79 Euro. Der Markt habe sich mit dem Manila-Abenteuer bereits abgefunden, sagten Beobachter an der Frankfurter Börse.

United Internet steigert Umsatz und Ergebnis

Gute Geschäftszahlen legte bereits vor Handelsbeginn United Internet   vor. Die ersten neun Monate sind nach einer Pflichtmitteilung des Unternehmens erfolgreich verlaufen. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um rund 34 Prozent auf 222,8 Millionen Euro zu. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 43,8 Millionen Euro (Vorjahreswert: 12,6 Millionen Euro). Die Aktie verteuerte sich zunächst um 2,50 Prozent auf 7,40 Euro.

Wall Street: Technologierallye in New York

Je später der Abend, desto besser die Nachrichten: Die Wall Street hat nach Handelschluss ihre Zugewinne zum Teil noch ausgebaut. Zugleich legte mit Hewlett Packard   der weltweit zweitgrößte Computerhersteller nach Börsenschluss in New York Zahlen über den Erwartungen vor.

Der Dow Jones kletterte am Mittwoch um 1,8 Prozent auf 8623 Zähler. Der Index der US-Technologiebörse, der Nasdaq-Composite, rückte um 3,3 Prozent auf 1419 Punkte vor. Beflügelt von den guten Nachrichten aus den USA schloss die Aktienbörse in Tokio satt im Plus. Der Nikkei gewann 208 Punkte oder 2,5 Prozent auf 8668 Punkte hinzu.

Bereits am Mittwoch zählten Technologiewerte mit Finanz- und Einzelhandelsaktien an der Wall Street zu den größten Gewinnern. Bei den Techs zeigten sich besonders Halbleiteraktien mit großen Aufschlägen. Der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index zog um 8,3 Prozent auf 338 Stellen an.

Im Dow erhöhten sich Intel   um 5,5 Prozent. Broadcom   zogen um 12,7 Prozent an. Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung vor allem auf die positiven Kommentare von Soundview Technologies zur Branche. Der Halbleiterzulieferer sprach von einer stark anziehenden Nachfrage in den vergangenen Wochen. Titel anderer Zulieferer profitierten ebenfalls von diesen Aussagen. KLA-Tencor gewannen 8,2 Prozent.

Ned Riley, Chefstratege bei State Street Global Advisors, sagte, unter anderem hätten die Prognose des Chipherstellers Analog Devices und die Investitionspläne des Computerkonzerns IBM   die Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung bei den Technologieausgaben gestärkt. "Die Anleger konzentrieren sich nicht auf das, was die Unternehmen jetzt sagen, sondern auf den Ausblick", sagte Andrew Baker, Vize-Präsident Nasdaq-Handel bei Wedbush Morgan.