Börse am Morgen Intershop bricht ein
Hamburg - Franfurt am Main - Der Dax gewann zunächst knapp 0,1 Prozent, der Nemax 50 verlor rund eineinhalb Prozent. Schuld daran war die Intershop-Aktie, die rund 24 Prozent verlor.
Im Dax machte DaimlerChrysler mit einem Plus von knapp drei Prozent einen Teil der Vortagesverluste wieder wett. Unter Druck waren dagegen Infineon, die rund ein Prozent abgaben.
Börsenausblick: Tag der Entscheidungen
Ein ganzes Bündel wichtiger Daten steht am Mittwoch zur Veröffentlichung an. Weltweit warten Anleger auf eine Zinsentscheidung der US-Notenbank. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass Fed-Chef Alan Greenspan den Leitzins um weitere 50 Basispunkte senken wird. Eine Entscheidung wird jedoch nicht vor 20.15 Uhr (MEZ) erwartet. Bis dahin wird der Handel eher abwartend verlaufen.
Zu einer kleinen Rallye in Frankfurt könnten die anstehenden Geschäftszahlen von Siemens, Infineon, BMW und Intershop verhelfen. Die vier Unternehmen werden heute im Laufe des Tages ihre Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlichen und einen Ausblick auf die kommenden Monate warten.
Eher unspektakulär dürften die Aussagen von BMW werden. Trotz der Branchenflaute und der Trennung von Rover erwarten Marktbeobachter bei Gewinn- und Absatzzahlen Rekorde.
Spannender werden die Zahlen der anderen drei Unternehmen: Bei Siemens warten Anleger gespannt auf die Zahlen aus dem Handy-Geschäft, beim Chip-Hersteller Infineon sorgt der Margendruck im Speichermarkt für Unruhe und beim einstigen Börsenliebling Intershop kriselt es gewaltig, seitdem sich das Internet zum "Dot-Flop" entwickelt hat.
Am Neuen Markt könnten die Internet-Werte zusätzlich noch von schlechten Nachrichten aus den USA in die Tiefe gezogen werden. Der weltgrößte Online-Buchladen hatte gestern nach Börsenschluss in New York enttäuschende Zahlen vorgelegt und die Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. Besonders die reduzierten Prognosen für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr hat die Analysten geschockt. Amazon geht nur noch von einer Steigerung zwischen 20 und 30 Prozent aus. Nun sollen massiv Kosten gesenkt werden. Das Unternehmen will etwa 1300 Mitarbeitern kündigen, dies entspricht 15 Prozent der Belegschaft.