Börse am Morgen: Kräftiger Dax-Sprung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse am Morgen Kräftiger Dax-Sprung

Die deutschen Aktienmärkte sind freundlich in den Handelstag gestartet. Gute Nachrichten von Philips stützen die Aktien der Siemens-Familie. Am Neuen Mark setzt MobilCom seinen Höhenflug fort.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Der Dax ist innerhalb der ersten halben Handelsstunde um 2,9 Prozent auf 2931 Punkte geklettert. Der MDax gewann um rund 0,6 Prozent auf 2897 Zähler. Am Neuen Markt notierte der Nemax 50 auf 371 Punkten, ein Plus von vier Prozent.

"Der Markt wartet mit Spannung auf die Unternehmenszahlen aus den USA", sagte ein Frankfurter Händler. So legen am Dienstag unter anderem General Motors  , Johnson & Johnson  , Citigroup  , Delta Air Lines  , Intel   und Motorola   Zahlen für das dritte Quartal vor.

Vom Koalitionsvertrag der rot-grünen Bundesregierung werden hingegen keine weiteren Belastungen ausgehen, hieß es in Händlerkreisen "Der erste Schock über Teile dieses Vertrages ist bereits am Montagnachmittag in den Aktienkursen eingepreist worden", meinte ein Beobachter. Allerdings dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis die weitreichenden Auswirkungen der Vorhaben im Einzelnen realisiert werden. Die Bundesregierung will Spekulationsgewinne grundsätzlich besteuern, Kapitalgesellschaften mit einer Mindeststeuer belegen und das Bankgeheimnis teilweise aufweichen.

Autowerte profitieren von guten Absatzzahlen

Auch die Autowerte standen nach Veröffentlichung der Neuzulassungen im September im Blickpunkt. Die Neuzulassung von Fahrzeugen des Autobauers BMW   schnellte um 27,9 Prozent nach oben. Von DaimlerChrysler   wurden 1,8 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen und von Volkswagen   ein Prozent. Auch die Aktienkurse stiegen: BMW verbesserten sich um 3,07 Prozent auf 33,86 Euro, DaimlerChrysler um 2,84 Prozent auf 34,40 Euro. Volkswagen notierten 2,31 Prozent im Plus bei 38,10 Euro.

Bereits vor Börseneröffnung hat Philips   Zahlen bekannt gegeben: Der niederländische Elektronikkonzern hat im dritten Quartal seinen Nettoverlust bei leicht gestiegenen Umsätzen verringert. Der Verlust inklusive einer Abschreibung auf den Anteil an Vivendi Universal   sei von 736 Millionen Euro auf 330 Millionen Euro gefallen, teilte das im EuroStoxx 50 notierte Unternehmen mit. Die Abschreibung auf den Anteil auf Vivendi Universal habe 339 Millionen Euro betragen. Die Zahlen sind am Markt gut aufgenommen worden und stützten im frühen Handel vor allem die Technologiewerte Siemens  , Epcos   und Infineon  .

Am Neuen Markt setzten Mobilcom-Aktien   ihren Aufwärtstrend vom Montag fort. Das Papier des Mobilfunk-Unternehmens schoss mit einem Gewinn von 25,00 Prozent auf 3,75 Euro an die Spitze im Nemax 50. Der angeschlagene Konzern steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor der Rettung. Wie das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Finanzkreise schreibt, hat der Großaktionär France Telecom   den Banken offenbar einen unterschriebenen Vorvertrag über einen Erlass der Schulden in Höhe von 4,7 Milliarden Euro vorgelegt.

Wall Street schließt nach ruhigem Handel etwas fester

Etwas fester sind die Aktienkurse am Montag an der Wall Street aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte gewann 0,4 Prozent auf 7877. Der Nasdaq-Composite-Index stieg um 0,8 Prozent auf 1221 Zähler. Umgesetzt wurden an der New York Stock Exchange 1,16 Milliarden Aktien. Dabei wurden 1598 Kursgewinner und 1533 -verlierer gezählt während 192 Werte unverändert schlossen. Die Anleger hätten sich vermutlich wegen der bevorstehenden Berichtssaison abwartend verhalten, erklärten Händler das ruhige Marktgeschehen.

Analystenstimmen belasten Automobilsektor

Unter Druck stand der Automobilsektor. Merrill Lynch hatte die Automobilhersteller Ford   und General Motors   sowie die Zulieferer Dana und Delphi herabgestuft. Ford gaben 4,7 Prozent auf 7,93 Dollar ab und General Motors 4,5 Prozent auf 33,26 Dollar. Dana und Delphi verbilligten sich um 5,3 Prozent auf 9,86 Dollar und um 6,8 Prozent auf 7,01 Dollar.

Im Pharmasektor standen Andrx   unter Druck, nachdem ein US-Bezirksgericht festgestellt hatte, dass Andrx und einige weitere Generika-Hersteller Patentrechte von AstraZeneca   verletzt hätten. Andrx brachen um 40 Prozent auf zwölf Dollar ein. AstraZeneca legten dagegen zwölf Prozent auf 36,60 Dollar zu Merck & Co.   verteuerten sich um 4,9 Prozent auf 49,60 Dollar und Wyeth   um 5,1 Prozent auf 34,65 Dollar. Gesucht waren auch Tabakwerte wie Philip Morris  . Die Aktie rückte um 3,5 Prozent auf 38,29 Dollar vor. RJ Reynolds kletterten um 2,2 Prozent auf 38,57.

Tokio schließt sehr fest

Mit einem sehr kräftigen Plus schloss am Dienstag die Börse in Tokio. Der Nikkei-225-Index legte um 3,6 Prozent auf 8837 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix gewann 3,3 Prozent hinzu auf 877 Zähler. Umgesetzt wurden vorläufigen Angaben zufolge 651,95 (Freitag: 776,54) Millionen Aktien.