Börse am Morgen Lufthansa an der Spitze
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte sind fest in den Handel gestartet. Der Dax eroberte sich gleich zu Beginn die 5000-Punkte-Marke zurück und stand mit 0,3 Prozent im Plus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 steigerten sich um 0,2 Prozent auf 1215 Zähler. Händler hatten angesichts der schwachen Vorgaben aus den USA mit einem Auftakt im roten Bereich gerechnet.
Ohne neue Nachrichten setzten sich Lufthansa -Aktien mit plus 3,60 Prozent auf 14,78 Euro an die Spitze des Dax. Unter den Technologiewerten konnten Infineon ihren guten Vortageskurs fortsetzen und kletterten um 2,72 Prozent auf rund 23 Euro. Auch SAP legten knapp zwei Prozent auf 142,75 Euro zu. Epcos und Siemens zeigten sich leichte erholt mit einem Plus von jeweils rund einem Prozent.
Unter den deutschen Autokonzernen setzten Volkswagen , BMW und DaimlerChrysler mit der Marke Mercedes-Benz in den Vereinigten Staaten mehr Fahrzeuge ab als im November 2000. Die US-Tochter Chrysler von DaimlerChrysler, Porsche und die VW-Tochter Audi hingegen wiesen Rückgänge auf. Bis auf DaimlerChrysler, die rund ein Prozent nachgaben auf 46,50 Euro, zeigten sich die Autotitel zunächst kaum verändert.
Belasten könnte sich auf den Kurs von DaimlerChrysler auch auswirken, dass sich der Jeep Liberty bei einer Testfahrt in den USA überschlagen haben soll. Nach verschiedenen Presseberichten drohe damit dem Konzern womöglich ein neues Elchtest-Debakel.
Volkswagen steigerte seinen US-Absatz im November um 3,3 Prozent auf 27.465 Fahrzeuge. BMW verkaufte mit 18.107 Wagen 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mercedes-Benz wies ein Absatzplus von 11,4 Prozent auf 18.014 Einheiten aus. Geringere Absatzzahlen präsentierten dagegen Chrysler mit einem Minus von 5,8 Prozent auf 173.361 Fahrzeuge, Porsche mit einem Rückgang von drei Prozent auf 1851 Wagen und Audi mit einem Minus von 4,5 Prozent auf 6263 Fahrzeuge.
Schwache Vorgaben aus den USA
Die Vorgaben für den Handelstag am Dienstag sind bescheiden. Gute Konjunkturdaten haben die amerikanischen Börsen nicht beflügeln können. Die drohende Pleite des US-Energiekonzerns Enron ließ Finanzwerte nachgeben, da Investoren um platzende Kredite fürchteten. In den USA will Enron 4000 Stellen streichen. Auch 5000 Jobs in Europa sind in Gefahr. Vor diesem Hintergrund beschäftigte Anleger die bange Frage, wie viele Pleiten von Konzernen möglicherweise auch der Old Economy noch bevorstehen könnten.
Bei Technologiewerten hielten sich die Anleger zurück. Sie erwarten gegen Mitte der Woche neue Nachrichten von den Schwergewichten Sun Microsystems und Cisco Systems. Der Dow Jones schloss 0,9 Prozent schwächer auf 9763 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq gab 1,3 Prozent auf 1904 Zähler nach.
Konjunkturdaten für den Euroraum erwartet
Volkswirte erwarten bei den für heute anstehenden Oktober- und November-Konjunkturdaten für den Euroraum erneut Hinweise auf eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung. Laut Konsensprognose rechnen die Experten mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote im Oktober auf 8,4 (zuvor: 8,3) Prozent. Die Erzeugerpreise der Industrie werden sich nach Einschätzung der Experten im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent verringern.
Im September waren die Erzeugerpreise binnen Monatsfrist noch um 0,1 Prozent und auf Jahressicht um 0,7 Prozent gestiegen. Der Index der Wirtschaftsstimmung wird der Prognose zufolge im November auf einen Stand von 98,5 nach zuvor 99,1 sinken. Die Talfahrt in der Industrie im Euroland dauere an, begründen die Volkswirte der Commerzbank ihre Prognosen. Ihrer Meinung nach wird sich das Abwärtstempo aber allmählich verlangsamen. Auf dem Arbeitsmarkt werde die schwache Konjunktur allerdings ihre Spuren hinterlassen.
Japans Banken bangen um Kredite
Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss fester. Der Nikkei legte 0,8 Prozent zu auf 10.452 Zähler. Als hätten die Banken in Japan nicht schon genug Probleme mit riskanten Unternehmenskrediten, gerieten die Titel der Kreditinstitute angesichts der Enron-Pleite zusätzlich unter Druck. Nahezu alle größeren Banken in Japan haben Ausstände bei Enron von jeweils bis zu 200 Millionen Dollar.