Börse am Morgen Lufthansa im Höhenflug
Frankfurt am Main - Der Dax kletterte innerhalb der ersten halben Handelsstunde um 0,3 Prozent auf 5061 Punkte. Die Nebenwerte im MDax gewannen durchschnittlich rund 0,5 Prozent und hoben den Index auf einen Zählerstand von 4491. Am Neuen Markt gewann der Nemax 50 mehr als zwei Prozent auf 881 Punkte.
Gleich drei Dax-Unternehmen haben bereits vor Börsenbeginn Quartalszahlen veröffentlicht. Und zumindest die Lufthansa und der Energieversorger RWE haben positiv überrascht. Die Zahlen von MAN hingegen waren enttäuschend.
Die Lufthansa hat im ersten Quartal einen operativen Gewinn von zwölf Millionen Euro erwirtschaftet und lag damit am oberen Ende der Analystenerwartungen. Der operative Gewinn habe sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, wie das Unternehmen mitteilte. Mit den guten Zahlen im Rücken das die Aktie gleich zu Beginn die Spitze der Gewinnerliste im Dax eingenommen. Mit 16,75 Euro kostete das Papier rund 3,1 Prozent mehr als am Vortag.
Das Papier von RWE kletterte um 0,4 Prozent auf 42,10 Euro. Der Essener Versorger hat im ersten Quartal den operative Gewinn von 1,184 Milliarden Euro auf 1,317 Milliarden Euro gesteigert und die Erwartungen von Analysten gleichfalls übertroffen. Das Nettoergebnis des Konzerns betrug 693 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr stellte RWE ein deutlich höheres Betriebsergebnis im Kerngeschäft in Aussicht.
Schlusslicht im frühen Handel waren die Titel von MAN , die 3,6 Prozent auf 25,92 Euro verloren. Das Unternehmen verzeichnete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern in den ersten drei Monaten ein Minus von 38 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 138 Millionen Euro im Vorjahr. Die MAN Gruppe bestätigte aber ihre Prognose für 2002, nach der der Umsatz zwischen 15,5 und 16 Milliarden Euro erreichen wird.
Wie schon am Vortag präsentierten sich die Technologiewerte überwiegend freundlich. Die Titel von Siemens , Infineon und Epcos stiegen deutlich. Die T-Aktie gewann rund 0,9 Prozent auf 13,45 Euro.
US-Anleger hoffen auf Trendwende - Euro unter Druck
Kurserholung an der Wall Street
Der Dow-Jones-Index stieg um 189,24 Zähler oder 1,9 Prozent auf 10.298 Punkte. Die Nasdaq schoss um 66,52 Zähler oder vier Prozent in die Höhe und lag zuletzt bei 1719 Punkten. Der S&P 500-Index erhöhte sich um 22,72 Zähler oder 2,1 Prozent auf 1097 Punkte.
Wal-Mart , der weltgrößte Einzelhändler, überraschte die Anleger mit besseren Quartalsergebnissen, als sie von Analysten erwartet worden waren. Deshalb waren fast alle Einzelhandelswerte gesucht. Wal-Mart legte um 4,3 Prozent auf 57,39 Dollar zu.
Intel , Microsoft , IBM , Dell Computer, Sun Microsystems sowie viele andere Chip-, Computer- und Softwareaktien waren gesucht.
Händlern zufolge hoffen einige Investoren schon wieder auf eine Trendwende. Allerdings zeigten sich auch weiterhin viele Skeptiker. Sie verwiesen auf die vielen Fehlstarts an der Wall Street während der letzten zwei Jahre. Die für heute anstehenden Konjunkturdaten sollten weitere Aufschlüsse über die Stärke der Wirtschaft geben. Vor Handelsbeginn an der Wall Street werden unter anderem die Verbraucherpreise für den Monat April und die Lagerbestände und Industrieproduktion für den Monat März bekannt gegeben.
Tokio schließt deutlich fester
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch nach positiven Vorgaben von der Wall Street deutlich fester geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte verbuchte zum Handelsschluss 11.642 Zähler, ein Plus von 286,78 Punkten oder 2,5 Prozent. Der breiter angelegte Topix legte 15,11 Punkte oder 1,4 Prozent auf 1087 Zähler zu.
Gewinnmitnahmen drücken Euro-Kurs
Der Euro-Kurs ist am Mittwochmorgen weiter gesunken. Gegen 9.20 Uhr kostete die Devise in Frankfurt 0,9018 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Vortag noch bei 0,9062 Dollar festgesetzt hatte. Ein Dollar kostete damit 1,1035 Euro.
Der Kursverlust bei der Gemeinschaftswährung hatte bereits am Dienstag begonnen, vor allem nachdem unerwartet starke Umsatzzahlen für den US-Einzelhandel gemeldet worden waren. Seitdem sei es am Markt fortgesetzt zu Gewinnmitnahmen gekommen, so dass der Euro-Kurs weiter unter Druck geraten sei, sagte ein Händler. Am frühen Morgen hatte die Währung bereits zwischenzeitlich unterhalb von 0,90 Dollar notiert.