Börse am Morgen: Märkte starten freundlich - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Märkte starten freundlich

Der Dax nimmt den Schwung der Wall Street auf und startet im Plus. Nicht zuletzt auf Grund der guten Nachrichten von Ford in den USA gehören Autowerte zu den Gewinnern. Technologietitel notieren vor den Zahlen von Nokia fest.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte sind nach guten Vorgaben der Wall Street mit Schwung in den Handel gestartet. Der Dax kletterte bis 9.30 Uhr um 1,40 Prozent auf 3477 Punkte. Der Nemax 50 gewann rund 0,2 Prozent auf 450 Zähler. Dow Jones (plus 1,1 Prozent auf 8519 Zähler) und Nasdaq Composite (plus 0,7 Prozent) hatten nach Handelsstunden in Frankfurt deutlich zugelegt. Allerdings warnten Markbeobachter angesichts der geringen Umsätze davor, die Pluszeichen an der Wall Street überzubewerten.

Trotz der freundlichen Stimmung überwog bei den meisten Händlern weiterhin die Skepsis über die Marktverfassung. "Augenblicklich geht es nur darum, die Woche möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Umsätze sind nach wie vor bescheiden, die Börse ist derzeit so ähnlich wie ein Lottospiel, es lässt sich nichts vorhersagen", sagte ein Händler in einer Frankfurter Großbank.

Neue Probleme für Energiekonzern Eon

Aktien des Energiekonzerns Eon   gehörten mit Abschlägen von rund einem halben Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Eon und Ruhrgas müssen nach Informationen der "FAZ" mit viel schärferen Auflagen für eine Fusion rechnen. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Tacke, wolle bei einer geänderten Ministererlaubnis sowohl härtere Verkaufsauflagen als auch höhere freie Gasmengen durchsetzen. Im Einzelnen solle nicht nur Eon, sondern auch Ruhrgas seine Anteile an den Versorgern Bayerngas und Bremer Stadtwerke veräußern. Beide Konzerne müssten überdies den Beteiligungsunternehmen Sonderkündigungsrechte für Gaslieferungen einräumen.

Papiere des Konkurrenten RWE   notierten ebenfalls leichter.

Autotitel unter Anlegern gefragt

Die Autotitel DaimlerChrysler  , BMW   und Volkswagen   gewannen zwischen zwei und einem Prozent hinzu. Nach Börsenschluss hatte der US-Autokonzern Ford   die Märkte mit guten Nachrichten überrascht. Der Konzern erwartet anstatt eines Verlustes nun einen kleinen Gewinn.

DaimlerChrysler als weltgrößter Nutzfahrzeughersteller hat zuvor erklärt, dass der Konzern in den ersten acht Monaten des Jahres das Absatzniveau des Vorjahres nicht erreicht habe. Mit rund 312.000 Fahrzeugen wurden 4,6 Prozent weniger verkauft, teilte das Unternehmen am Dienstag anlässlich der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover mit. "Für uns ist aber entscheidend, dass wir unsere Marktanteile in allen wichtigen Segmenten und Märkten behauptet haben", sagte Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes. Insgesamt sehe DaimlerChrysler dem Jahr 2003 optimistisch entgegen.

Technologiewerte auf Erholungskurs

Vor den mit Spannung erwarteten Nokia-Kommentaren zum Verlauf des Quartals notierten Technologiewerte freundlich. Aktien des Bauelementeherstellers Epcos   gewannen rund 2,50 Prozent auf 13,34 Euro hinzu und war damit stärkster Wert im Dax. SAP  , Siemens   und Infineon   kletterten zwischen zwei und 1,50 Prozent. Technologiewerte hatten am Vortag allerdings durch die Bank zu den Verlierern gezählt. Insofern handelte es sich bei den Kurzuwächsen am Morgen wohl auch um eine technische Reaktion.

Wird Nokia die Märkte enttäuschen?

Aufmerksam dürften die Märkte heute auch verfolgen, was der weltgrößte Handyproduzent Nokia   zu seinem etwa alle sechs Wochen stattfindenden Mid-Quarter-Update zu verkünden hat. Auch wenn Nokia in diesem Jahr die Märkte bereits mehrfach mit negativen Nachrichten überrascht hatte, erwarten Analysten diesmal keine Rücknahme der Umsatz- und Gewinnprognose. Die ersten Aussagen des Konzerns werden gegen elf Uhr am Vormittag erwartet.

Wall Street: Drohender Irak-Feldzug bedrückt die Börsianer

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Händler in New York beobachteten ein Abflauen des Verkaufesdrucks und hofften, dass die Märkte nach dem 11. September wieder nach oben laufen werden, sollte es am Jahrestag der Terroranschläge keine Zwischenfälle geben.

Larry Wachtel, Analyst bei Prudential Securities, hingegen sah keinen Grund für optimistische Anflüge. "Es gibt nicht viel Motivation. Diese Woche wird von den Gedenkfeiern zum 11. September dominiert, und das Thema Irak ist allgegenwärtig."

Bei einem Krieg der USA gegen Irak befürchten viele Händler erhebliche Einschränkungen der weltweiten Ölversorgung. Dies könnte den jüngst bereits deutlich gestiegenen Ölpreis weiter in die Höhe treiben und damit der Weltwirtschaft einen weiteren Dämpfer verpassen.

Bei den Standardwerten belasteten nach Händlerangaben Kursverluste der Aktien des Finanzkonzerns J.P. Morgan Chase  . Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte ihre Bewertung für den Dow-Wert auf "Neutral" von "Buy" zurückgenommen und dies mit niedrigeren Gewinnerwartungen und möglichen Dividendenkürzungen begründet. Auch die Aktien des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup   fielen. Citigroup hatte mit sofortiger Wirkung die Spitze ihrer ins Gerede gekommenen Investmentbank Salomon Smith Barney ausgetauscht. Das weit verzweigte Bank- und Aktien-Geschäft der Citigroup ist in jüngster Zeit in den Mittelpunkt von Untersuchungen der Regulierungsbehörden und von Kongress-Ausschüssen geraten.

Die Aktien von AOL Time Warner   gaben anfangs nach, schlossen aber mit einem kleinen Plus. Der weltgrößte Medienkonzern hatte vor Börsenbeginn die Umsatzprognose für seine Internet-Sparte America Online für 2002 reduziert.

Ford will Analystenerwartungen übertreffen

Interessant könnte heute in Frankfurt der Handelsauftakt für die Autowerte werden. Denn nachbörslich berichtete der zweitgrößte US-Autohersteller Ford  , dass der Konzern im dritten Quartal mit einem geringen Gewinn auf operativer Basis die Analystenerwartungen übertreffen werde. Aktienexperten rechnen im Schnitt mit einem geringen Verlust.

"Wir haben die Erwartungen der Analysten im ersten und im zweiten Quartal überboten und werden das auch im dritten Quartal wieder tun", sagte Ford-Chef Bill Ford am Montag. Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Absicht, im laufenden Jahr einen moderaten Gewinn zu erwirtschaften. Die Aktie zog nachbörslich deutlich an.

Etwas getrübt wurde die Stimmung von Intel  -Präsident Paul Otellini. Der Absatz von Personalcomputern bleibe seinen Worten zufolge weiterhin schwach. Eine Erholung sei unwahrscheinlich, bis sich das Verbrauchervertrauen verbessert habe, erklärte Otellini. Der PC-Markt habe keine Anzeichen der Belebung gezeigt. Eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft könne er noch nicht abgeben.

Die asiatische Leitbörse in Tokio ging nahezu unverändert aus dem Handel. Der Nikkei schloss am Dienstag mit 9310 Punkten.