Börse am Morgen: Nemax ohne Boden - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Nemax ohne Boden

Der Handel begann am Freitag, wie er am Donnerstag aufgehört hatte. Die Richtung zeigte steil nach unten. Der Technologie-Index Nemax könnte heute sogar unter die 700-Punkte-Marke fallen.
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Frankfurt am Main - Am Freitagmorgen begann der Handel wieder mit neuen Tieftständen. Der Dax rutschte um mehr als drei Prozent unter die Marke von 3700 Punkten auf einen Stand von 3693 Zähler. Die Rede von George W. Bush am Donnerstag hat den Märkten keine Sicherheit gegeben. Unsicherheit herrscht darüber, wie sich ein möglicher Gegenschlag der USA auf die Finanzmärkte auswirken wird. Händler gehen davon aus, dass die Kurse heute weiter stark fallen werden.

Von den Einzelwerten dürften am Freitag erneut die Branchen in den Blickpunkt geraten, die seit der Katastrophe von New York besonders gebeutelt werden: Fluggesellschaften und Versicherer.

Gewinnwarnung bei Allianz

Am Freitagmorgen warnte der Versicherungskonzern Allianz   vor niedrigeren Umsätzen. Der Konzern teilte mit, dass er auf Grund eines Anstiegs der erwarteten Schäden vor allem aus Betriebsunterbrechungen von einem geschätzten Schadenrahmen in Höhe von einer Milliarde Euro ausgehe. Neben der Betriebsunterbrechungsversicherung sind insbesondere die Sach- und die Luftfahrtversicherung betroffen.

Als Folge der geschätzten Schadenbelastung sowie der aktualisierten Prognose der Münchener Rück   erwartet die Allianz für das Jahr 2001 einen Jahresüberschuss von rund 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zu dem bisher erwarteten Ergebnis von zwei Milliarden Euro. Dieser Rückgang beeinflusst die finanzielle Solidität der Allianz Gruppe nicht. Beispielsweise macht die Höhe des Gesamtschadens rechnerisch weniger als drei Euro je Aktie aus.

Nike mit sinkenden Umsätzen

Auch der weltgrößte Sportartikel-Hersteller Nike   musste eine Gewinnwarnung herausgeben. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 ging der Überschuss auf Grund eines starken Dollar-Kurses und zu hohen Lagerbeständen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zurück. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sank der Konzernüberschuss binnen Jahresfrist von 210 Millionen Dollar (77 Cent je Aktie) auf 204 Millionen Dollar oder 75 Cent je Aktie.

Auch BMW   verloren mehr als zehn Prozent auf 21,65 Euro. Gewinner gab es nur drei - allen voran Fresenius Medical Care   mit einem Aufschlag von 1,99 Prozent auf 76,90 Euro.

Intakter Abwärtstrend am Neuen Markt

Der Neue Markt ist am Freitag sofort nach Börsenstart weiter in den Keller gestürzt. In den ersten Handelsminuten sackte der Nemax 50 um 3,20 Prozent auf 721,90 Zähler. Der marktbreitere Nemax All Share fiel 2,39 Prozent auf 752,35. Beide Indizes hatten am Vortag neue Allzeit-Tiefststände verzeichnet.

"Es herrscht ein intakter Abwärtstrend, der sich beschleunigt hat", sagte ein Händler. "Der Nemax 50 ist nach unten offen." Der Index könne an diesem Donnerstag unter 700 Zähler rutschen. "Die 700er-Marke hat nur eine psychologische Wirkung. Der Abwärtssog ist diesmal stärker als das Psychologische." Zudem seien die US-Vorgaben nicht günstig.

An den US-Börsen war der Dow Jones mit einem Minus von 4,37 Prozent auf 8.376,21 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Nasdaq Composite hatte 3,72 Prozent auf 1.470,93 Zähler verloren.

An der Tokioter Börse hatte die Entwicklung in den USA zum wiederholten Mal den Nikkei 225-Index stark ins Minus getrieben. Der Indikator für 225 führende Werte hatte sich zum Sitzungsende am Freitag sehr schwach gezeigt und einen Abschlag von 2,4 Prozent auf 9,554,99 Punkte verbucht.

Zur Stützung des Dollarkurses griff die japanische Notenbank zum dritten Mal in dieser Woche ein und warf Yen gegen Dollar auf den Markt. Der Dollar sackte mit 115,80 Yen zeitweilig auf ein Sieben-Monats-Tief. Um 15.00 Uhr Ortszeit wurde die US-Währung mit 117,27 Yen notiert, nach 117,51 Yen ein Tag zuvor. Der Euro kostete 0,9215 Dollar, nach 0,9277-82 Dollar am Donnerstag.