Börse am Morgen: Nervöser Auftakt - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Nervöser Auftakt

Die Standardwerte finden zu Handelsbeginn keine klare Richtung. Lufthansa setzt sich an die Spitze der Gewinner, Telekom und BASF fallen zurück. Der Neue Markt knüpft an seinen positiven Trend vom Vortag an.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben am Dienstag im Plus eröffnet und nahmen damit zunächst den Schwung auf, den die US-Börsen in der letzten Handelsstunde gezeigt hatten. Allerdings rutschte der Dax bis 9.30 Uhr wieder mit 0,7 Prozent auf 4522 Zähler in den roten Bereich. Die Wachstumswerte setzten zunächst ihren positiven Trend vom Vortag fort und präsentierten sich 0,5 Prozent fester auf 928 Zähler.

Die Aktien der Deutsche Telekom   verloren rund ein Prozent und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dax. Schwächer präsentierten sich auch BASF   und ThyssenKrupp   und Siemens   .

Die am Vortag stark unter Verkaufsdruck geratene Commerzbank   rutschte nach einem positiven Auftakt wieder in den roten Bereich. HypoVereinsbank   -Papiere konnten dagegen ein wenig an Boden gut machen und standen rund ein Prozent im grünen Bereich. Die Papiere Lufthansa   führten den Dax mit Aufschlägen von 3,50 Prozent auf 11,64 Euro an.

Am Neuen Markt stiegen DAB Bank   um 3,82 Prozent auf 10,33 Euro. Die Direktbank hatte zuvor vorläufige Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. "Keine Hiobsbotschaft", lautete die Schnelleinschätzung eines Marktteilnehmers. "Bei den Marktbedingungen war nicht anderes zu erwarten."

Den Angaben zufolge ging die Zahl der ausgeführten Transaktionen von 1,97 Mio. im ersten Quartal auf 1,54 Mio. im zweiten und 1,29 Mio. im dritten Quartal zurück. Das verwaltete Kundenvermögen sank von 12,93 Mrd. Euro im vorangegangenen Quartal auf 10,53 Mrd. Euro im dritten Quartal.

MediGene   setzten sich mit einem Kursplus von rund zehn Prozent auf 18,90 Euro an die Spitze der Gewinnerliste im Nemax 50. Das Biotechnologie-Unternehmen hatte am Vortag nach Börsenschluss Daten aus der Phase 3 der klinischen Erprobung seines Wirkstoffs gegen Genitalwarzen veröffentlicht. Zur Zeit gebe es nur wenige wirksame Behandlungsmethoden für diese Erkrankung an der dem Unternehmen zufolge etwa 14 Millionen Menschen in Europa und Nordamerika leiden.

Warten auf US-Quartalsberichte

Die Vorgaben für den Handelstag am Dienstag sind uneinheitlich. Nach heftigen Kursschwankungen haben die US-Börsen nahezu unverändert geschlossen und ihre Verluste wieder wett gemacht. Die Herabstufung von Chipaktien und die Angst vor neuen Milzbrandfällen im Zusammenhang mit terroristischen Bedrohungen hatten an den Handelsplätzen in New York für viel Unruhe gesorgt. Zugleich hielten sich die Anleger vor Bekanntgabe der Quartalszahlen großer Konzerne zurück. Der Dow Jones präsentierte sich unverändert auf 9347 Punkte. Der Nasdaq Composite tendierte 0,4 Prozent leichter auf 1696 Punkte.

Im Vorfeld von rund 190 Quartalsmeldungen in dieser Woche in den USA werden sich die Investoren vermutlich auch heute zunächst in Kaufzurückhaltung üben. So werden heute unter anderem IBM   und Intel   ihre Bilanzen vorlegen, am Mittwoch folgen dann der Chiphersteller AMD, der Finanzriese Citigroup   und AOL Time Warner.

Da in den meisten Fällen mit einem Gewinnrückgang gerechnet wird, warten die Börsianer vor allem auf den Ausblick der Unternehmen. Zudem werden am Nachmittag europäischer Zeit die Zahlen zur US-Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung für den Monat September veröffentlicht. Nach Auffassung von Experten werden sie einmal mehr belegen, dass die US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte in die Rezession abgeglitten ist. Analysten gehen davon aus, dass die Produktion im vergangenen Monat um weitere 0,7 Prozent - und damit den zwölften Monat in Folge - gefallen ist. Gleichzeitig wird die Kapazitätsauslastung bei 75,5 (August: 76,2) Prozent gesehen, dem niedrigsten Niveau seit Juni 1983.

Auf deutscher Seite stehen heute keine herausragenden Unternehmensmeldungen an. Umso mehr werden die Börsianer ihren Blick eben auf die USA und Europa richten.

Wenig erfreulich sind allerdings die Geschäftszahlen, die der niederländische Elektronikkonzern Philips vor Handelsbeginn veröffentlich hat. Philips ist im dritten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Nach ersten Ad-hoc-Meldungen hat der Konzern im dritten Quartal einen Nettoverlust von 799 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von 2,66 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Der Verlust je Aktie betrug 0,62 Euro. Zuvor war es noch ein Gewinn von 1,58 Euro. Die Umsätzen fielen um 23 Prozent. viel um 23 Prozent.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach den Verlusten am Vortag wieder Boden gewinnen können. Der Nikkei notierte kurz vor Handelsschluss am Dienstag mit 1,8 Prozent im Plus auf 10.

Der Euro notierte bei Kursen um 0,905 Dollar.