Börse am Morgen: Neuer Markt im Aufwind - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Neuer Markt im Aufwind

Die deutschen Aktien haben den Handel am Donnerstag freundlich begonnen. Die Aktie von e.on fiel dagegen zurück.
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Frankfurt am Main - Der Dax kletterte in den ersten Handelsminuten um knapp ein halbes Prozent. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 rund zwei Prozent an.

Die Verlierer von gestern gehörten zu Handelsbeginn zunächst zu den Gewinnern. Epcos, Deutsche Telekom, SAP und Infineon standen jeweils mit rund einem Prozent im Plus. Gefragt waren auch die Papiere von Degussa-Hüls und MAN, die mit Kursaufschlägen von rund 1,50 Prozent die Gewinnerliste im Dax anführten.

Spekulationen um ein Übernahmeangebot des Energiekonzerns E.ON an den spanischen Konkurrenten Iberdrola drückten den Kurs der E.ON-Aktie zunächst um 2,34 Prozent auf 56,79 Euro. Der deutsche Versorger E.ON hat nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" seinem spanischen Konkurrenten Iberdrola ein Übernahmeangebot gemacht. E.ON wolle demnach nicht mehr als 18 Euro je Iberdrola-Aktie zahlen. Die zwei größten spanischen Versorger Iberdrola und Endesa hatten ihre Fusionsabsicht zu Wochenbeginn für gescheitert erklärt. E.ON kommentierte den Bericht nicht.

Unter den wachstumswerten im Nemax-50 gehörten die Aktien der Software-Unternehmen von Broadvision (plus 5,1 Prozent) und Brokat (plus 4,3 Prozent) zu den Gewinnern. Gauss Interprise, die am Vortag mit Kursabschlägen von mehr als 13 Prozent aus dem Handel gegangen waren, machten bereits zu Handelsbeginn die Verluste wieder wett. Die Aktie legte um 14,6 Prozent auf 3,44 Euro zu.

Auf Erholungskurs befanden sich die Papiere von Adva Optical Networking. Der Telekomausrüster war gestern infolge der schwachen Cisco-Zahlen mit Abschlägen von 14,5 Prozent auf 44 Euro aus dem Handel gegangen. Zu Handelsbeginn am Donnerstag notierte der Wert 4,27 Prozent auf 45,90 Euro stärker.

Die Papiere von Telesens legten zu Handelsbeginn um mehr als sieben Prozent auf 28,60 Euro zu. Telesens hatte gestern nach Börsenschluss mitgeteilt, dass das Unternehmen im vierten Quartal 2000 den Breakeven erreicht hat. Das Ebitda sei nach einem Verlust von 3,7 Millionen Euro im dritten Quartal nun positiv. Von Analysten war das Erreichen eines positiven Ergebnisses den Angaben zufolge erst im zweiten Quartal 2001 erwartet worden. Der Umsatz sei im vierten Quartal auf 24,9 Millionen Euro gestiegen, berichtete das Unternehmen.

Börsenausblick: Japan in Angst

Die Vorgaben für den heutigen Handelstag sind schwach. Die asiatische Leitbörse in Tokio, die sich am Vortag noch mit einem Plus zu Handelsschluss tapfer gegen die schwachen Cisco-Zahlen aufgelehnt hatte, ging gestern baden.

Der Nikkei-Index fiel um 227 Punkte oder 1,7 Prozent und schloss mit 13.138 Punkten. Das Börsenbarometer war zeitweise sogar unter die Marke von 13 000 Punkten gefallen, den tiefsten Stand seit 28 Monaten. Händler machten die negativen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq (minus 2,1 Prozent) für die Verluste verantwortlich. Dabei hatte die Nasdaq zeitweilig sogar mehr als vier Prozent im roten Bereich geschlossen. Auch der Hang Seng-Index in Hongkong rutschte mit 1,5 Prozent ab.

Wie Blei lastete die Gewinnwarnung von Japans größten Handyhersteller Matsushita auf den Aktienmärkten in Tokio. Die Aktie verlor 14,83 Prozent und war zeitweilig sogar vom Handel ausgesetzt worden. Im Sog von Matsushita verloren auch Tech-Aktien wie NEC, TDK und Yahoo Japan.

Gedämpft wurde die Stimmung auf dem Parkett zudem durch die jüngsten Konjunkturzahlen in Japan. Demnach schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal des vergangenen Jahres im Vergleich zum zweiten Quartal um 0,6 Prozent. Ursprünglich war ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet worden. Viele Anleger befürchteten nun erneut eine Rezession. Zugleich kursierten Gerüchte, dass viele Unternehmen ihre Ertragsprognosen nicht mehr einhalten könnten.

Wie die deutschen Aktienmärkte diese Vorgaben aufnehmen werden, ist gegenwärtig schwer einzuschätzen. Die Investoren sind verunsichert. Wo es nur irgendwie möglich ist, werden Kursgewinne sofort eingesackt. Selbst gute Unternehmenszahlen oder Prognosen wie zum Beispiel von Schering, Thiel Logistik oder Lion Bioscience nutzten gestern dem Kurs der Aktien wenig.

Spannend könnte heute der Handelsauftakt für die Aktien von E.ON und anderen Energie-Unternehmen werden. Im Poker um spanische Energieunternehmen gibt es neue Meldungen. Der deutsche Versorger E.ON hat nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" seinem spanischen Konkurrenten Iberdrola ein Übernahmeangebot gemacht. E.ON wolle demnach nicht mehr als 18 Euro je Iberdrola-Aktie zahlen. Die zwei größten spanischen Versorger Iberdrola und Endesa hatten ihre Fusionsabsicht zu Wochenbeginn für gescheitert erklärt.

Erfreulich könnte sich der Handelsauftakt für die Papiere der am Neuen Markt notierten Telesens-Papiere gestalten. Telesens hat im vierten Quartal 2000 den Breakeven erreicht. Wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss meldete, ist das Ebitda nach einem Verlust von 3,7 Millionen Euro im dritten Quartal nun positiv. Von Analysten war das Erreichen eines positiven Ergebnisses den Angaben zufolge erst im zweiten Quartal 2001 erwartet worden. Der Umsatz sei im vierten Quartal auf 24,9 Millionen Euro gestiegen, berichtete das Unternehmen.