Börse am Morgen: Prügel für SAP - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Prügel für SAP

Die deutschen Aktienmärkte sind freundlich in den Handel gestartet. Stark unter Druck steht die SAP-Aktie nach Vorlage der Geschäftszahlen. Der Euro präsentiert sich nach der Greenspan-Rede fest.
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Frankfurt am Main - Nach dem Strohfeuer durch die positiven US-Unternehmenszahlen am Vortag hat der Dax am Donnerstag behauptet eröffnet. Im Mittelpunkt des frühen Börsenhandels standen die Zahlen des Softwarehauses SAP   . Der Dax hat nach einer etwas leichteren Eröffnung den Sprung in die Pluszone geschafft und legte bis 9.30 Uhr rund 0,4 Prozent auf 5338 Punkte zu.

Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 um 0,3 Prozent auf 955 Zähler und setzte damit seinen drei Tage andauernden Steigflug zunächst fort. Der MDax der mittelgroßen Aktiengesellschaften notierte leicht stärker auf 4522 Punkten.

Größter Dax-Verlierer war die Aktie von SAP   , die um 2,7 Prozent auf 150,44 Euro nachgab. Der weltgrößte Anbieter von Unternehmens-Software hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Umsatzerwartungen der Analysten erfüllt. Der Umsatz sei auf 1,658 Milliarden Euro gewachsen nach 1,524 Milliarden im Vorjahreszeitraum, teilte die Gesellschaft vor Börseneröffnung mit. SAP zeigte sich zuversichtlich, dass die Prognose für das Gesamtjahr eingehalten werden kann.

Der Gewinn je Aktie einschließlich der Zukäufe und der Commerce One-Transaktion lag bei 0,21 Euro nach 0,35 Euro im Vorjahresquartal. Ohne die Akquisitionen und Commerce One sei der Gewinn je Aktie binnen Jahresfrist von 0,37 auf 0,38 Euro gestiegen. Auch beim operativen Ergebnis erfüllte SAP die Schätzungen der Experten, die 175 bis 267 Millionen Euro erwartet hatten. Der Konzern verzeichnete ein um Aktienoptionsprogramme und um die Top-Tier-Übernahme bereinigtes operative Ergebnis von 237 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das bereinigte operative Ergebnis 233 Millionen Euro.

Die T-Aktie   hat sich von den Kursverlusten des Vortages erholt und gewann über ein Prozent auf 17,08 Euro. Die "Financial Times Deutschland" hatte gemeldet, dass die T-Systems International, einer von vier Teilkonzernen der Deutschen Telekom, im abgelaufenen Geschäftsjahr in die roten Zahlen gerutscht ist.

Am Neuen Markt kletterte die Aktie von Mobilcom   um über 2,5 Prozent auf 17,69 Euro. Die Zeitschrift "Telebörse" nährte zuvor neue Hoffnung für die Mobilcom-Aktionäre auf ein Abfindungsangebot durch die France Telecom.

Greenspan und Quartalsberichte drücken Wall Street

Vorsichtiger Ausblick von Greenspan

In den USA führten die vorsichtige konjunkturelle Lagebeurteilung von US-Notenbankchef Alan Greenspan und teilweise enttäuschende Quartalsberichte amerikanischer Großkonzerne zu leichten Kursverlusten. Sie folgten dem kräftigen Aufschlag des Vortags. "Eine Schwalbe macht noch keine Sommer", kommentierte ein New Yorker Wertpapierhändler die Entwicklung. Der Dow-Jones-Index gab um 80,54 Zähler oder 0,8 Prozent auf 10.220 Punkte nach. Die Nasdaq fiel um 5,93 Zähler oder 0,3 Prozent auf 1810 Punkte.

Boeing enttäuscht die Wall Street

Boeing   und United Technologies   enttäuschten dagegen mit ihren Quartalsabschlüssen. Ford hat im ersten Quartal dieses Jahres ebenfalls rote Zahlen geschrieben. Der Verlust des zweitgrößten Autokonzerns der Welt fiel jedoch geringer aus als erwartet, und die Ford-Aktien stiegen. General Motors waren erneut gesucht.

Die Aktien des Zigarettenriesen Philip Morris   gaben trotz solider Geschäftsergebnisse nach. Der Pharma-Branchenführer Pfizer wurde ebenfalls zurückgestuft. Dagegen stiegen Intel   und Alcoa   . Der zweitgrößte amerikanische Finanzdienstleister JP Morgan Chase zählte ebenfalls zu den Gewinnern.

Drastischer Gewinnrückgang bei IBM

Der weltgrößte Computerkonzern IBM   hat im ersten Quartal 2002 auf Grund schwacher Geschäftsergebnisse in fast allen Sparten einen drastischen Gewinnrückgang um 31,9 Prozent auf 1,19 Milliarden Dollar verbucht. IBM hatte die Wall Street in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung auf die schwachen Ergebnisse vorbereitet und erfüllte jetzt die reduzierten Erwartungen der Analysten.

Apple hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 einen soliden Abschluss vorgelegt und profitierte von der starken Nachfrage nach seinen PCs. Der Gewinn lag in dem am 30. März beendeten zweiten Quartal bei 40 Millionen Dollar oder elf Cents je Aktie gegenüber einem Gewinn von 43 Millionen Dollar oder zwölf Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zu. Apple verbuchte 45 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Siebel bleibt hinter Erwartungen zurück

Der weltgrößte Anbieter von Software zum Management von Kundenbeziehungen Siebel hat im ersten Quartal 2002 einen leichten Ergebnisrückgang verbucht und die eigenen Prognosen erfüllt. Der Umsatz blieb auf Grund deutlich gesunkener Software-Erlöse jedoch leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Der zweitgrößte Hersteller von PC-Mikroprozessoren AMD hat für das erste Quartal einen Proforma-Verlust je Aktie von 3 Cent ausgewiesen und damit Analystenerwartungen übertroffen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war es noch ein Gewinn von 37 Cent je Titel gewesen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss in Sunnyvale mit. Analysten waren im Durchschnitt von einem Verlust von 6 Cent je Aktie ausgegangen waren. Der Umsatz fiel den Angaben zufolge im Vergleichszeitraum von 1,188 Milliarden Dollar auf 902,073 Millionen Dollar. Analysten hatten einen Erlös von 901 Millionen Dollar erwartet.

Tokio schließt freundlich - Euro gestiegen

Tokios Börse schließt freundlich

Die Aktienbörse in Tokio hat am Donnerstag freundlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 32,02 Punkte oder 0,3 Prozent auf 11.575 Punkte zu. Der breit angelegte Topix verbesserte sich um 12,64 Punkte oder 1,2 Prozent auf 1078 Punkte zu.

Kurs des Euro steigt über 0,89 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag über die Marke von 0,89 Dollar gestiegen und erreichte damit das höchste Niveau seit Mitte Januar. Um 9.10 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8907 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8880 (Dienstag: 0,8803) Dollar festgesetzt.

Der verhaltene Konjunkturausblick von US-Notenbankchef Alan Greenspan, habe den Dollar belastet, sagten Händler. Zudem habe das Scheitern der Mission von US-Außenminister Colin Powell im Nahen Osten zu Dollar-Verkäufen geführt. Der Euro werde voraussichtlich in den nächsten Tagen gegenüber dem Dollar weiter an Wert gewinnen können, sagte ein Händler in Tokio. Er erwarte, dass der Euro-Kurs sich in der nächsten Woche in einer Bandbreite von 0,8850 bis 0,9000 Dollar bewegen werde.