Börse am Morgen: Richtungsloser Handel - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Richtungsloser Handel

Mit starken Kursschwankungen sind die Aktienmärkte in den Handel gestartet. BASF profitiert von einem Aktienrückkaufprogramm, die Zahlen von Schering kommen gut an, aber Infineon wird von schlechten Branchennachrichten belastet.
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Frankfurt am Main - In einem nervösen Börsenumfeld haben sich die deutschen Aktienmärkte im frühen Handel unentschlossen präsentiert. Der Dax schwankte deutlich, hielt sich dabei jedoch meist in der Verlustzone. Bis 9.30 Uhr gab der Leitindex um 0,2 Prozent auf 3513 Punkte nach.

Der MDax notierte nahezu unverändert auf 3340 Zählern. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 auf 524 Punkte, ein Minus von 1,4 Prozent.

"Die Anleger werden sich sehr zurückhalten, die Verunsicherung ist weiter groß", sagte ein Händler mit Blick auf die jüngsten Bilanzskandale in den USA.

Spannung versprechen am Nachmittag Nachrichten aus den USA. Dort werden vor Handelsbeginn die endgültigen Zahlen zum Verbrauchervertrauen für den Monat Juli bekannt gegeben. Sollte der Index der Universität Michigan enttäuschen, ist mit großen Abschlägen zu rechnen.

BASF startet Aktienrückkaufprogramm

BASF   profitierte von einem am Morgen bekannt gegebenen Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie führte mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 36,80 Euro die Gewinnerliste an. Das Unternehmen will für 500 Millionen Euro eigene Aktien erwerben. Beim aktuellen Kurswert von 36 Euro entspricht das rund 2,4 Prozent der Marktkapitalisierung.

Schering-Papiere   legten 1,2 Prozent auf 47,10 Euro zu. Der Berliner Pharmakonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf mehr als 2,5 Milliarden Euro gesteigert. Kursbereinigt ergab sich sogar ein Plus von neun Prozent. Dabei konnte Schering trotz der gegenwärtigen Dollar-Schwäche von einem wachsenden Geschäft in den USA profitieren. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 398 Millionen Euro.

Techwerte unter Druck

Wie erwartet führten die Technologiekonzerne die Verliererliste an. Infineon   hielt die rote Laterne, die Aktie rutschte um 3,6 Prozent auf 13,84 Euro. Der Chiphersteller wurde belastet von negativen Branchennachrichten aus den USA und Fernost. So warnte Taiwan Semiconductor vor einem schwachen Geschäftsverlauf in den kommenden Monaten.

Die Aktie des Mutterkonzerns Siemens   gab um zwei Prozent auf 46,69 Euro nach. Der Münchner Konzern wird nach Informationen der "FTD" sieben Gesellschaften aus verschiedenen Bereichen für rund 1,7 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) verkaufen.

Auch die in den vergangenen Handelstagen arg gebeutelten Finanztitel wie Deutsche Bank  , Commerzbank  , HypoVereinsbank  , Allianz   und Münchener Rück   notierten wieder etwas leichter.

Wall Street nach eintägiger Hausse wieder unter Druck

In New York standen am Donnerstag hauptsächlich die Technologiewerte unter Druck. Negative Nachrichten aus dem Chipsektor belasten die gesamte Branche. Während der Dow Jones seine Verluste auf ein Minus von 0,1 Prozent beschränken konnte und bei 8186 Punkten aus dem Handel ging, rauschte der Nasdaq um 3,9 Prozent auf 1240 Zähler nach unten. Das Börsenbarometer gab damit den enormen Vortagsgewinn von 4,98 Prozent wieder fast völlig ab.

Die Aktien von AOL Time Warner   sackten erneut stark ab und fielen um über 15 Prozent auf 9,64 Dollar. Der Medien- und Online-Riese steht wegen seiner Buchführung im Visier der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC.

Auch negative Konjunkturdaten belasteten den Handel. Der US-Auftragseingang für langlebige Güter wie Maschinen, Flugzeuge und Haushaltsgeräte ging im Juni um 3,8 Prozent zurück, während die Wirtschaftsweisen auf einen leichten Anstieg gehofft hatten. Dagegen läuft das Immobiliengeschäft in den Vereinigten Staaten wegen der niedrigen Zinsen weiter auf Hochtouren.

Gute Zahlen von Starbucks

Nach Börsenschluss gab es gute Nachrichten von Starbucks  . Die US-Kaffeehauskette hat mit ihrem Quartalsergebnis einmal mehr die Markterwartungen übertroffen. Für das dritte Geschäftsquartal wies das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss einen Gewinn von 0,14 Dollar pro Aktie aus - nach 0,12 Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten hatten mit 0,13 Dollar gerechnet.

Im laufenden Geschäftsjahr will Starbucks mindestens 1200 neue Filialen eröffnen und den Umsatz um 22 bis 24 Prozent steigern. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen erwartet das Unternehmen nun ein Gesamtjahresergebnis vor außerordentlichen Posten von 0,54 Dollar - am oberen Ende der bisher angegebenen Spanne von 0,53 bis 0,54 Dollar. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um über sechs Prozent zu. Vor Bekanntgabe der Zahlen war der Wert im regulären Handel um 5,3 Prozent auf 19,97 Dollar gefallen.

Tokio: Tiefster Stand seit Anfang Februar

Die japanische Börse in Tokio hat am Freitag wegen schwacher Vorgaben aus den USA deutlich schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte ging bei 9591 Punkten, einem Minus von 338,88 Punkten oder 3,4 Prozent, aus dem Handel. Es war der niedrigste Wert seit dem 7. Februar. Der breiter gefasste Topix fiel um 24,92 Punkte oder 2,6 Prozent auf 943,07 Punkte.

Euro knapp über der Dollar-Parität

Der Euro notierte am Morgen knapp über der Marke von einem Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete um 9.10 Uhr 1,0006 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 1,0014 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9986 Euro.

Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone laste auf dem Euro, nach dem das ifo-Geschäftsklima für Juli in Deutschland unter den Erwartungen der Volkswirte lag, sagten Händler. Auch in den USA hätten unterdessen unerwartet schwache Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Güter die Befürchtungen genährt, dass eine wirtschaftliche Erholung länger auf sich warten lassen könnte, sagte Thomas Benfer von der Bank of Montreal. Die Bestellungen der Industrie waren im Juni im Vergleich zum Mai um 3,8 Prozent gesunken.