Börse am Morgen Robuster Start
Frankfurt am Main - Der Dax startete am Freitag mit einem Plus von 0,7 Prozent und notierte bei 5329 Punkten. Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 1,2 Prozent auf 1060 Zähler zu. Der Dax war gestern an der Widerstandsmarke von 5352 Punkten abgeprallt, hält sich zum Wochenschluss aber noch über 5300 Punkten. Bleibt der Rückschlag in Grenzen, könnte in den kommenden Tagen ein neuer Anlauf Richtung 5352 folgen, sagten charttechnische Analysten.
"Nach den deutlichen Kursgewinnen ist es normal, dass die Märkte ein Pause einlegen", sagte ein Händler in Frankfurt. Die Stimmung sei angesichts der Konjunkturdaten nach wie vor gut. Nach Börsenschluss in den USA bestätigte der Netzwerkausrüster Sun Microsystems seine Umsatzprognose, während der weltgrößte Chiphersteller Intel seine Schätzung leicht nach unten korrigieren musste.
Zu den Gewinnern am Freitag Morgen zählten Degussa und MLP mit Gewinnen von jeweils 1,9 Prozent. Am Ende des Index notierten der Pharmakonzern Schering und der Sportartikelhersteller adidas , der gestern Zahlen vorgelegt hatte. Die Verluste blieben mit jeweils 1,1 Prozent jedoch im Rahmen.
Atempause bei Hightechs
Technologiewerte tendierten zum Auftakt knapp behauptet. Der Bauelemente-Hersteller Epcos legte sogar 0,9 Prozent zu und notiert weiterhin über 50 Euro. Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein haben die Aktie heraufgestuft. Die Aktie der Deutschen Telekom gab dagegen leicht nach. Im ersten Quartal 2002 werde die Telekom-Tochter VoiceStream in die schwarzen Zahlen kommen, sagte Kai-Uwe Ricke, Mobilfunkchef der Telekom, am Donnerstag in Bonn.
Die Aktien des Elektronik-Konzerns Siemens und des Softwareunternehmens SAP tendierten um den Vortagesschluss. Auch der Chiphersteller Infineon hielt sich trotz des verhaltenen Ausblicks von Intel zunächst auf Vortagesniveau.
Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hat nach Angaben des "Handelsblatt" die Chance auf eine kompletten Übernahme des Essener Gashändlers Ruhrgas. Die Ölmultis Shell und ExxonMobil wollten ihre Ruhrgas-Anteile verkaufen und statt dessen ein eigenes Gasgeschäft in Deutschland aufbauen, berichtet die Zeitung. Die Aktie stieg um 0,3 Prozent.
Auch BASF legte leicht zu. Beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF kommt am heutigen Freitag der Aufsichtsrat zu einer Sitzung zusammen. Am Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für den Februar veröffentlicht.
MDax: ProSiebenSAT1 mit Kurssprung
Die im MDax notierte Aktie von ProSiebenSat1 legte zum Auftakt zweistellig zu. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge haben US-Filmstudios Interesse an dem Kirch-Sender ProSiebenSat.1. Der Zeitung zufolge prüfen AOL Time Warner und Viacom offenbar ein Kaufangebot für den Kirch-Anteil von Pro Sieben Sat1 Media.
Neuer Markt: Ausblick drückt Aixtron
Am Sonntag, 10. März, feiert der Neue Markt seinen fünften Geburtstag. Champagnerlaune will sich nicht einstellen angesichts der beispiellosen Baisse, die dieses Marktsegment in den vergangenen zwei Jahren durchlitten hat. Von einem Höchststand von 9.694 Nemax-50-Punkten im März 2000 stürzte das Segment bis auf 641 Stellen im September 2001 ab. Mit den anziehenden Kursen an der Nasdaq hellt sich die Stimmung jedoch ein wenig auf: Am Donnerstag schloss der Nemax 50 bei 1048 Zählern und kletterte am Freitag um weitere 1,1 Prozent auf 1062 Punkte.
Zu den größten Gewinnern zählten Lambda Physik und Broadvision . Auch die Schwergewichte T-Online und Qiagen legten jeweils 1,5 Prozent zu.
Aixtron nach Ausblick schwach
Die Aktien der Aixtron gaben zum Auftakt dagegen knapp zehn Prozent nach. Die Geschäftszahlen waren keine große Überraschung, jedoch belastete der bescheidene Ausblick: Das Unternehmen erwartet für 2002 einen Rückgang des Überschusses um 14 Prozent auf 29 Millionen Euro.
Wall Street reduziert Verluste
Der Dow Jones konnte sein Minus im späten Handel auf 0,5 Prozent reduzieren. Die Nasdaq hatte bis 20 Uhr um 1,2 Prozent nachgegeben, erholte sich aber schließlich wieder auf ein Minus von 0,5 Prozent.
Sun Microsystems: Schwarze Zahlen noch in diesem Jahr
Der Halbleiterhersteller Intel erwartet für das erste Quartal Verkäufe zwischen 6,6 und 6,9 Milliarden Dollar. Bisher hat das selbst gesteckte Umsatzziel bei 6,4 bis 7,0 Milliarden Dollar gelegen, teilte Intel am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Bei der Bruttomarge peile Intel für das erste Quartal rund 51 Prozent an. Alle anderen Prognosen blieben unverändert, hieß es. Der Netzwerkausrüster Sun Microsystems stieg dagegen im nachbörslichen Handel leicht an: Sun will im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder schwarze Zahlen schreiben. Ob der Hardwarehersteller jedoch seine Ziele für das dritte Quartal erreichen werde, hänge von den Auftragseingängen im März ab.
Hohe Produktivität in USA
Von der Konjunkturseite gibt es Unterstützung: Die Arbeitsproduktivität in der US-Wirtschaft hat im vierten Quartal revidierten Zahlen zufolge so stark zugenommen wie letztmals im zweiten Quartal 2000. Mit der erhöhten Produktivität erwarten Börsianer auch niedrigere Stückkosten, die sich wiederum in höheren Unternehmensgewinnen auswirken.
Rallye in Tokio geht trotz schwacher Daten weiter
Nikkei trotz schwacher Konjunkturdaten sehr fest
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag ungeachtet schlechter Konjunkturdaten für die japanische Wirtschaft und einer deutlichen Festigung des Yen mit starken Gewinnen geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte kräftig um 237 Punkte oder 2,04 Prozent zu und ging mit 11.885,79 Punkten ins Wochenende. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer sogar erstmals seit August die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten wieder überwunden.
Daran änderte auch die Bekanntgabe der Regierung nichts, wonach die wirtschaftliche Leistung des Landes zwischen Oktober und Dezember um 1,2 Prozent und damit im dritten Quartal in Folge geschrumpft war.
Euro fester
Der Kurs des Euro ist am Freitag Morgen auf 0,8804 Dollar gestiegen, geriet bis 9.30 Uhr jedoch wieder unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag bei 0,8764 (Mittwoch: 0,8712) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1410 (1,1478) Euro.