Börse am Morgen Robuster Start
Frankfurt am Main - Der Dax kletterte nach schwachem Start zuletzt leicht ins Plus und legte 0,3 Prozent auf 3855 Punkte zu. Auch der Nemax 50 (plus 0,3 Prozent) zeigte sich nach einer halben Stunde Handel behauptet, obwohl die US-Börsen am Freitag im späten Handel ihre Verluste ausgebaut hatten. Für die Standhaftigkeit der deutschen Indizes am Morgen sorgten die deutlichen Gewinne in Tokio sowie die Hoffnung der Börsianer, die Weltbörsen würden nach kurzen Verschnaufpausen ihre mittelfristige Erholung fortsetzen.
Gewinner im Dax waren im frühen Handel RWE , Deutsche Bank , Allianz und BMW mit Gewinnen zwischen 0,5 und 1,3 Prozent. Dagegen gab der Einzelhandelskonzern Metro unter dem Eindruck schwacher Karstadt-Zahlen deutlich nach.
Wichtige Widerstandsmarken
Anleger bleiben gelassen. Trotz der deutlichen Verluste zum Wochenschluss haben die wichtigen US-Indizes auf Wochensicht zugelegt. Eine mittelfristige Erholung sei möglich, wenn auch immer mal wieder mit Gewinnmitnahmen wie am Freitag zu rechnen sei. Vor zu großem Optimismus warnen die Analysten von der Commerzbank. "Aktuell stoßen die großen Börsenindizes an wichtige Widerstandsmarken." Derzeit tendiere der Index in der Spanne zwischen 3650 und 3950 Zählern.
Telekom, BMW und BASF im Blickpunkt
Die Aktie der Deutschen Telekom hat seit der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen kräftig nachgegeben. Nun hoffen Anleger auf Erholung: Offenbar darf die Mobilfunksparte T-Mobile beim Aufbau des UMTS-Netzes in Deutschland mit dem Konkurrenten O2 zusammenarbeiten. Die EU-Kommission werde diesen Plänen zustimmen, berichtet die "FTD". Die Aktie notierte zum Wochenauftakt jedoch kaum verändert.
Gewinne verbuchten dagegen der Autokonzern BMW und der Chemiekonzern BASF . Beide Konzerne haben Chancen, in den Eurostoxx 50, den Index für die 50 bedeutendsten Unternehmen des Euro-Raumes, aufzusteigen. Die Entscheidung wird am Freitag fallen.
KarstadtQuelle mit Gewinneinbruch
Die Konsumflaute hat bei Deutschlands führendem Warenhausunternehmen KarstadtQuelle im ersten Halbjahr 2002 zu einem Gewinneinbruch geführt. Der Vorsteuerverlust fiel mit 348 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei hätten auch die Kosten beim Umbau des Konzerns eine Rolle gespielt, teilte der Konzern am Montag mit. Der Umsatz schrumpfte um 3,1 Prozent auf 7,36 Milliarden Euro. Die Aktie gab zum Handelsauftakt um mehr als vier Prozent nach und belastete auch den Dax-Konzern Metro deutlich.
Ifo-Index: Zum dritten Mal fallende Werte?
Ein möglicher Dämpfer könnte bereits zur Wochenmitte von konjunktureller Seite kommen. Am Mittwoch legen in München die Wirtschaftsforscher aus dem Ifo-Institut wieder das Ergebnis ihrer aktuellen Umfrage unter 7000 deutschen Unternehmen auf den Tisch. Die Experten von Deutscher Bank und Deka Bank erwarten, dass der ifo-Geschäftsklimaindex, also die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage, für August zum dritten Mal in Folge zurückgegangen ist.
Dabei, so gibt die Deutsche Bank zu bedenken, werden die Steueränderungen, die "zumindest temporär zu Belastungen bei deutschen Unternehmen führen können", noch nicht vollständig berücksichtigt. "Die Hochwasserkatastrophe hat die Konjunkturaussichten für Deutschland oder den Euroraum nicht verbessert", resümieren die Experten.
Abschätzung der Flutschäden
Am Donnerstag folgt das Dax-Schwergewicht Münchener Rück . Hier dürfte sich vor allem die Frage stellen, welche Belastungen die Hochwasserkatastrophe für den Konzern hinterlassen hat. Am gleichen Tag geht auch der Touristikkonzern TUI mit Zahlen an die Öffentlichkeit. Marktbeobachter hoffen, dass die Hannoveraner mehr Details zu ihrem Einstieg in das Billigflugsegment preis geben werden.
T-Online klettert weiter
Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 0,4 Prozent zu. Die Aktie von T-Online legte am Montag weiter zu, nachdem Europas größter Internetanbieter bereits am Freitag durch ein Leck auf der Homepage vorab seine Quartalszahlen gemeldet hatte. Die Aktie kletterte um 3,8 Prozent auf 9,38 Euro.
Wall Street: HP legt Zahlen vor
Wie sich die Stimmung in den USA verändert hat, werden die Märkte am Dienstag erfahren: Dann veröffentlicht die Universität in Michigan den Konsumklimaindex für August. Sollte der Index erneut fallen und unter einen Wert von 50 Punkten sinken, wäre dies ein Warnzeichen für eine erneute Abschwächung der Konjunktur. Börsianer sehen in diesem Fall erhebliche "Rückschlagsgefahren" für die Börsenindizes. Außerdem veröffentlicht der Computerbauer Hewlett Packard am Dienstag seine Geschäftszahlen.
Nikkei über 10.000 - Euro etwas schwächer
Die Aktienbörse in Tokio hat zum Wochenauftakt deutlich zugelegt. tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte überwand die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und ging mit einem Gewinn von 2,0 Prozent auf 10.067 Zähler aus dem Handel. Der Euro notierte zum Wochenbeginn etwas fester. Die Währung notierte am Morgen kaum verändert mit 0,9705 Dollar.