Börse am Morgen: Schwacher Handelstart - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Schwacher Handelstart

Im Sog negativer Vorgaben aus den USA haben die deutschen Aktienmärkte leichter eröffnet. Infineon präsentiert sich trotz einer Herabstufung des Rivalen Micron freundlich. EM.TV profitiert von einem neuen Rechtepaket.
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Frankfurt am Main - Der Dax gab in der ersten halben Handelsstunde rund 0,3 Prozent auf 5263 Punkte ab. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 0,4 Prozent auf 974 Zähler ab. Schwächer präsentierten sich auch die Nebenwerte im MDax, die durchschnittlich um 0,3 Prozent fielen und das Börsenbarometer auf 4415 Punkte drückten.

Der Handel wurde geprägt von den schwachen Vorgaben der Wall Street und der Krisensituation im Nahen Osten, die in den vergangenen Tagen den Ölpreis nach oben trieb. Wichtige Unternehmensnachrichten gab es kaum.

Impulse erhoffen sich Marktbeobachter von der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach Auffassung von Volkswirten wird die EZB auf ihrer heutigen turnusmäßigen Sitzung die Leitzinsen unverändert lassen. Vor allem der gestiegene deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex und der verbesserte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone hätten gezeigt, dass weitere Leitzinssenkungen unnötig seien, sagten Volkswirte. Ein solcher Schritt durch die EZB sei also unwahrscheinlich. Die Experten gehen zudem davon aus, dass die EZB länger als die anderen wichtigen Notenbanken mit einer Leitzinserhöhung warten wird.

Die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England hatten zwar auf ihren jüngsten Sitzungen die Leitzinsen unverändert gelassen. Die Fed hatte aber erstmals seit 15 Monaten ihre geldpolitische Ausrichtung auf "Neutral" korrigiert und Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung ausgelöst.

Trotz einer Herabstufung des Chipherstellers Micron Technology kletterte der Aktienkurs des Münchener Halbleiterunternehmens Infineon   um 0,7 Prozent auf 23,72 Euro. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die gebeutelten Technologiewerte sandte zuvor der weltgrößte PC-Hersteller Dell Computer aus: Das Unternehmen rechnet für das erste Quartal mit einem Umsatz, der sowohl über den eigenen Erwartungen als auch über denen der Analysten liegt.

Siemens   , Epcos   und SAP   notierten leicht schwächer.

Der Nutzfahrzeughersteller MAN   fordert nach einem Zeitungsbericht Schadensersatz von der kanadischen DaimlerChrysler-Tochter Western Star wegen des Kaufs des britischen LKW-Herstellers ERF. Die MAN-Aktie verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 27,60 Euro.

Die Titel von DaimlerChrysler   notierten nahezu unverändert. Der Autohersteller hat einem Zeitungsbericht zufolge seinen Umsatz im Januar und Februar um neun Prozent auf 23,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz der kriselnden US-Sparte Chrysler Group sei mit einem Zuwachs um 31 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro überproportional gestiegen, schreibt die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Deutlich unter Druck stand die Aktie der HypoVereinsbank   , die um 1,5 Prozent auf 40,74 Euro nachgab.

Am Neuen Markt führte die Aktie von EM.TV   mit einem Plus von über 25 Prozent auf 1,64 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Das Unternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, die exklusiven europäischen Merchandising-Rechte von der Fifa Marketing AG für den 2006 Fifa World Cup in Deutschland zu erwerben und für diese Veranstaltung exklusiver und weltweiter "Preferred Premium Supplier" der Fifa zu werden. Für EM.TV bedeute der Erwerb dieser Vermarktungsrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft einen Meilenstein in der Neuausrichtung des Unternehmens, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Comroad   standen bereits am Vortag unter Druck, nachdem über die Verhaftung des früheren Chefs Bodo Schnabel hinaus noch bekannt wurde, dass dem Telematik-Anbieter der Rauswurf aus dem Neuen Markt droht. Das Papier verlor in den ersten Handelsminuten zwei Prozent auf 0,98 Euro.

Verluste in New York - Euro etwas stärker

Wall Street schließt schwächer

Kursverluste bei Software-Unternehmen und die Verschärfung des Nahost-Konflikts setzten am Mittwoch die New Yorker Börse unter Druck. Der Dow Jones fiel um 1,1 Prozent auf 10.198 Zähler; die Nasdaq gab um 1,1 Prozent auf 1784 Punkte nach.

Nach Börsenschluss sagte Dell Computer, der Gewinn im letzten Berichtsquartal werde die Erwartungen erfüllen, und der Umsatz werde sogar leicht über den Prognosen liegen. Dell schlossen um 0,21 Punkt schwächer auf 26,78.

Der Preis für ein Barrel Öl fiel um 15 Cent auf 27,56 Dollar.

Nikkei leicht im Minus

Die Aktien an der Börse in Tokio sind am Donnerstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte schloss bei 11.379 Punkten und damit 0,2 Prozent niedriger als am Vortag. Dagegen legte der breit angelegte Topix um 0,7 Prozent auf 1091 Punkte zu.

Kurs des Euro etwas stärker

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag leicht gestiegen. Gegen 9 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8819 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8803 (Dienstag: 0,8786) Dollar festgesetzt. Für den weiteren Tagesverlauf seien keine großen Kursbewegungen zu erwarten, sagten Händler.