Börse am Morgen Schwacher Start
Frankfurt am Main - Gegen 9.40 Uhr notierten die deutschen Blue Chips 0,1 Prozent im Minus bei 5910 Punkten. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 um 1,1 Prozent auf 1476 Zähler. Die größten Nebenwerte im M-Dax zogen hingegen um 0,5 Prozent auf 4727 Punkte an.
Die Zuversicht an den Aktienmärkten auf eine Besserung in dieser Woche hält sich in Grenzen. Die Angst vor weiteren Gewinnwarnungen wird die Märkte belasten. Schwache US-Konjunkturdaten sowie Umsatz- und Gewinnwarnungen von amerikanischen Unternehmen wie Corning, Nortel Networks, JDS Juniphase und Mc Donalds haben in der vergangenen Woche die Börsen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht zuletzt kursierten Gerüchte, dass auch Microsoft und Cisco Systems ihre Prognosen reduzieren werden.
Die Angst vor weiteren Gewinnwarnungen der noch anstehenden neuen Berichtssaison in den USA wird auch in dieser Woche auf den Märkten lasten. Vielleicht kann ja wenigstens Oracle-Chef Larry Ellison heute nach US-Börsenschluss ein wenig die Stimmung mit passablen Geschäftszahlen für das vierte Quartal aufhellen.
Spekulationen um weitere Zinssenkung in den USA
Doch was haben die Optimisten zu sagen? Hier tröstet man sich, dass die US-Technologiebörse Nasdaq immerhin nicht unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten gefallen ist. Dabei hat der Index rund acht Prozent in der vergangenen Woche verloren - der stärkste Wochenverlust in diesem Jahr.
Man spekuliert auf eine weitere Zinssenkung in den USA Ende dieses Monats und hofft, dass zurückliegende Zinssenkungen sowie Steuererleichterungen endlich ihre konjunkturelle Wirkung entfalten könnten. Ja, selbst eine Sommerrallye will man nicht ausschließen, sollten denn die Zahlen für das zweite Quartal besser ausfallen als erwartet. Und in Deutschland verweisen Analysten mit Blick auf die Talfahrt des Dax auf den dreifachen Verfallstermin an den Terminmärkten am vergangenen Freitag.
Das alles klingt ein wenig wie das Pfeifen im dunklen Wald.
Charttechniker sehen Abwärtstrend
Denn nach dem Unterschreiten der 6000-Punkte-Marke zeigen beim Dax aus charttechnischer Sicht die Signale jedenfalls nach unten. Und die Pessimisten am Neuen Markt sehen den Nemax 50 schon bald wieder in der Nähe seiner Tiefstände bei 1250 Zählern.
Die Unternehmensmeldungen dieser Woche sind bislang dünn. Von der Lufthansa, die ihre Aktionäre am Mittwoch geladen hat, wird nicht viel Neues erwartet. Das Unternehmen hatte bereits in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung auf die höheren Kosten durch den Tarifabschluss reagiert. Auch die am gleichen Tag stattfindenen Hauptversammlung von Metro verspricht keine neuerlichen Überraschungen. Heute laden Kinowelt und Evotec zur Hauptversammlung. Der Brokat-Vorstand wird sich am Donnerstag den bohrenden Fragen der Aktionäre stellen müssen.
An der asiatische Leitbörse in Tokio ging es gegen 7.40 Uhr (MEZ) nach unten. Die Nikkei notierte rund 130 Punkte schwächer bei 12.657 Zählern.