Börse am Morgen: Schwacher Start - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Schwacher Start

Degussa und Fresenius Medical Care rutschen nach Gewinnwarnungen deutlich ab. Einziger Lichtblick im Dax sind die Papiere von VW. Der Autobauer hat die Erwartungen der Analysten übertroffen.
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Frankfurt am Main - Gewinnwarnungen und schwache Vorgaben der amerikanischen Börsen haben am Dienstag die Standardwerte unter Druck gesetzt. Der Dax rutschte bis 9.20 Uhr um 1,4 Prozent auf 4597 Zähler ab. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich 1,7 Prozent leichter bei 1057 Punkten.

Mit der einzigen positiven Überraschung wartete vor Handelsbeginn Volkswagen   auf. Der Konzern hat seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich stärker gesteigert als von Analysten erwartet und steuert ungeachtet der unsicheren Konjunktur auf ein weiteres Rekordergebnis zu.

Nach ersten Meldungen erhöhte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach alter HGB-Rechnung in diesem Zeitraum um 9,8 Prozent auf 988 Millionen Euro. Bei einem um 0,6 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro nur leicht gewachsenen Umsatz wuchs der Reingewinn den Angaben zufolge um 23,5 Prozent auf 621 Millionen Euro. Analysten hatten nur einen Überschuss nach HGB von 334 Millionen Euro erwartet hatten. Die Aktie kletterte zunächst um knapp ein halbes Prozent auf 42,50 Euro und führte damit den Dax an.

Der Medizintechnikkonzern Fresenius Medical Care   teilte am Morgen mit, sein Ergebnis nach Steuern in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,4 Prozent auf 180 Millionen US-Dollar gesteigert zu haben. Der Umsatz sei um 15 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar geklettert. Das Ergebnis pro Aktie (EPS) habe sich in diesem Zeitraum um sieben Prozent auf 1,86 Dollar erhöht.

Zugleich senkte FMC die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Wie das Unternehmen ad hoc weiter mitteilte, wird statt einem 20-prozentigen Plus nur noch ein Zuwachs im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich erwartet. Die Umsatzziel von plus 14 Prozent wurde indes bestätigt. FMC begründete die Prognoserevision mit Wertberichtigungen auf Forderungen, die auch das Neunmonatsergebnis beeinflusst hätten. Die Aktie verlor zu Handelsbeginn 2,70 Prozent auf knapp 80 Euro.

Auch der Spezialchemiekonzern Degussa   hatte vor Handelsbeginn eine Gewinnwarnung herausgegeben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde unter dem Vorjahreswert liegen. Überdies teilte das Unternehmen mit, 1000 weitere Arbeitsplätze streichen und sechs Betriebe schließen zu wollen. Auch die Investitionen sollen drastisch gekürzt werden. Die Aktie gab um 4,43 Prozent auf 26,75 Euro ab.

Am Neuen Markt wird es heute spannend. Das gilt insbesondere für die angeschlagene Metabox  , deren Aktionäre sich zur Hauptversammlung treffen. manager-magazin.de berichtet direkt vor Ort von der entscheidenden Sitzung. Die Aktionäre sollen unter anderem über eine rettende Kapitalerhöhung für das Multimedia-Unternehmen entscheiden. Sollten die Aktionäre nicht zustimmen, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Mit Spannung wird erwartet, ob der Vorstand die dringend benötigten sieben Millionen Mark rechtzeitig auftreiben konnte. Beobachter rechnen mit einer turbulenten Veranstaltung.

Die im Nemax 50 notierte SAP Systems Integration   (SAP SI) hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres trotz schwierigen Marktumfelds Umsatz und Gewinn erhöht. Wie das Unternehmen am Dienstag in Dresden mitteilte, wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte auf 194 Millionen Euro (379 Millionen Mark) gesteigert. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen stieg von Januar bis September um 69 Prozent auf 28,2 Millionen Euro. Damit wurde eine Profitrate von 14,5 Prozent erreicht. Die Aktie zog um 4,57 Prozent auf rund 19 Euro an und zählte damit zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50.

Angst vor Konjunkturdaten lähmt US-Märkte

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Montag deutlich im Minus geschlossen und werden heute den gesamten Handelstag in Deutschland beeinflussen. Die Kurskorrektur an den US-Börsen darf indes nicht überraschen: Nach dem mittlerweile fünf Wochen andauernden Anstieg, der lediglich von kurzen Konsolidierungsphasen unterbrochen war, haben die Anleger in Erwartung schwacher US-Konjunkturdaten in dieser Woche bei vielen Aktien die Kursgewinne mitgenommen. Der Dow Jones schloss 2,9 Prozent leichter auf 9269 Punkte. Der Nasdaq Composite beendete den Handel ebenfalls auf Tagestief bei 1699 Zählern: ein Minus von 3,9 Prozent.

Den Markt beschleiche die Angst, dass die Talfahrt der US-Wirtschaft länger andauern könnte als erwartet, hieß es in New York. Von den US-Konjunkturdaten in dieser Woche erwarten die Anleger wenig Gutes. Die Daten für das Verbrauchervertrauen im Monat Oktober stehen heute gegen 16 Uhr (MEZ) zur Veröffentlichung an. Am Mittwoch folgt der Chicago Einkaufsmanagerindex (Oktober). Die Zahlen zu den Konsumausgaben und persönlichen Einkommen für den September werden am Donnerstag veröffentlicht. Am Freitag dann folgen die Arbeitsmarktdaten für Oktober und die Auftragseingänge der Industrie für den Monat September.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss leichter. Der Nikkei gab 0,9 Prozent auf oder knapp 100 Zähler auf 10.512 Punkte ab.