Börse am Morgen Siemens rutscht zurück
Frankfurt am Main -Der Dax hat in der ersten halben Handelsstunde 0,5 Prozent auf 6147 Punkte gewonnen. Die Wachstumswerte im Nemax-50 stiegen um durchschnittlich vier Prozent und hoben den Index auf 1781 Zähler. Der M-Dax kletterte um 0,4 Prozent auf 4568 Punkte.
In Frankfurt tagt heute die Europäischen Zentralbank und berät über eine mögliche Zinssenkung. Marktbeobachter rechnen unterdessen nicht mit einer Lockerung der Zinsschraube. Die jüngsten Konjunkturdaten deuten weiter auf eine hohe Teuerungsrate hin. So sind die Erzeugerpreise in Deutschland im März trotz nachlassender preistreibender Wirkung der Mineralölerzeugnisse stärker als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nannte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag eine Zunahme von 4,9 Prozent nach 4,7 Prozent im Februar. Dies ist der stärkste Preisanstieg seit Juli 1982.
Der hohe Anstieg "gibt jeder Zinssenkungshoffnung am Donnerstag den Rest", sagten Händler an der Frankfurter Börse in einer ersten Einschätzung der Daten. Sowohl im Vorjahres- wie auch Vormonatsvergleich seien "die meisten Marktschätzungen deutlich übertroffen worden".
Schwache Zahlen bei Siemens
Siemens hat am Morgen die Verliererliste im Dax angeführt. Der Elektronikkonzern hatte am Morgen die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2000/20001 bekannt gegeben. Der Gewinnrückgang fiel stärker aus, als von Analysten erwartet, der Umsatz lag aber knapp über den durchschnittlichen Prognosen. Der vergleichbare Konzerngewinn nach Steuern inklusive Infineon sei in dem Zeitraum um elf Prozent auf 578 Millionen Euro gesunken, teilte der Konzern mit. Der Umsatz sei indes um acht Prozent auf 20,6 Milliarden und der Auftragseingang um zwölf Prozent auf 23,0 Milliarden Euro gestiegen, hieß es weiter. Händler gaben sich unterdessen enttäuscht von dem verhaltenen Ausblick. Siemens wollte keine konkreten Äußerungen zu den weiteren Geschäftsaussichten machen.
Während die Siemens-Tochter Epcos ebenfalls leicht verlor, hat Infineon im frühen Handel die Spitze der Gewinnerliste übernommen. Die Aktie kletterte um 2,7 Prozent und wurde mit 46,55 Euro gehandelt.
Bereits vor Börseneröffnung hat BASF seine Quartalszahlen vorgelegt. Der Chemie-Konzern erwartet für das zweite Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg. Die Aussichten für das Jahr 2001 seien gut, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube vor Beginn der Hauptversammlung. In den ersten drei Monaten 2001 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9,7 Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um mehr als vier Prozent auf 962 Millionen Euro. Seit dem Jahresende 2000 verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um fast 11.000 auf nunmehr rund 92.000. Der größte Anteil des Rückgangs entfällt auf den Verkauf des Pharmageschäfts. Damit wurden die Erwartungen des Marktes zwar nur knapp erfüllt, die Aktie präsentierte sich dennoch mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent auf 48,55 Euro.
Die Deutsche Telekom hat sich trotz der juristischen Schlappe am Vortag behaupten können. Der Ex-Monopolist darf seinen Konkurrenten beim Zugriff auf die "letzte Meile" nicht die Bedingungen diktieren, hieß es in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Die US-Regierung hingegen hat der von der Deutschen Telekom geplanten Übernahme des amerikanischen Kommunikationsunternehmens VoiceStream Wireless zugestimmt. Die T-Aktie legte im frühen Handel 1,3 Prozent auf 26,15 Euro zu.
Tokios Börse legt zu
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Schluss ein Plus von 145,53 Punkten oder 1,1 Prozent und ging beim Stand von 13.973 Zählern aus dem Markt. In der letzten Handelsstunde hatte das Börsenbarometer jedoch deutlich nachgegeben, nachdem es zuvor über die Marke von 14.000 Punkte geklettert war.
Aus Enttäuschung über Medienberichte, wonach der bereits 79-jährige frühere Regierungssprecher Masajuro Shiokawa Japans neuer Finanzminister werden soll, sackte auch der Yen zum Dollar ab. Um 15.00 Uhr Ortszeit notierte die US-Währung mit 122,46-49 Yen, nachdem sie am Vortag noch 122,18-21 Yen gekostet hatte. Am Donnerstag war der Reformer Junichiro Koizumi Japans neuer Regierungschef geworden.
Überraschend gute Konjunkturaussichten in den USA beflügelten den Dow Jones und die Nasdaq am Mittwoch. Zum Börsenschluss gab es noch eine kleine Minirallye, die den Blue-Chip-Index um 1,55 Prozent auf einen Stand von 10.625 Punkten hob. Die Technologiebörse gewann 2,14 Prozent auf 2060 Zähler.