Börse am Morgen: Siemens-Töchter knicken ein - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Siemens-Töchter knicken ein

Die deutschen Aktienmärkte sind mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Schlechte Unternehmensnachrichten aus den USA lösten die Talfahrt aus. Der Euro stieg deutlich über die Marke von 0,95 Dollar.
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Frankfurt am Main - Der Dax stürzte im frühen Handel ab und fiel bis 9.40 Uhr auf 4324 Punkte, ein Minus von 2,5 Prozent. Noch deutlicher verlor der Neue Markt: Der Nemax 50 rutschte um 3,6 Prozent auf 657 Zähler.

Händler verwiesen auf negative Meldungen aus den USA: Der Chipproduzent Advanced Micro Devices (AMD)   und der Computerkonzern Apple   hatten am Vorabend ihre Geschäftsprognosen für das laufende Quartal gesenkt. Der Softwarehersteller Oracle   erwartet zudem für das laufende Quartal einen Rückgang beim Gewinn. Darunter litten im Dax vor allem die Technologiewerte.

Größter Verlierer war die Aktie von Infineon   (minus 6,5 Prozent auf 15,71 Euro), gefolgt von Epcos   (minus 6,4 Prozent auf 33,01 Euro) und Siemens   (minus vier Prozent auf 58,71 Euro). Auch SAP   und Deutsche Telekom   notierten deutlich schwächer.

Nur ein Dax-Wert stemmte sich gegen den negativen Trend: Die Aktie der Lufthansa   notierte unverändert zum Vortagesschlusstand auf 14,05 Euro. Die Fluggesellschaft wird nach Ansicht von Analysten auf ihrer Hauptversammlung an diesem Mittwoch Hinweise auf schwarze Zahlen im laufenden Geschäftsjahr liefern. Trotz weiterhin sinkender Passagierzahlen sehen die von dpa-AFX befragten Experten die Fluggesellschaft 2002 wieder in der Gewinnzone: Zwischen 0,04 und 0,23 Cent je Aktie soll der Gewinn den Prognosen zufolge betragen.

Aktien der Deutschen Post   verloren 2,7 Prozent auf 13,24 Euro. Der Bonner Konzern soll an diesem Mittwoch von der EU-Kommission zur Beihilfen-Rückzahlung von 572 Millionen Euro verpflichtet werden. Brüssel wirft der Post vor, sie habe früher ihre Paketsparte mit Einnahmen aus dem Briefgeschäft subventioniert. Das Briefgeschäft ist teilweise durch ein Monopol geschützt. Die Post hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Schwache Unternehmensmeldungen an der Wall Street

An der Wall Street ging der Dow Jones rund 0,2 Prozent fester auf 9706 Zählern aus dem Handel. Die Nasdaq gab um 0,7 Prozent auf 1542 Punkte nach.

Erst nach Börsenschluss hat der Chipproduzent AMD seine Gewinn- und Umsatzprognose für das zweite Quartal verringert. Wegen der schwachen Entwicklung im Markt für Personal Computer, besonders in Nordamerika und Europa, erwarte das Unternehmen im laufenden Quartal nur einen Umsatz von 620 bis 700 Millionen Dollar, teilte der US-Konzern mit.

Auch Apple hat wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche bei Verbrauchern und Unternehmen seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal gesenkt. Der Computerbauer erwartet jetzt für das dritte Vierteljahr bis Ende Juni einen Gewinn je Aktie (verwässert) von acht bis zehn Cent, verglichen mit früheren Prognosen von elf Cent oder höher.

Der weltweit zweitgrößte US-Softwarehersteller Oracle   hat im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal weniger verdient als im Vorjahreszeitraum, aber dennoch damit die Erwartungen der Analysten getroffen. Schwach fiel allerdings der Ausblick aus. Für das laufende erste Quartal wird Oracle unter den Analystenerwartungen bleiben.

Deutliche Verluste in Tokio

Mit Kursverlusten sind die japanischen Aktien am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmer machten dafür die schwachen Prognosen von Oracle, AMD und Apple, die anhaltende Schwäche der amerikanischen Aktienmärkte und die Enttäuschung über die Reformen der Regierung in Tokio verantwortlich.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor zum Börsenschluss 363,75 Zähler oder 3,4 Prozent auf 10.476 Punkte. Der breit angelegte Topix gab 29,18 Punkte oder 2,8 Prozent auf 1012 Zähler nach.

Technologiewerte gehörten nach den enttäuschenden Prognosen der amerikanischen Konkurrenz zu den größten Verlierern. Kyocera verloren 510 auf 8200 Yen, TDK 360 auf 5670 Yen und Nikon 78 auf 1316 Yen. Die Papiere von Chipherstellern schlossen ebenfalls im Minus. NEC verbilligten sich um 37 auf 838 Yen, Hitachi um 49 auf 762 Yen und Mitsubishi Electric um 24 auf 535 Yen.

Euro behauptet sich deutlich über 0,95 Dollar

Der Euro präsentierte sich im frühen Handel sehr stark. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 9.15 Uhr 0,9542 Dollar. Bereits im späten Handel am Dienstag hatte der Euro bis auf 0,9523 Dollar zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch bei 0,9484 Dollar festgelegt. Ein Dollar kostete damit 1,0544 Euro.

Der Euro profitiere von der Unsicherheit an den Aktienmärkten in den USA, sagten Händler in Tokio. Die europäische Währung dürfte im Verhältnis zum Dollar so lange weiter zulegen, bis die Zweifel an der Bilanzierungspraxis in den USA und die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung ausgeräumt seien, sagte Devisen-Experte Takashi Fujieda bei der Mizuho Asset Trust Bank.