Börse am Morgen: T-Aktie auf Tauchfahrt - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen T-Aktie auf Tauchfahrt

Der Kursverfall bei Bayer und der T-Aktie setzt sich ungebremst fort. Auf den Dax drücken ebenso deutliche Verluste der Technologiewerte. Trotz schwacher Zahlen springen die Titel der Commerzbank an die Spitze des Dax.
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Hamburg - Nach schlechten Vorgaben der Wall Street setzte sich die Talfahrt an den deutschen Aktienmärkten am Donnerstag fort. Dabei drückten erneut starke Kursverluste bei Bayer und der T-Aktie die Stimmung. Auch Technologiewerte zeigten sich deutlich schwächer. Der Dax verlor bis 9.40 Uhr 0,80 Prozent auf 5571 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rutschten um 2,4 Prozent auf 1128 Zähler ab.

Die Aktien von Bayer gingen erneut auf Tauchstation. Nach Verlusten von mehr als 17 Prozent am Vortag gab das Papier am Morgen weitere drei Prozent auf 36,25 Euro ab. Der Chemie und Pharmakonzern hat im zweiten Quartal einen deutlicheren Gewinnrückgang als von Analysten erwartet ausgewiesen. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft sei auf 508 Millionen Euro von 920 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gesunken, teilte Bayer mit. Der Konzern bekräftigte zudem seine Aussage vom Vortag, wonach das Ergebnis aufgrund des Rückrufs des Cholesterinsenkers Lipobay/Baycol und der allgemeinen Konjunkturschwäche im Gesamtjahr deutlich unter den bisherigen Prognosen liegen werde.

Die T-Aktie rutschte nach Verlusten von mehr als neun Prozent am Vortag zu Handelsbeginn um weitere 3,53 Prozent auf 20,50 Euro ab. Die Verkäufe von Großinvestoren sowie ehemaligen Voicestream-Aktionären setzen sich damit fort. Auch Technologiewerte gehörten zu den größten Verlierern. Epcos, Infineon und SAP verloren zwischen zwei und 2,50 Prozent.

Die Commerzbank gewann trotz schlechter Geschäftszahlen 1,72 Prozent auf 26,61 Euro. Der Gewinn der Commerzbank brach im ersten Halbjahr 2001 auf 262 Millionen Euro ein, ein Rückgang um rund 76 Prozent. Im Vorjahr hatte er bei 1,095 Milliarden Euro gelegen. Im ersten Halbjahr 2000 hatte die Commerzbank allerdings hohe Sondererlöse durch den Börsengang der Online-Tochter Comdirect. Mit einem Einstellungsstopp und Kürzungen bei IT-Projekten will das Institut nun im laufenden Jahr noch 240 Millionen Euro einsparen. Letzteres scheint die Investoren zu überzeugen.

Bereits nach Börsenschluss am Mittwoch hatte das Schwergewicht im Nemax 50, Aixtron, seine Halbjahreszahlen vorgelegt, und die sahen gut aus. So wurde der Gewinn nach Steuern um 112 Prozent auf 16,5 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz stieg um 79 Prozent auf 118,7 Millionen Euro. Die Aktie gab in einem äußerst schwachen Marktumfeld zuletzt 1,22 Prozent auf 26 Euro nach und gehörte damit noch zu den besten Titeln im Nemax 50.

MobilCom hat im ersten Halbjahr 2001 ein Umsatzplus von 33 Prozent verbucht. Der Umsatz stieg von 1,05 Milliarden Euro (2,05 Milliarden Mark) im 1. Halbjahr 2000 auf 1,4 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im operativen Geschäft sei das Halbjahres-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 18,3 Millionen Euro positiv. Mit UMTS-Anlaufkosten betrug es dagegen minus 31,12 Millionen Euro (1. Halbjahr 2000: 65,17 Millionen Euro). Die Aktie setzten sich mit einem kleinen Plus von 0,20 Prozent auf 15,33 Euro an die Spitze des Nemax 50.

Schlechte Nachrichten aus den USA

Die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der amerikanischen Konjunktur sind geschwunden. Dies verdeutlicht das von der US-Notenbank nach Börsenschluss in Deutschland vorgelegte "Beige Book". Demnach breitete sich die Konjunkturschwäche im industriellen Sektor im Juni und Juli auf andere Wirtschaftsbereiche aus. Selbst die Einzelhandelsumsätze blieben hinter den Erwartungen zurück: Der privaten Konsumausgaben hatten bis dahin gegen den Trend zugelegt.

Die Wall Street zeigte sich von den nicht allerdings nicht ganz neuen Daten enttäuscht. Der Dow Jones schloss 1,6 Prozent schwächer auf 10.293 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq rutschte um drei Prozent in den Keller auf 1966 Zähler. Diese Abwärtsbewegung werden die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag vermutlich zunächst erst nachzeichnen. Trotz der deutlichen Verluste am Vortag ist also mit einem schwächeren Auftakt zu rechnen.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat 3,4 Prozent schwächer geschlossen. Der Nikkei fiel auf 11.754 Zähler und rutschte damit unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten.