Börse am Morgen: T-Aktie erholt sich - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen T-Aktie erholt sich

Nach einem unentschlossenen Auftakt hat der Dax seine Richtung gefunden. Und die zeigt eindeutig nach oben. Die T-Aktie befindet sich auf Erholungskurs. Infineon trotzt dem nachgebenden Trend bei Technologiewerten und rückt in die Dax-Spitze vor.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte waren am Montag zunächst wenig verändert in den Tag gestartet. Dann allerdings ging es bergauf. Der Dax kletterte bis 9.30 Uhr auf 4272 Zähler: ein Plus von 1,2 Prozent. Der Nemax 50 machte 0,7 Prozent wett auf 624 Punkte.

Die Aktie der Deutsche Telekom   setzte sich zunächst an die Spitze der Gewinnerliste und gewann 2,87 Prozent auf 9,31 Euro hinzu. Am Freitag war das Papier erstmals unter die Marke von neun Euro gerutscht und hatte bei 8,93 Euro ein Allzeittief markiert.

Autowerte hatten am Freitag zu den größten Verlierern gezählt, konnten aber zu Handelsbeginn am Montag kaum punkten. BMW   notierten leicht im Plus, Volkswagen   und DaimlerChrysler zeigten sich kaum verändert.

Der Touristik-Konzern Preussag hat am Wochenende Presseberichte nicht bestätigen wollen, denen zufolge die Tochter TUI gemeinsam mit der Fluggesellschaft Germania eine Billig-Airline gründen will. Preussag habe sich derzeit noch nicht entschieden, ob der Konzern überhaupt in diesen Markt einsteigen wolle, sagte ein Preussag-Sprecher. Sollte sich das Unternehmen aber dafür entscheiden, sei es noch nicht sicher, ob Preussag unabhängig oder mit einem Partner zusammenarbeiten werde. Der Konzern bestätigte allerdings einen Bericht des "Focus", demzufolge Preussag am chinesischen Pauschalreisemarkt interessiert sei. "Es gibt Gespräche", sagte Sprecher Frank Laurich. Die Aktie kletterte zu Handelsbeginn um rund zwei Prozent auf 25,25 Euro.

Papiere der Lufthansa, die mit einer weiteren Billigfluglinie in Bedrängnis geraten könnte, rutschten zunächst um 0,30 Prozent auf 14,10 Euro ab.

Bayer   rutschten um 1,30 Prozent ab und waren damit zunächst schwächster Wert im Dax. Der Konzern will sich von Unternehmensteilen trennen und dabei bis zu vier Milliarden Euro einnehmen, hieß es in Presseberichten am Wochenende. Anfang Juli werde Bayer in vier weitgehend selbstständige Einheiten aufgeteilt. Das sei der radikalste Umbau in der Geschichte Bayers, meinte Vorstandschef Werner Wenning.

Die von der EU-Kommission angeordnete Beihilfe-Rückzahlung der Deutschen Post   an den Bund in Höhe von 572 Millionen Euro wird Postchef Klaus Zumwinkel zufolge nicht zu einer Senkung des Briefportos führen. Ein zu hohes Briefporto in Deutschland könne nicht der Grund die Beihilfe-Entscheidung gewesen sein, sagte Zumwinkel der "Welt am Sonntag". Die "Aktie Gelb" notierte kurz nach Handelsauftakt rund ein halbes Prozent fester aufn 13 Euro. Am Freitag hatte das Papier rund vier Prozent nachgegeben.

Für Gesprächsstoff sorgte am Wochenende der Münchner Halbleiterhersteller Infineon   . Das Unternehmen will bis zur Marktreife 2004 oder 2005 fertige Lösungen zur Herstellung von UMTS-Handys entwickelt haben. Das sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Schumacher in einem Interview mit dem "Focus". Die Aktie rückte um 1,83 Prozent auf 15,54 Euro vor. Siemens   und Epcos   dagegen rutschten jeweils um rund ein halbes Prozent ab.

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns Degussa   eröffnete den Handelstag mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 36,18 Euro. Die Ruhrkohle AG bietet den Degussa-Aktionären 38 Euro je Aktie, die Angebotsfrist läuft bis zum 23. Juli. Am Freitag war Degussa mit 35,90 Euro aus dem Handel gegangen.

Der angeschlagene Oberhausener Anlagenbauer Babcock Borsig   soll nach einem Pressebericht statt der angekündigten 200 Millionen Euro doppelt so viel Geld benötigen. Die zusätzlichen 200 Millionen Euro sollen aus dem Verkauf von Beteiligungen beigesteuert werden, berichtet das Magazin "Focus". Ein Babcock-Sprecher bezeichnete den Bericht als spekulativ und wollte ihn aus diesem Grund nicht kommentieren. Babcock hatte am Freitag einen kurzfristigen Finanzbedarf von 200 Millionen Euro angemeldet, da man andernfalls die Juni-Gehälter nicht zahlen könne. Die Aktie hatte daraufhin nahezu die Hälfte ihres Wertes verloren.

Schwache Vorgaben aus den USA

Nach Handelsschluss rutschten die US-Indizes noch weiter ab und schlossen im tiefroten Bereich. Der Dow Jones ging mit Verlusten von 1,9 Prozent auf 9253 Zählern aus dem Handel. Der Index der US-Technologiebörse, der Nasdaq Composite rutschte um 1,6 Prozent auf 1440 Punkte ab. Der Nasdaq 100 ist in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Januar 1998 gefallen.

Zwar verwiesen Marktbeobachter darauf, dass sich der Dax trotz des dreifachen Verfalls an der Terminbörse Eurex noch vergleichsweise gut gehalten habe. Doch das Misstrauen in eine Erholung der Konjunktur, Sorgen um die Entwicklung der Unternehmensgewinne und neue Terrordrohungen belasteten weiter die Stimmung. Zudem seien die Aktienindizes charttechnisch angeschlagen. Sollte der Dax die Marke von 4200 Punkten nicht nachhaltig verteidigen können, sei ein Rückschlag auf bis zu 3800 Punkte zu befürchten, heißt es.

Folgt das dritte schwache Jahr der Wall Street?

Mittlerweile schließen amerikanische Analysten nicht aus, dass erstmals seit 1941 die großen Marktindizes zum dritten Mal in Folge ein Jahr mit Verlusten abschließen, könnten. Sollten die Signale für eine Konjunkturerholung nicht eindeutiger werden und sich der Dollar weiter abschwächen, sei sogar ein viertes Verlustjahr denkbar. Ob sich die deutschen Aktienmärkte von so einer Entwicklung abkoppeln können, bleibt zweifelhaft.

"Für ein drittes schwaches Jahr sprechen die ungleichmäßige Konjunkturentwicklung und die materiell nicht verbesserten Unternehmensgewinne", sagte Joseph Battipaglia, Chefinvestment-Officer bei Ryan, Beck & Co. Bilanztrickser verblüfften immer noch die Investoren, und die Gefahr eines Terroranschlags über die israelisch-palästinensische Konfrontation hinaus sei gegeben. Sollte die US-Regierung dazu noch ihre Ausgaben nicht begrenzen, könne sich die Börse in 2003 auf ein weiteres schwaches Jahr einstellen. "Wir brauchen Budget-Disziplin", sagte Battipaglia, der sich Anfang der neunziger Jahre als Börsenoptimist präsentiert hatte. Er sehe zwar Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur und des Marktes, aber derzeit sei ein Kampf zwischen "Bullen" und "Bären" im Gang.