Börse am Morgen T-Aktie im Aufwind
Hamburg - Die deutschen Aktienmärkte haben nach einer vorbörslichen Flut an Zahlen freundlich eröffnet. Der Dax kletterte bis 9.35 Uhr um 1,5 Punkte auf 5534 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich 1,7 Prozent fester auf 1150 Punkte.
Für Bewegung sorgten zunächst nicht die Konzerne, die heute morgen ihre Geschäftszahlen vorgelegt hatten. Im Mittelpunktstand zunächst die T-Aktie, die um 3,77 Prozent auf 19,82 Euro zulegte. Der Wert wurde von dem Investmenthaus Goldman Sachs in seine Empfehlungsliste aufgenommen. Händler begründeten die Kursaufschläge allerdings auch mit einer technischen Gegenreaktion auf die horrenden Verluste der vergangenen Tage.
Christian Glowig, Aktienhändler von der SEB-Bank bezeichnete dieses Kursziel als "ziemlich ambitioniert". Er erwartet, dass sich eine Bodenbildung über einen längeren Zeitraum hinziehen wird, bis sich das charttechnische Bild verbessert. Der Titel sei in den letzten Tagen stark überverkauft gewesen. Die Kursgewinne vom Dienstag stellten eine kurzfristige Gegenbewegung dar, meinte der Händler.
Zu den Gewinnern zählten ebenso Technologiewerte wie Infineon, Siemens, SAP und Epcos die zwischen 2,36 Prozent und 1,20 Prozent zulegten. Techwerte profitierten weiter von einer Heraufstufung des Halbleitersektors ebenfalls durch Goldman Sachs am Vortag.
Der Finanzdienstleister MLP hat im ersten Halbjahr 2001 das Konzernergebnis vor Steuern um 32,5 Prozent auf 53,8 Millionen Euro gesteigert. Die Zahlen zeigten, dass MLP gegenüber äußeren Einflüssen weitestgehend resistent sei, hieß es in der Mitteilung. MLP bekräftigte frühere Angaben, nach denen das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte mit einem Gewinnwachstum von 30 Prozent erwartet. Die Aktie tendierte zu Handelsbeginn mit 0,38 Prozent auf 91,40 Euro im Plus.
Die Allianz hat im ersten Halbjahr 2001 einen Gewinnrückgang um fast acht Prozent verzeichnet und damit ein Ergebnis am unteren Rand der Analystenerwartungen erzielt. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter habe in den ersten sechs Monaten bei 1,4 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum gelegen, teilte Europas größter Versicherer, seit Ende Juli die Muttergesellschaft der Dresdner Bank, am Dienstag mit. Die Dresdner Bank steigerte im ersten Halbjahr ihren Gewinn nach Steuern wegen einer niedrigen Steuerbelastung. Die Aktie legte zunächst 0,64 Prozent auf 323 Euro zu.
Der Spezialchemiekonzern Degussa ebenfalls Halbjahreszahlen vorgelegt. Der Gewinn vor Steuern (Ebit) ist in den ersten sechs Monaten um vier Prozent auf 484 Millionen Euro gesunken. Wie Degussa weiter mitteilte, sei der Reingewinn im ersten Halbjahr dagegen um vier Prozent auf 138 Millionen Euro gestiegen. Der Konzern rechne weiter mit einem verbesserten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie mit einem auf Vorjahreshöhe liegenden Betriebsergebnis. Die Aktie steigerte sich zunächst um 1,85 Prozent auf 30,20 Euro und gehörte damit zu den .
Der Chemie- und Konsumgüterhersteller Henkel hat im ersten Halbjahr 2001 sein Ebit auf 463 Millionen Euro nach 462 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum leicht gesteigert. Für das Gesamtjahr erwarte Henkel bei einer "guten Umsatzsteigerung" ein betriebliches Ergebnis, einen Jahresüberschuss und ein Ergebnis je Aktie etwa auf Niveau des Vorjahres oder ein leichtes Plus, hieß es. Die Aktie zeigte sich unverändert auf 73,25 Euro.
Geschäftszahlen gab es auch am Neuen Markt. Das Ergebnis des Discount-Brokers Consors ist im ersten Halbjahr 2001 vom Marktumfeld belastet worden. Die Zahl der Depots habe sich dennoch brutto um 48.500 und netto um 23.500 auf fast 550.000 erhöht, teilte das Unternehmen am Dienstag ad hoc mit. Im zweiten Quartal sei das verwaltete Kundenvermögen um vier Prozent auf 8,5 Milliarden Euro gestiegen, nachdem das Depot- und Einlagevolumen im ersten Quartal um elf Prozent gegenüber Ende 2000 auf 8,2 Milliarden Euro gesunken war. Erfreulich habe sich im zweiten Quartal das Fondsvolumen mit einer 15-prozentigen Steigerung auf 1,0 Milliarden Euro entwickelt. Die Aktie entwickelte sich zu Handelsbeginn 0,34 Prozent schwächer auf 14,70 Euro.
Wall Street wartet auf Konjunkturzahlen
Die Vorgaben für den Handel am Dienstag, der durch vier Halbjahresberichte von Dax-Konzernen gekennzeichnet sein wird, sehen gut aus.
Die US-Technlogiebörse Nasdaq hatte nach Handelsschluss in Deutschland noch deutlich zugelegt und mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 1982 Zähler geschlossen. Der Dow Jones hingegen zeigte sich unverändert bei 10.415 Punkte. Allerdings bemängelten Händler den vergleichsweise geringen Umsatz von 840 Millionen Aktien an der Wall Street. In der Regel seien es an einem vergleichbaren Handelstag bis zu 300 Millionen Titel mehr. Händler begründeten die Zurückhaltung damit, dass Anleger offenbar schlechtere Einzelhandelsumsätze für den Monat Juli erwarten, die von den Märkten als ein weiterer Hinweis auf eine drohende Rezession mit fallenden Aktienkursen beantwortet werden könnten.