Börse am Morgen: T-Aktie trudelt schon wieder - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen T-Aktie trudelt schon wieder

Die Märkte präsentieren sich schwach, vor den Zahlen von Nokia tendieren Technologiewerte leichter. Die T-Aktie gibt nach und nähert sich der Marke von zehn Euro.
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Frankfurt am Main - Nach uneinheitlichen Vorgaben der Wall Street haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag zu Handelsbeginn leichter notiert. Der Dax fiel bis 9.30 Uhr um 0,5 Prozent auf 4568 Zähler ab. Die Wachstumswerte am Neuen Markt notierten im Nemax 50 um 1,4 Prozent leichter auf 723 Zähler. Anleger hielten sich vor dem mit Spannung erwarteten Zwischenbericht des weltgrößten Handyherstellers Nokia   zurück, sagten Marktbeobachter. In Frankfurt gab die Aktie zu Handelsbeginn rund 2,30 Prozent auf 12,92 Euro ab. Das Papier hat seit April etwa die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Mit mageren Kurszuwächsen von jeweils rund 0,40 Prozent gehörten die Aktien von Volkswagen   und DaimlerChrysler   zu den Gewinnern im Dax.

Unter den Technologiewerten konnte Epcos   sich ein wenig von den Verlusten des Vortages erholen. Siemens   und Infineon   dagegen tendierten um rund ein Prozent leichter.

Die Aktie der Deutsche Telekom   gab nach Verlusten von 2,6 Prozent am Vortag weiter nach und notierte bei 10,17 Euro. Sollte Nokia heute enttäuschen, schließen Händler bei der T-Aktie Kurse von unter zehn Euro nicht aus.

Beherrschendes Thema an den Aktienmärkten wird heute der für 11 Uhr erwartete Quartalszwischenbericht von Nokia sein. Nach dem Intel-Schock in der vergangenen Woche seien die Märkte auf das Schlimmste vorbereitet, sagten Händler. Viele Experten rechnen mit einer Umsatzwarnung. Gleichzeitig aber sollte Nokia seine Gewinnprognose bestätigen.

Die Investmentbank JP Morgan hatte die Empfehlung für Nokia von "Market Unterperform" auf "Market Perform" angehoben, senkte aber das Kursziel von 16 auf 14 Euro. JP Morgan rechnet damit, dass Nokia seine eigenen Umsatzprognose verringern wird. Merrill Lynch hatte die Umsatzprognose für das laufende Jahr um sieben Prozent auf 30,8 Milliarden Euro gesenkt. Den operativen Gewinn und den Ertrag pro Aktie (EPS) senkten die Analysten um neun Prozent.

Zuvor hatte Merrill ihre Einschätzung für die globale Entwicklung des Geschäfts mit Mobilfunktelefonen revidiert. Sie geht nun allgemein davon aus, dass sich das Marktumfeld für den Handyabsatz nicht so rasch verbessern werde. So verringerte Merrill Lynch die geschätzte Zahl gelieferter Mobiltelefone 2002 von 410 auf 385 Millionen Stück. Für 2003 sank die Prognose sogar von 410 auf 460 Millionen Einheiten.

Volkswagen baut neuen Kleinbus

Aus deutscher Sicht lagen am Morgen keine herausragenden Unternehmensnachrichten vor. Volkswagen   will in Hannover den neuen Microbus bauen und dafür in den nächsten Jahren rund 1500 neue Jobs schaffen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen vom Dienstag in Hannover hat sich der Vorstand zu dem Projekt entschieden. Den Zuschlag für Hannover will VW-Chef Bernd Pischetsrieder am Vormittag offiziell bekannt geben. Das VW-Management hatte die Entscheidung für das Modell mehrfach verschoben, weil die Zukunft des US-Automarktes als schwierig galt. Die USA sollen der Hauptmarkt für das neue Auto werden.

Zwei Jahre nach der Übernahme durch Vodafone sollen heute die verbliebenen Aktionäre der früheren Mannesmann AG aus der Gesellschaft gedrängt werden. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Telekommunikationsriesen in Düsseldorf wird den rund 4000 Aktionären eine Zwangsabfindung von rund 218 Euro je Aktie geboten. Vodafone muss für die knapp zwei Millionen Aktien insgesamt etwa 435 Millionen Euro zahlen. Die Briten halten 99,6 Prozent an der Vodafone AG.

Das so genannte Squeeze Out ist nach den neuen Übernahmerichtlinien möglich, die am Jahresanfang in Kraft getreten sind. Nach dem nur noch formalen Akt wird die seit 1907 an der Börse gehandelte Mannesmann-Aktie vom Kurszettel gestrichen. Der Eintrag des einstigen Industriegiganten im Handelsregister wird gelöscht.

Euro deutlich über 94 Cent

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag im frühen Handel deutlich über der Marke von 94 US-Cent behauptet. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 9.30 Uhr 0,9448 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag bei 0,9479 (Freitag: 0,9452) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0572 (1,0580) Euro.

Impulse für den Devisenhandel erwarten Experten im weiteren Tagesverlauf vor allem von deutschen Konjunkturdaten. In der größten Volkswirtschaft der Eurozone werden die Daten zur Industrieproduktion und das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlicht.

Wall Street schwach - Investmenhäuser bullish

Wall Street schwach - Investmenhäuser bullish

Obwohl sich Goldman Sachs und Prudential Securities gestern äußerst bullish für die amerikanischen Aktienmärkte zeigten, konnte der Dow Jones lediglich 0,6 Prozent hinzugewinnen. Die US-Technologiebörse Nasdaq ging mit einem Minus von 0,3 Prozent aus dem Handel. Abby Cohen, Chef-Ökonomin bei Goldman Sachs, sieht den Boden allmählich erreicht. Während Bilanzmanipulation und mögliche weitere Terroranschläge Investoren weiterhin Sorgen machen dürften, sollen sich die Unternehmensgewinne erholen. Den S&P 500-Index sieht sie bei 1300 Punkten, rund 30 Prozent über dem Schluss von gestern. Prudential Securities schätzt, dass der Dow Jones im zweiten Halbjahr um rund 15 Prozent auf bis zu 11.500 Zähler zulegen werde.

Der Dow Jones profitierte von Kursanstiegen des Einzelhandelskonzerns Wal-Mart   und anderen Einzelhandelsunternehmen. Die Aktie legte 3,62 Prozent zu. Das Unternehmen hatte erklärt, es rechne im Juni und Juli mit fünf bis sieben Prozent Umsatzanstieg. Auch der Konkurrent Target und die Heimwerkerkette Home Depot legten zu. Die Investmentbanker von Goldman Sachs rechnen damit, dass die Aktie von Wal-Mart in den kommenden fünf Jahren jeweils ein Gewinnwachstum von 14 Prozent erreichen kann.

Für die Nasdaq (minus 0,3 Prozent) war es der dritte Rückschlag in Folge. Die Belastung sei hauptsächlich von den Halbleiterwerten ausgegangen, sagten Händler. Das US-Internet-Versandhaus Amazon.com gehörte am Montag wegen eines Presseberichts zu den größten Verlierern an der Nasdaq. Das Papier sank um 6,89 Prozent auf 17,30 Dollar. Das Wirtschaftsmagazin "Barron's" hatte geschrieben, dass Amazon verglichen mit dem traditionellen Einzelhandel "überbewertet" sei.

Zu den größten Gewinnern zählte der US-Hersteller von Taschen-Computern Palm. Das Papier sprang um 22,13 Prozent auf 1,49 Dollar, nachdem das Unternehmen die Einführung einer neuen Version der Betriebssystem-Software bekannt gegeben hatte.

Uneinheitlich zeigten sich am Montag die Aktien von Chip-Herstellern. Das Papier des weltgrößten Mikroprozessor-Hersteller Intel rutschte nach den hohen Verlusten am Donnerstag und Freitag auch am Montag weiter ab. Intel verloren 4,23 Prozent auf 21,07 Dollar. Intel hatte Ende vergangener Woche einen überraschend schwachen Quartalsausblick gegeben, dem eine Flut von negativen Analystenkommentaren folgte.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss am Dienstag fester. Der Nikkei kletterte um 0,7 Prozent auf 11.451 Punkte.