Börse am Morgen: T-Aktie vorn - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen T-Aktie vorn

Während der Dax um ein kleines Plus kämpft, rutscht der Neue Markt am Vormittag nach Gewinnmitnahmen deutlich in die Verlustzone.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben uneinheitlich eröffnet. Der Dax notierte bei geringen Umsätzen zunächst 0,4 Prozent fester, pendelte dann aber bis 9.35 Uhr um seinen Vortagesschluss 5743 Zähler. Die Wachstumswerte am Neuen Markt setzten nach deutlichen Verlusten am Freitag ihre Talfahrt fort. Der Nemax 50 fiel mit 1,7 Prozent auf 1199 in Minus.

Angeführt wurde die Gewinnerliste im Dax von der T-Aktie, die um 1,64 Prozent auf 24,20 Euro zulegte. Händler begründeten dies mit der Meldung, dass ein Konsortium West LB für das Festnetz der British Telecom rund 57 Milliarden Mark geboten haben.

Weitere Gewinnmitnahmen drückten die Technologiewerte, die am deutlichsten verloren. Siemens, Infineon und Epcos verloren zwischen 0,23 und 0,70 Prozent.

Balda kletterten zuletzt um 6,12 Prozent auf 9,19 Euro und fürhdten damit die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Der Hersteller von Kunststoffschalen für Mobiltelefone hatte zuvor mitgeteilt, dass das Joint Venture Balda Mikron AG und die TecStar Mfg. Group künftig bei der Abwicklung ihrer Aufträge für den amerikanischen Handymarkt zusammenarbeiten wollen. Balda betreibt das Gemeinschaftsunternehmen zusammen mit der Schweizer Mikron AG. "Ich glaube nicht, dass die Meldung zu größeren Kursausschlägen führen wird", sagte ein Händler und verwies auf das Marktumfeld. Ein anderer bewertete die Nachricht "eher neutral bis positiv".

Plambeck verloren 2,21 Prozent auf 17,70 Euro. Das auf regenerative Energie spezialisierte Unternehmen steigerte nach eigenen Angaben seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2001 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 180 Prozent auf rund 138 Millionen Mark gesteigert. Das Unternehmenswachstum befinde sich damit im Plan, hieß es.

Teles legten in den ersten Handelsminuten 22,81 Prozent auf 3,50 Euro zu. Der Technologiekonzern hatte zuvor eine Stabilisierung des positiven Cash Flows gemeldet. Der Barmittelbestand habe sich von 18,6 Millionen Euro am Ende des ersten Quartals auf derzeit 19,7 Millionen Euro erhöht, hieß es.

GPC Biotech gewannen 7,73 Prozent auf 12,40 Euro. Das Biotechnologieunternehmen hatte zuvor gemeinsam mit der Call Genesys Inc einen neuen Therapieansatz gegen die Verengung von Herzkranzgefäßen vorgestellt.

Banger Blick in die USA

Gewinnmitnahmen hatten am Freitag die Aktienmärkte in Deutschland und den USA geprägt und die Indizes ins Minus gedrückt. Zusätzlich hatten US-Arbeitsmarktdaten Hoffnungen auf eine kräftige Zinssenkung der amerikanischen Notenbank am 21. August gedämpft. Neue Impulse und damit eine rasche Besserung für die Aktienmärkte werden in dieser Woche weiter auf sich warten lassen, sagen Experten. Viele Anleger üben sich noch in sommerbedingter Abstinenz.

Neben den Geschäftszahlen des weltweit führenden Netzwerkausrüsters Cisco Systems am Dienstag sind es eben auch weitere Konjunkturdaten aus den USA, die nach Ansicht von Börsianern in dieser Woche die Märkte bewegen könnten.

Dabei dürfte es weniger um die aktuellen US-Produktivitätszahlen für das zweite Quartal gehen als vielmehr um eine mögliche Revision der Zahlen für die Jahre 1998 bis 2000.

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" erwartet der Chefstratege der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wassserstein, Albert Edwards, dass am Dienstag infolge der Revision die langfristigen Produktivitätsaussichten auf Grund einer neuen Berechnungsmethode um einen ganzen Prozentpunkt auf 1,5 Prozent nach unten revidiert werden müssten. Bei der Neuberechnung gehe es im Kern darum, inwieweit die US-Wirtschaft wachsen kann, ohne gleichzeitig eine Inflation zu produzieren.

Die Folgen der statistischen Korrektur dürfen nicht unterschätzt werden, heißt es in dem Bericht. Ließe sie doch einerseits das US-Wachstum in den vergangenen Jahren in einem anderen Licht erscheinen. Andererseits hätte dies auch Auswirkungen auf die Wachstumserwartungen und künftige Gewinnschätzungen für Unternehmen.

Der Netzwerkriese Cisco Systems wird am morgigen Dienstag Rechenschaft über das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2001 ablegen. Analysten und Anleger sehen diesem letzten "Großereignis" der nun zu Ende gehende Berichtssaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Der von Cisco-Chef John Chambers mit Spannung erwartete Ausblick für die kommenden Monate könne nach Meinung von Analysten die Technologiebörsen dieser Welt sowohl in Euphorie als auch in Depression stürzen.

Dass Cisco, die Nummer Eins des Netzwerksektors, das vierte Quartal mit einem riesigen Gewinneinbruch abschließen wird, gilt unter Wall-Street-Analysten indes als sicher. Nach Ansicht von Michael E. Ching, Analyst bei der Investmentbank Merrill Lynch, wird aber vor allem der Ausblick für das kommende erste Fiskalquartal über Wohl und Wehe der Entwicklung des Aktienkurses in der näheren Zukunft bestimmen.

Auf deutscher Seite werden heute die Geschäftszahlen des Neue-Markt-Schwergewichts Qiagen erwartet. Am Dienstag müssen im Dax Adidas-Salomon, BASF und BMW zum Zahlenrapport. Am Donnerstag folgen Bayer und die Commerzbank sowie das im Nemax 50 notierte Unternehmen Aixtron.

Gespannt werden Anleger in Deutschland heute auch den Prozessauftakt gegen das in Insolvenz befindliche Neue-Markt-Unternehmen Infomatec verfolgen. In dem angestrebten Präzedenzfall erhoffen sich die Investoren Schadensersatz. Neben dem Zivilprozess läuft derzeit noch das Strafverfahren gegen die ehemaligen Vorstände Alexander Häfele und Gerhard Harlos. Infomatec soll die Anleger unter anderem mit falschen Ad-hoc-Meldungen über angebliche Aufträge getäuscht haben.

Die asiatische Leitbörse in Tokio ging nahezu unverädert aus dem Handel. Der Nikkei schloss mit 12.243 Punkten.