Börse am Morgen: T-Online paradox - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen T-Online paradox

Dax und Nemax holen die US-Verluste nach. Schering und BMW legen gegen den Trend zu. T-Online dreht trotz roter Zahlen ins Plus.
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Frankfurt am Main - Nach der deutlichen Erholung der vergangenen Wochen legen die Märkte eine Pause ein. Der Dax gab zur Eröffnung am Donnerstag weitere 0,5 Prozent ab und fiel auf 5338 Punkte. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 um 0,8 Prozent. Händler rechnen damit, dass die Marke von 1000 Punkten erneut getestet wird. Zu den Gewinnern im Dax gehörten im frühen Handel Schering   und BMW  .

US-Verluste nachgeholt

Starke Konjunkturdaten nähren in New York die Befürchtungen, die US-Notenbank könnte die Leitzinsen früher als geplant erhöhen. Marktteilnehmer rechnen erst für die Jahresmitte mit einer Anhebung der Zinsen, doch der unerwartet starke Anstieg der Hausverkäufe in den USA könnten auch für eine frühere Zinswende sorgen. In New York bauten die Indizes ihre Verluste im späten Handel aus: Der Dow Jones schloss 1,3 Prozent schwächer, und der Nasdaq Composite vergrößerte das Minus von 1,6 auf 2,6 Prozent.

Eon: Powergen-Übernahme bis Mai

Heute erläutern unter den Dax-Unternehmen der Energieversorger Eon   und die HypoVereinsbank   während ihrer Bilanz-Pressekonferenzen ihre Jahreszahlen und geben einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Am Neuen Markt stellen T-Online   und MobilCom   ihre Zahlen vor.

Eon   pendelte zum Auftakt unverändert um 58 Euro. Händler werten die überraschend starke Anhebung der Dividende auf 1,60 Euro je Eon-Aktie zwar als positiv. Der Energieversorger erwartet auch im laufenden Jahr eine Gewinnsteigerung. Auch das Betriebsergebnis solle weiter steigen. Mit einer Übernahme von Powergen rechnet Eon bis Mitte Mai diesen Jahres.

Finanztitel unter Druck

Die Aktien der Münchener Rück   und der HypoVereinsbank   gehörten auch am Donnerstag im frühen Handel zu den Verlierern. Die HypoVereinsbank erläutert heute ihre Bilanz für 2001. Wie auch bei den anderen Großbanken war der Gewinn der zweitgrößten deutschen Bank im vergangenen Jahr wegen der schwachen Konjunktur und der Börsenflaute eingebrochen. Der Ertrag vor Steuern ist um gut 30 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gesunken.

Die Aktien des Chipherstellers Infineon   gaben nach ihren deutlichen Vortagesverlusten am Donnerstag um weitere 0,4 Prozent nach und fielen auf 25,07 Euro. Der für die Kommunikationssparten zuständige Siemens-Vorstand Volker Jung hatte in einem Interview gesagt, dass sich Siemens bei den UMTS-Chips nicht von einem Hersteller abhängig machen wolle.

Holzmann vom Handel ausgesetzt

Die im M-Dax notierten Aktien von Holzmann sind "in Erwartungen einer wichtigen Mitteilung" bis 10.30 Uhr vom Handel ausgesetzt. Bis 9.30 Uhr hatte die Aktie um weitere zehn Prozent nachgegeben, nachdem die beteiligten Großbanken den Deutschen Banken ausgearbeiteten Sanierungsplan abgelehnt hatten. Nun teilte Holzmann mit, die Verhandlungen mit den Banken seien definitiv gescheitert. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass nun Insolvenzantrag und Zerschlagung folgen.

Neuer Markt: Mobilcom und T-Online mit roten Zahlen

Tiefrote Zahlen bei MobilCom und France Telecom

Heute stellen sowohl MobilCom als auch France Telecom ihre Bilanzen vor, und die sind tiefrot. MobilCom   hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von 66 Millionen (Vorjahr: 11 Millionen) Euro abgeschlossen. Der Verlust ist deutlich höher als von Analysten erwartet. Die France Telecom meldete am Donnerstag einen Verlust von 8 Milliarden Euro. Die Aktie von MobilCom, die gestern auf Grund von Spekulationen auf einen Einigung mit France Telecom deutlich zugelegt hatte, gab am Donnerstag zum Auftakt sechs Prozent auf 16 Euro ab und rutschte ans Ende des Index.

Laut Gerüchten deutet sich im Streit zwischen France Telecom und MobilCom eine Banken-Lösung an: Wie es hieß, wollen mehrere der zu den großen Kreditgebern von Mobilcom gehörenden Banken Schmid dessen 42-prozentige Beteiligung an seinem Unternehmen abkaufen. Für die France Telecom ergäbe sich dadurch die Chance, Schmid aus dem Unternehmen zu drängen und mit Hilfe Dritter die UMTS-Investitionen auf längere Zeit zu strecken.

T-Online: Verlust verdoppelt, Umsatz erhöht

Deutschlands größter Internet-Provider T-Online   hat das vergangene Jahr mit einem Nettoverlust von 797 Millionen Euro abgeschlossen. Damit verdoppelte sich das Minus gegenüber dem Vorjahr, wie die Telekom-Tochter am Donnerstag Morgen mitteilte. Grund für das weitere Abrutuschen in die roten Zahlen waren Belastungen durch ausländische Beteiligungen sowie Abschreibungen zur Risikovorsorge der Comdirect   in Höhe von 281 Millionen Euro. Der Umsatz stieg jedoch gegenüber dem Vorjahr gleichzeitig um 43 Prozent auf 1,140 Milliarden Euro. Die Aktie drehte am Donnerstag nach schwachem Start ins Plus.

Euro gestiegen - Pause in Japan

Euro fester - Feiertag in Japan

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag fester bei 0,8851 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8814 Dollar festgesetzt. Auf Grund des Feiertages "Frühlingsanfang" in Japan blieben am Donnerstag Börsen, Banken und Behörden geschlossen: Die japanische Börse hatte bereits am Vortag kräftig nachgegeben. In Hongkong setzte der Hang-Seng-Index am Donnerstag seine Talfahrt fort.