Börse am Morgen: Tech-Werte unter Strom - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Tech-Werte unter Strom

Infineon, Telekom und andere Technologiewerte treiben den Dax nach oben. RWE tendiert nach dem Angebot für die britische Innogy behauptet. Am Neuen Markt geht die Talfahrt von MobilCom weiter. Holzmann bricht weiter ein.
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Frankfurt am Main - Der Dax legte zum Auftakt um 0,9 Prozent auf 5395 Punkte zu, und der Nemax 50 kletterte um 1,6 Prozent auf 1034 Zähler. Besonders die Technologiewerte holen die späten Gewinne an der Nasdaq nach: Der Technologie-Index Nasdaq Composite hatte gestern in den letzten beiden Handelsstunden deutlich zugelegt und 2 Prozent fester auf 1868 Zähler geschlossen.

Die Aktien von Deutsche Telekom  , Infineon   und Epcos   führten am Morgen die Gewinnerliste an. Die Deutsche Telekom   hat den Verkauf ihrer Tochter DeTe Immobilien einem Pressebericht zufolge nahezu abgeschlossen. Der Londoner Immobilienspezialist TCS werde 75,1 Prozent von DeTe Immobilien übernehmen und dafür weniger als 150 Millionen Euro zahlen, berichtet die FTD. Infineon notierte fest, obwohl der US-Chiphersteller Micron Technology sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben ist.

RWE nach Innogy-Angebot behauptet

Nicht nur der Energieversorger Eon ist auf aggressiver Einkaufstour: Auch der Essener Versorger RWE   hat sich mit der britischen Innogy Holdings auf die Konditionen eines Übernahmeangebotes für sämtliche Stammaktien der Gesellschaft verständigt. Das Angebot beläuft sich auf 275 Pence pro Innogy-Aktie . Der Energieversorger Eon   hatte gestern mitgeteilt, dass mit der Übernahme der britischen Powergen rechnet Eon bis Mitte Mai diesen Jahres zu rechnen sei. RWE und Eon legten jeweils minimal zu.

Münchener Rück: Ausblick entscheidet

Der Rückversicherer Münchener Rück   notierte unmittelbar vor Bekanntgabe der Bilanz für 2001 unverändert bei 294,15 Euro. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch auf Grund der Terroranschläge: Die Münchener Rück selbst hatte die Kostenschätzung erst vor kurzem leicht auf 2,2 Milliarden Euro angehoben.Wichtiger ist jedoch der Ausblick: Der Konzern rechnet auf Grund der gestiegenen Versicherungsprämien mit einer deutlichen Steigerung.

Die Deutsche Bank   konnte sich am Freitag im frühen Handel von ihren Vortagesverlusten erholen. Die größte deutsche Bank, mit rund 20 Prozent an dem insolventen Baukonzern Holzmann beteiligt, hatte sich bis zuletzt für eine Sanierung des zweitgrößten deutschen Baukonzerns eingesetzt.

Holzmann: Ausverkauf beginnt

Die Titel des Baukonzerns Holzmann   sind nach Wiederaufnahme des Handels am Freitag um weitere 25 Prozent eingebrochen und notieren jetzt unter drei Euro. Das Unternehmen hat am Donnerstag Nachmittag wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragt. Nach dem Insolvenzantrag der Phillip Holzmann AG prüft die Strabag AG einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge den Kauf der Holzmann-Straßenbausparte Deutsche Asphalt.

Neuer Markt: MobilCom weiter unter Druck

MobilCom: France Telecom ändert Strategie

Am Neuen Markt gaben die Aktien der MobilCom   AG gegen den freundlichen Trend um weitere 1,5 Prozent nach. Das Unternehmen hat gestern einen Verlust von 205 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von etwa 90 Millionen Euro im Jahr 2000 gemeldet. Zudem geht der Streit bei MobilCom zwischen Vorstandschef Gerhard Schmid und seinem Großaktionär France Telecom in eine weitere Runde.

Der Mobilcom-Chef hat seine Verkaufsoption über 33 Prozent seiner Unternehmensaktien gegenüber France Telecom ausgeübt. Der hoch verschuldete französische Telefonkonzern will die Aktien jedoch derzeit nicht haben. und nun doch kein eigenständiges UMTS-Geschäft in Deutschland aufbauen. Wie der Vorstandsvorsitzende des französischen Telekommunikationskonzerns, Michel Bon, in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" sagte, strebt er ein Zusammengehen der MobilCom mit einem der anderen kleinen UMTS-Lizenznehmer in Deutschland an.

T-Online trotz roter Bilanz im Plus

Die Aktien des Internet-Anbieters T-Online   setzten mit einem Plus von zwei Prozent auf 13,42 Euro am Freitag ihre Klettertour fort. Das Unternehmen peilt noch für dieses Jahr die Gewinnschwelle an und will die Umsätze beim Internetzugang zweistellig steigern.

Die Süss MicroTec gehörte dagegen mit einem Verlust von drei Prozent zu den größten Verlierern im Nemax 50: Das Unternehmen geht für das laufende Geschäftsjahr von einem stagnierenden oder leicht rückläufigen Umsatz aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen das Ebitda auf 50,4 (37,4) Mio Euro. Der Nettoumsatz wurde auf 214,8 (162,3) Mio Euro erhöht.

USA: Nike und Pfizer zuversichtlich

Der Dow Jones hat am Donnerstag 0,2 Prozent schwächer geschlossen, während die Nasdaq um zwei Prozent ins Plus geklettert ist: Nachbörslich gab es weitere Zahlen: Der Chiphersteller Micron blieb mit Umsatz und Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. Der Sportartikelhersteller Nike ist zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 ein Ergebniswachstum zu erzielen. Für das dritte Quartal hatte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie ein Plus von 31 Prozent auf 0,46 Dollar veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 2,26 Milliarden Dollar. Der Pharmariese Pfizer hat seine Ergebnisprognosen für 2002, 2003 und 2004 erneut bestätigt. Für 2003 und 2004 rechnet Pfizer bei konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Fed-Konjunkturindex enttäuscht

Nachdem die am frühen Nachmittag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten aus den USA Marktteilnehmern zufolge noch auf eine Erholung der Wirtschaft hingedeutet hatten, signalisierte später ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA. Der Index des Auftragseingangs war im März auf 7,3 von 13,7 Punkten im Februar zurückgegangen.

Nikkei schwächer

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwach geschlossen. Nach einem nationalen Feiertag büßte der Nikkei-Index deutlich um 181,70 Punkte oder 1,57 Prozent ein und ging beim Endstand von 11.345,08 Punkten ins Wochenende. Der Euro notierte am Morgen fester mit 0,8819 Dollar.