Börse am Morgen: Technologietitel Alaaf! - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse am Morgen Technologietitel Alaaf!

Dax und Nemax sind freundlich in den Handel gestartet. Zu den größten Kursgewinnern gehören die Technologiewerte. Unter Druck stehen die Versorger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 25,45 Euro hat der Halbleiterhersteller Infineon   am Morgen die Gewinnerliste im Dax angeführt. Die Siemens-Tochter verhandelt Presseangaben zufolge offenbar mit dem koreanischen Chiphersteller Hynix nicht nur über eine Allianz bei Speicherchips. Das Münchener Unternehmen sei auch an einer Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie Kommunikations-Chips interessiert, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Aber auch andere Technologiewerte wie Siemens   (plus 0,5 Prozent auf 67,28 Euro), Epcos   (plus 0,9 Prozent auf 45,30 Euro) und SAP (plus 1,1 Prozent auf 157,32 Euro) präsentierten sich freundlich.

Getragen von der positiven Grundstimmung bei den Technologietiteln und positiven Vorgaben aus New York und Tokio legte der Dax bis 9.45 Uhr rund 0,6 Prozent auf 4968 Punkte zu. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 auf 1099 Zähler, das ist ein Plus von 0,8 Prozent.

Zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten gehörten die Titel von BMW   und MLP   , die jeweils knapp 1,5 Prozent gewannen.

Die Verliererliste wurde angeführt von Eon-Titeln  , die 1,5 Prozent auf 57,61 Euro abgaben. Die Aktien von RWE   verbilligten sich um 0,7 Prozent auf 41,95 Euro.

Die Papiere der HypoVereinsbank   gaben auf 33,90 Euro nach, das entspricht einem Minus von 0,5 Prozent. Die Nachrichtenagentur dpa hatte gemeldet, dass die Bank für mehr als eine Milliarde Euro die Beteiligung der angeschlagenen KirchGruppe am Axel Springer Verlag kaufen will. Damit würde das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut der in die Enge getriebenen KirchGruppe wieder finanziellen Spielraum verschaffen. Der Kaufpreis soll bei über einer Milliarde Euro liegen. Die Übernahme des Springer-Pakets sei Teil einer umfassenderen finanziellen Lösung.

Am Neuen Markt verlor die Aktie von Intershop   zunächst deutlich, legte im Verlauf aber wieder leicht auf 1,57 Euro zu. Der Softwareanbieter hat im vierten Quartal 2001 einen Umsatzrückgang verzeichnet und einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Der Umsatz habe sich im Schlussquartal auf 11,7 Millionen Euro nach 14,7 Millionen Euro im dritten Quartal belaufen. Der Nettoverlust habe 24,7 Millionen Euro nach 32,1 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum betragen. Gute Vorgaben aus New York und Tokio

Der Dow Jones stieg am Montag um 1,4 Prozent auf 9884 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq legte um 1,5 Prozent auf 1846 Zähler zu. Einer Umfrage zufolge erwarten Volkswirte, dass die Wirtschaft in den USA um 1,5 Prozent wachsen werde. Zudem hätten sich die Finanzminister der G7 optimistisch über die Konjunkturaussichten der entwickelten Länder gezeigt.

Auch die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag kräftige Gewinne verzeichnet. Nach einem verlängerten Wochenende legte der breit angelegte Topix in Folge der positiven Vorgabe der Wall Street kräftig um 2,5 Prozent zu und ging beim Stand von 974 Punkten aus dem Markt. Am Montag hatten die japanischen Finanzplätze wegen eines Feiertages geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 1,9 Prozent zu und schloss mit 9877 Punkten.

Leichte Kursverluste des Euro

Der Kurs des Euro hat im frühen Handel in Frankfurt etwas nachgegeben. Gegen 9.30 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,8787 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag bei 0,8794 (Freitag: 0,8740) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1371 (1,1442) Euro.

"Zumindest derzeit besteht kein Risiko für einen Kursrückgang beim Euro", sagte Devisenexperte Hiroshi Ishihara von der Bank of Yokohama. Allerdings hätten nach dem Kursanstieg des Euro zum Dollar am Vortag bis auf 0,8803 Dollar Anschlusskäufe gefehlt. Institutionelle Anleger blickten gespannt auf die Aktienmärkte in den USA. Händler fragen sich, ob sich die Kursgewinne seit vergangenem Freitag fortsetzen.