Börse am Morgen: Technologiewerte vorne - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Technologiewerte vorne

Dank starker Vorgaben der US-Börsen ziehen die Aktienmärkte kräftig an. Technologiewerte dominieren die Gewinnerliste im Dax. Lediglich BASF fällt leicht ab.
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Frankfurt am Main - Die Schlussrallye der US-Börsen hat die deutschen Aktienmärkte am Freitag zu Handelsbeginn beflügelt. Nach einem Verlust von zwei Prozent am Vortag legte der Dax bis 9.20 Uhr 1,2 Prozent auf 4769 Zähler zu. Die Wachstumswerte im Nemax 50 schnellten um mehr als drei Prozent auf 1108 Punkte in die Höhe.

Technologiewerte im Dax gaben eindeutig den Ton an. Epcos   , Infineon   , SAP   und Siemens   stiegen jeweils um knapp 2,70 Prozent. Die Technologiewerte zeigten sich damit unbeeindruckt von den nachbörslich vorgelegten schlechten Zahlen von JDS Uniphase und Ericsson. Auch die Papiere der Deutsche Telekom   zogen zunächst zwei Prozent auf rund 19 Euro an.

Schwächster Wert im Dax waren die Aktien von BASF   , die rund ein Prozent auf 38 Euro nachgaben. BASF erwägt seine Kapazitäten vorübergehend weltweit abzubauen. "Wir wollen die Kapazitätsauslastung weltweit reduzieren, besonders in Ludwigshafen", erklärte ein Sprecher des Konzerns. Eine Entscheidung zu den geplanten Maßnahmen solle Anfang Dezember fallen. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen sei jedoch nicht geplant.

DaimlerChrysler   plant, künftig mehr Chrysler-Fahrzeuge außerhalb der USA zu verkaufen. Zudem will das Unternehmen im nächsten Jahr bei Mercedes-Benz den Anteil der verkauften Wagen mit höheren Gewinnmargen steigern, sagte Vorstand Jürgen Hubbert der FTD. Die Aktie kletterte um ein Prozent auf 40,89 Euro.

Die amerikanischen Aktienmärkte haben nach Börsenschluss in Deutschland eine Kehrtwende hingelegt wie sie im Bilderbuch steht. Hatten schwache Konjunkturdaten die Indizes zunächst mit zwei bis drei Prozent ins Minus gedrückt, setzte später in New York ein wahrer Kaufrausch ein. An der US-Technologiebörse Nasdaq wurden 2,2 Milliarden Aktien umgesetzt - so viel wie seit Wochen nicht mehr, erklärten Marktbeobachter. Offenbar interpretierten Investoren die niedrigen Kursstände bei vielen Aktien als Zeichen zum Einstieg und rissen dann andere Anleger mit.

Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 9462 Zähler. Der Nasdaq Composite kletterte um 2,5 Prozent auf 1775 Punkte. Dies sollte die deutschen Aktienmärkte heute beflügeln.

Nachbörslich wurde das Bild allerdings etwas getrübt. Das Glasfaserunternehmen JDS Uniphase   hat im ersten Quartal einen dramatischen Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten und die Analystenerwartungen dabei klar verfehlt.

Der Verlust je Aktie vor Sonderposten habe 20 Cent betragen nach einem Gewinn von 18 Cent vor einem Jahr, teilte das kanadische Unternehmen am Donnerstag in Montreal mit. Analysten der Wall Street hatten im Durchschnitt mit einem Verlust je Aktie von 3 Cent gerechnet.

Schlechte Nachrichten gab es nachbörslich auch vom schwedischen Telekomausrüster Ericsson  . Der Konzern hat im dritten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Der Nettoverlust betrug 418 Millionen Euro nach einem Nettogewinn von 462 Millionen Euro vor einem Jahr. Der Vorsteuerverlust summierte sich auf 598 Millionen Euro und lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen von 460 Millionen Euro. Vor Jahresfrist wurde vor Steuern noch ein Gewinn von 579 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz schrumpfte gleichzeitig von 7,1 auf 5,77 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent. Dies entspreche dem Markttrend.

Die EU-Kommission will deutlich weniger Förderung für das neue Infineon  -Werk in Dresden genehmigen als geplant. Das bestätigte das sächsische Wirtschaftsministerium. Brüssel wolle statt 28 Prozent Höchstförderung nur fünf bis sieben Prozent zulassen, hieß es in Regierungskreisen. Dann fehlten 300 Millionen Mark zur Finanzierung des 2,2 Milliarden Mark teuren Projekts.

Mit Spannung werden am Nachmittag (MEZ) neue Konjunkturdaten aus Amerika erwartet. Die Universität Michigan veröffentlicht den an den Börsen viel beachteten Index des Verbrauchervertrauens für den Monat Oktober.

Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich leichter. Der Nikkei schloss mit 0,8 Prozent auf 10.795 Punkte im Minus.