Börse am Morgen ThyssenKrupp und SAP an der Spitze
Frankfurt am Main Der Dax ist freundlich in den Handelstag gestartet. Bis 9.45 legte das Börsenbarometer um 1,2 Prozent auf 3915 Punkte zu. "Wir haben die Chance, im Dax noch weiter nach oben zu laufen", sagte ein Frankfurter Händler. "Vielleicht können wir sogar am heutigen Handelstag die Marke von 3900 Punkten nachhaltiger nach oben durchbrechen", fügte er an.
"Wir haben in den vergangenen Tagen eine Umfrage unter Kunden gemacht, die im Dax eine kritische Marke zwischen 3950 und 4000 Punkten ausgemacht haben." Viele seien in Lauerstellung, um nach einem Überspringen dieser Widerstandslinien auf den fahrenden Zug aufzuspringen, erklärte er.
Von der freundlichen Stimmung am Markt profitierten auch die Nebenwerte. Der MDax notierte auf 3456 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 um 1,7 Prozent auf 518 Zähler.
Im Blickpunkt der Händler stand die Aktie von ThyssenKrupp . Das Papier verteuerte sich nach Vorlage der Geschäftszahlen um über sechs Prozent auf 14,21 Euro und führte damit die Gewinnerliste im Dax an. Der Konzern hatte im dritten Quartal trotz eines Gewinnrückgangs die Analystenerwartungen übertroffen und eine weiterhin positive Entwicklung im Gesamtjahr in Aussicht gestellt.
Händler begrüßten sowohl die Zahlen als auch den Ausblick des Industrie- und Stahlkonzerns. "Vor allem das Vorsteuerergebnis (EBT) war erfreulich", sagte ein Händler. Das EBT lag nach Konzernangaben bei 316 Millionen Euro nach 374 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Von dpa-AFX befragte Analysten hatte im Durchschnitt mit einem Vorsteuerergebnis von 182 Millionen Euro gerechnet. Positiv bewerteten Börsianer auch, dass ThyssenKrupp das angestrebte bereinigte Vorsteuerergebnis von 400 Millionen Euro weiterhin für realisierbar hält. "Die Zahlen machen insgesamt einen guten Eindruck", sagte ein Händler. "Auch der Umsatz hat mit 9,6 Milliarden Euro die Erwartungen übertroffen."
Linde mit Gewinnrückgang
Negativ wertete der Markt hingegen die Zahlen von Linde . Die Aktie hielt mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 45,52 Euro die rote Laterne. Der Anlagenbauer und Hersteller von Technischen Gasen hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang beim Vorsteuergewinn verzeichnet. Außerdem werde dieser im laufenden Jahr nicht das Niveau von 2001 erreichen, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit. In den ersten sechs Monaten sank der Gewinn vor Steuern um fast ein Drittel auf 110 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 160 Millionen Euro.
Deutliche Kursaufschläge verbuchten die Technologiewerte. Die Titel von SAP , Epcos und Infineon kletterten zwischen 3,3 und 2,3 Prozent. Siemens präsentierte sich ebenfalls freundlich.
Die Allianz-Aktie notierte auf 143,73 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent. Wie Allianz-Vorstand Helmut Perlet in einem Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte, halte der Versicherungskonzern weiter an der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein fest.
US-Börsen in lustloser Sommerstimmung
Die amerikanischen Aktienbörsen befanden sich am Mittwoch angesichts fehlender neuer Konjunkturdaten in relativ lustloser Sommerstimmung. Deutliches Kaufinteresse entwickelte sich erst in der letzten halben Stunde des Handels. Airline- und Technologieaktien waren gefragt. Die Fluggesellschaften zogen an, weil sie starke Kostensenkungen planen. Sie reagieren damit auf das schwache Geschäft.
Der Dow-Jones-Index festigte sich um 84,95 Zähler oder ein Prozent auf 8957 Punkte. Der Nasdaq legte um 32,65 Zähler oder 2,4 Prozent auf 1409 Punkte zu. Es wurden an der New Yorker Börse rund 1,3 Milliarden Aktien gehandelt. Es gab 2278 Gewinner und 939 Verlierer. 194 Aktien blieben unverändert.
Ein Schuldbekenntnis eines ehemaligen Managers des bankrotten US-Energiehändlers Enron stieß bei den Anlegern auf Interesse, da er mit den Justizbehörden kooperieren will. Deshalb dürften früher oder später auch Anklagen gegen andere Spitzenkräfte des Unternehmens folgen. Drei US-Notenbankvertreter halten die gegenwärtigen US-Zinsen für niedrig genug, um die amerikanischen Verbraucher in Kauflaune zu halten und um die US-Wirtschaft zu beleben.
Der Medienriese AOL Time Warner , der Telekom-Konzern AT&T und die Kabelfernsehfirma Comcast haben sich über einen Ausstieg von AT&T bei der Unterhaltungstochter von AOL Time Warner geeinigt. Die Aktien der drei Gesellschaften zogen kräftig an. Technologieaktien wie Intel festigten sich deutlich. Einzelhandelswerte tendierten uneinheitlich. Philip Morris gaben nach.