Börse am Morgen: Tiefststand am Neuen Markt - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Tiefststand am Neuen Markt

Nach der Gewinnwarnung des britischen Telekom-Dienstleisters Marconi rutschen die deutschen Aktien stark ab. Technologiewerte sind die größten Verlierer im Dax, der unter die Marke von 6000 Punkten fällt. Der Nemax All Share markiert ein neues Jahrestief.
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Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte haben am Donnerstag zu Handelsbeginn deutlich nachgegeben. Der Dax verlor bis 9.28 Uhr rund ein Prozent und fiel unter die Marke von 6000 Punkten. Letzter Stand: 5958 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben 2,2 Prozent nach und notierten bei 1322 Zählern. Der Nemax All Share fiel auf eine neues Jahrestief mit 1407 Punkten und notierte rund 1,8 Prozent schwächer.

Technologietitel führten erneut die Verliererliste im Dax an: Infineon Technologies büßten 4,73 Prozent auf 26,20 Euro ein, während Siemens 3,50 Prozent auf 68,85 Euro nachgaben. SAP rutschten um 2,26 Prozent auf 151,50 Euro ab. Die Epcos-Aktie wurde bei 61 Euro gehandelt, ein Minus von 2,1 Prozent. Die T-Aktie gab rund zwei Prozent auf 26,45 Euro nach.

Marconi-Aktie fällt um mehr als 50 Prozent

Belastend auf den Handel wirkte offenbar die Gewinnwarnung des britischen Telekom-Ausrüsters Marconi. Der Konzern hat angekündigt, 4000 weitere Stellen zu streichen. Der operative Gewinn werde sich wegen eines härter als erwarteten Marktumfeldes im Geschäftsjahr halbieren. Der Umsatz des laufenden Geschäftsjahres bis März 2002 werde zudem voraussichtlich um 15 Prozent unter dem des Vorjahres liegen, teilte Marconi am späten Mittwochabend mit. Die Aktie fiel zum Handelsauftakt um mehr als die Hälfte ihres Wertes. Zudem hatte am Morgen ad hoc das niederländische Hightech-Unternehmen ASML vor niedrigeren Erträgen.

Einmal mehr blickt Europa nach Frankfurt: In der Bankenmetropole kommt der EZB-Rat zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Beobachter rechnen allerdings nicht mit einer Senkung der Leitzinsen.

Der Internetdienstleister T-Online prüft, künftig Erotik-Angebote in seinem Programm anzubieten. Das sagte der Chef der Internet-Tochter der Deutsche Telekom , Thomas Holtrop, der "Financial Times Deutschland". "Mit Erotik kann man Geld verdienen. Das ist ein lukratives Angebot, welches wir für uns sehr genau analysieren", sagte Holtrop. Die Idee ist nicht neu. Bleibt abzuwarten wie die Investoren darauf reagieren.

Nach der Abschaffung der Doppelspitze beim Stahlkonzern ThyssenKrupp berät der Aufsichtsrat heute in Düsseldorf über weitere personelle Veränderungen. Es wird erwartet, dass der Vorstand von bislang neun auf voraussichtlich sechs Mitglieder verkleinert wird. ThyssenKrupp-Vorstandschef Gerhard Cromme wird den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwett zum 1. Oktober ablösen. Ekkehard Schulz, der den fünftgrößten deutschen Industriekonzern bislang gemeinsam mit Cromme leitete, ist dann alleiniger Vorstandschef. Nach unbestätigten Medienberichten soll das doppelt besetzte Finanzressort künftig allein vom einstigen Krupp-Manager Gerhard Jooss geleitet werden.

Zur Hauptversammlung laden heute auch die am Neuen Markt notierten Unternehmen Morphosys, AT& S, Deag (Deutsche Intertainment).