Börse am Morgen TUI im Terror-Tief
Frankfurt am Main - Der DAX fiel zu Handelsbeginn um rund zwei Prozent unter das Schlussniveau von Freitag, notierte aber knapp eine halbe Stunde später nur noch 0,9 Prozent im Minus bei 2905 Punkten. Am Neuen Markt sank der NEMAX 50 um 0,2 Prozent auf 351. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den deutlichen Zuwächsen am Ende der vergangenen Woche.
Zu den schwächsten Werten zählte die Aktie des Touristikkonzerns TUI , die nach den Anschlägen auf Bali um 7,2 Prozent auf 15,05 Euro nachgab. Auch Lufthansa-Papiere gaben um 3,51 Prozent auf 9,89 Euro nach. Spitzenreiter im Dax war die Altana-Aktie mit plus 5,59 Prozent auf 40,60 Euro.
"Wer im Dax seit 2600 Punkten mit Investments dabei ist, der wird jetzt geneigt sein, zumindest ein Teil der Gewinne zu realisieren", sagte Gregor Görtz vom Handelshaus Lang & Schwarz. Damit endet zunächst die kräftige Kurserholung der vergangenen beiden Handelstage, an denen das wichtigste deutsche Börsenbarometer infolge aufkeimender Hoffnung auf steigenden Unternehmensgewinne - vor allem in den USA - rund 13 Prozent gewonnen hatte.
Die Technologiewerte im DAX konnten nicht an ihren Aufwärtstrend vom Vortag anknüpfen. Infineon gaben um 0,89 Prozent auf 6,71 Euro nach. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel für den Chiphersteller von 16 auf 10 Euro gekürzt. Auch Epcos verloren 2,37 Prozent auf 6,60 Euro. Hier hatten die Analysten das Kursziel und die Gewinnprognose für das laufende und das kommende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. SAP standen 1,90 Prozent im Minus bei 55,62 Euro. Siemens fielen um 1,28 Prozent auf 37,05 Euro.
Am Neuen Markt schossen Mobilcom 42,86 Prozent auf 3,00 Euro an die Spitze im NEMAX 50. Der französische Telefonkonzern France Télécom ist einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" zufolge bereit, den Büdelsdorfern eine Kapitalspritze zu gewähren und deren Schulden zu übernehmen.
Schwarz-Pharmacia-Aktien gewannen 51 Prozent an Wert auf 15,78 Euro. Der Arzneimittelhersteller hatte am Wochenende mitgeteilt, einen wichtigen Patentstreit in den USA um den Einsatz eines umsatzstarken Nachahmer-Medikamentes gewonnen zu haben. Auch Wella legten mit fast 50 Prozent kräftig zu. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen am Wochenende erfahren, dass der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel dem Darmstädter Unternehmen ein Übernahmeangebot vorgelegt haben soll. Ein Händler rechnet damit, dass Wella nun bis "auf 65 oder 70 Euro" steigen könnten. Den Preis, den Henkel möglicherweise bezahlen wolle, erachtete er für "heftig", wenngleich die Übernahme "Sinn machen" würde.