Börse am Morgen: Verlierer weit und breit - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Verlierer weit und breit

Anleger fliehen in defensive Titel. Schering legt nach seiner Bilanz weiter zu. Die Deutsche Bank fällt unter 70 Euro, die T-Aktie unter 16 Euro. Es gibt belastende Nachrichten von allen Seiten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Auftakt 0,9 Prozent nach und rutschte auf 4941 Zähler. Am Neuen Markt sackte der Nemax 50 um 1,8 Prozent auf 1098 Zähler. Die schwachen US-Vorgaben belasteten weiterhin: Die US-Börsen sind am Montag eingebrochen, nachdem neue Enthüllungen über Bilanztricks beim Energiehändler Enron und beim Mischkonzern Tyco die Zweifel an den Bilanzierungsmethoden von US-Unternehmen verstärkt hatten.

Schering mit Rekordbilanz

Anleger flüchten zu defensiven Titeln wie Metro  , Henkel   und Linde   . Zu den vier Gewinnern im Dax am Dienstag Morgen gehörte auch der Pharmakonzern Schering   : Mit einem neuen Rekordgewinn hat die Schering AG das Geschäftsjahr 2001 abgeschlossen. Der Gewinn wurde im vergangenen Jahr um 24 Prozent gesteigert und damit die eigenen Prognosen übertroffen. Der Anstieg fiel mit 0,4 Prozent verhalten aus: Anleger hatten bereits gestern Gewinne mitgenommen, da die Schering   -Aktie in Erwartung guter Zahlen bereits in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt hatte.

Billig-Angriff auf Lufthansa

Am anderen Ende des Dax notierten der Touristikkonzern Preussag   (minus 3,5 Prozent) und die Aktie der Lufthansa   (minus 2,1 Prozent). Die irische Billigfluglinie Ryanair hat im dritten Quartal ein sattes Plus beim Nachsteuergewinn von 35 Prozent gemeldet.

Telekom: Belastungen von allen Seiten

Für die Telekommunikationstitel kommt es dieser Tage knüppeldick. In den USA belasten Gerüchte über Liquiditätsprobleme von Worldcom. In Europa leidet Vodafone unter Ertragsschwäche, und France Telecom wurde wegen der drückenden Schuldenlast in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft. Hinzu kommen die Probleme der Deutschen Telekom beim Kabelnetzverkauf: Das "Handelsblatt" zitierte am Montag Telekom-Chef Ron Sommer, der Schuldenabbau könnte ins Stocken geraten, falls der Verkauf des Kabelnetzes und der Börsengang der Mobilfunk-Tochter T-Mobile scheitert. Die Telekom entwirft nach einem Bericht der FTD intern bereits konkrete Szenarien, wie es nach einem möglichen Scheitern des Kabelnetz-Verkaufs an den US-Investor Liberty Media weiter gehen soll. Die T-Aktien   setzte mit einem Verlust von 0,9 Prozent auf 15,77 Euro ihre Talfahrt fort.

Deutsche Bank unter 70 Euro

Auch die Finanztitel blieben am Dienstag unter Druck. Neben schlechten Geschäftszahlen drückt die Sorge, die Banken müßten nach den Pleiten von Enron & Co höhere Drohverlustrückstellungen bilden. Die Commerzbank   will nach Vorlage ihrer Jahresbilanz deutlich weniger Dividende zahlen und gab zum Auftakt weitere 1,6 Prozent nach. Unter Druck bleib auch die Deutsche Bank   , die nach Herabstufungen mehrerer Banken weitere 1,4 Prozent verlor und unter 70 Euro fiel.

Die Versorger Eon   und RWE   notierten zum Auftakt zumindest knapp behauptet. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall und die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) wollen mit dem neuen Energieversorger Vattenfall Europe laut Presseberichten möglicherweise schneller an den Markt gehen als bisher geplant.

Der Automobilkonzern DaimlerChrysler   hatte gestern deutlich nachgegeben, nachdem Gerüchte über eine Kürzung der Dividende aufgegkommen waren. Laut "Handelsblatt" will der Automobilkonzern nun auch die Ergebnisbeteiligung für die 140.000 deutschen Beschäftigten kürzen. Die Aktie konnte am Dienstag ihre Verluste zumindest auf 0,5 Prozent begrenzen.

ProSiebenSat1: Kirch bleibt unter Druck

Die Bayerische Landesbank (BayernLB) will dem verschuldeten Filmunternehmer Leo Kirch nach einem Bericht FTD keine weiteren Kredite mehr geben. Das Gesamtvolumen der Kredite sei etwas geringer als die in Presseberichten genannten 2,2 Mrd Euro. Die Deutsche Bank halte den Medienunternehmer Kirch nicht mehr für kreditwürdig, schreibt die Zeitung. Die im Mdax notierte Aktie von ProSiebenSat1 gab weitere fünf Prozent auf 4,55 Euro nach.

Neuer Markt: Verluste im Sog der Nasdaq

Einziger Trost für Aktionäre ist, dass die Verluste am Neuen Markt bei recht dünnen Umsätzen zu Stande gekommen sind. Einziger Gewinner war zum Auftakt die Aktie von Teleplan   . Der Glasfaseranbieter Adva Optical gab dagegen um knapp zehn Prozent nach.

Der Anbieter von Erotikprodukten, Private Media, hatte gestern den für Montag geplanten Start der Aktie am Neuen Markt kurzfristig verschoben. Die Aktie des Luxemburger Telekommunikations-Ausrüsters Carrier 1   sind mit hohen Umsätzen um über 40 Prozent eingebrochen. Carrier 1 hatte zuvor bekannt gegeben, dass es wegen rechtlicher Probleme sein Rückkaufprogramm nicht einhalten kann.

Bilanztricks drücken Wall Street

Der Dow Jones verlor 2,2 Prozent auf 9687 Punkte, während der Technologieindex Nasdaq Composite um 2,9 Prozent auf 1855 Zähler nachgab. "Niemand hat Vertrauen, und jeder fragt, welches Unternehmen als nächstes zum Problem wird", sagte ein Händler. Heute um 15.30 Uhr MEZ spricht Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss, doch dies dürfte nicht für wesentliche Impulse sorgen: Die Bedenken richten sich eher auf die Unternehmensbilanzen als auf die US-Konjunktur.

Nikkei erneut im freien Fall

Der japanische Aktienmarkt hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index 225 führender Werte fiel um 156,33 Punkte und beendete den Handel beim Stand von 9.475,60 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 1,6 Prozent. Der Euro notierte am Abend mit 0,8703 US-Dollar nach 0,862 Dollar am Vortag.

Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Auftakt 0,9 Prozent auf 4941 Zähler nach. Am Neuen Markt sackte der Nemax 50 um 1,8 Prozent auf 1098 Zähler. Die schwachen US-Vorgaben belasteten weiterhin: Die US-Börsen sind am Montag eingebrochen, nachdem neue Enthüllungen über Bilanztricks beim Energiehändler Enron und beim Mischkonzern Tyco die Zweifel an den Bilanzierungsmethoden von US-Unternehmen verstärkt hatten.

Schering mit Rekordbilanz

Anleger flüchten zu defensiven Titeln wie Metro  , Henkel   und Linde   . Zu den vier Gewinnern im Dax am Dienstag Morgen gehörte auch der Pharmakonzern Schering   : Mit einem neuen Rekordgewinn hat die Schering AG das Geschäftsjahr 2001 abgeschlossen. Der Gewinn wurde im vergangenen Jahr um 24 Prozent gesteigert und damit die eigenen Prognosen übertroffen. Der Anstieg fiel mit 0,4 Prozent verhalten aus: Anleger hatten bereits gestern Gewinne mitgenommen, da die Schering   -Aktie in Erwartung guter Zahlen bereits in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt hatte.

Billig-Angriff auf Lufthansa

Am anderen Ende des Dax notierten der Touristikkonzern Preussag   (minus 3,5 Prozent) und die Aktie der Lufthansa   (minus 2,1 Prozent). Die irische Billigfluglinie Ryanair hat im dritten Quartal ein sattes Plus beim Nachsteuergewinn von 35 Prozent gemeldet.

Telekom: Belastungen von allen Seiten

Für die Telekommunikationstitel kommt es dieser Tage knüppeldick. In den USA belasten Gerüchte über Liquiditätsprobleme von Worldcom. In Europa leidet Vodafone unter Ertragsschwäche, und France Telecom wurde wegen der drückenden Schuldenlast in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft. Hinzu kommen die Probleme der Deutschen Telekom beim Kabelnetzverkauf: Das "Handelsblatt" zitierte am Montag Telekom-Chef Ron Sommer, der Schuldenabbau könnte ins Stocken geraten, falls der Verkauf des Kabelnetzes und der Börsengang der Mobilfunk-Tochter T-Mobile scheitert. Die Telekom entwirft nach einem Bericht der FTD intern bereits konkrete Szenarien, wie es nach einem möglichen Scheitern des Kabelnetz-Verkaufs an den US-Investor Liberty Media weiter gehen soll. Die T-Aktien   setzte mit einem Verlust von 0,9 Prozent auf 15,77 Euro ihre Talfahrt fort.

Deutsche Bank unter 70 Euro

Auch die Finanztitel blieben am Dienstag unter Druck. Neben schlechten Geschäftszahlen drückt die Sorge, die Banken müßten nach den Pleiten von Enron & Co höhere Drohverlustrückstellungen bilden. Die Commerzbank   will nach Vorlage ihrer Jahresbilanz deutlich weniger Dividende zahlen und gab zum Auftakt weitere 1,6 Prozent nach. Unter Druck bleib auch die Deutsche Bank   , die nach Herabstufungen mehrerer Banken weitere 1,4 Prozent verlor und unter 70 Euro fiel.

Die Versorger Eon   und RWE   notierten zum Auftakt zumindest knapp behauptet. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall und die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) wollen mit dem neuen Energieversorger Vattenfall Europe laut Presseberichten möglicherweise schneller an den Markt gehen als bisher geplant.

Der Automobilkonzern DaimlerChrysler   hatte gestern deutlich nachgegeben, nachdem Gerüchte über eine Kürzung der Dividende aufgegkommen waren. Laut "Handelsblatt" will der Automobilkonzern nun auch die Ergebnisbeteiligung für die 140.000 deutschen Beschäftigten kürzen. Die Aktie konnte am Dienstag ihre Verluste zumindest auf 0,5 Prozent begrenzen.

ProSiebenSat1: Kirch bleibt unter Druck

Die Bayerische Landesbank (BayernLB) will dem verschuldeten Filmunternehmer Leo Kirch nach einem Bericht FTD keine weiteren Kredite mehr geben. Das Gesamtvolumen der Kredite sei etwas geringer als die in Presseberichten genannten 2,2 Mrd Euro. Die Deutsche Bank halte den Medienunternehmer Kirch nicht mehr für kreditwürdig, schreibt die Zeitung. Die im Mdax notierte Aktie von ProSiebenSat1 gab weitere fünf Prozent auf 4,55 Euro nach.

Neuer Markt: Verluste im Sog der Nasdaq

Einziger Trost für Aktionäre ist, dass die Verluste am Neuen Markt bei recht dünnen Umsätzen zu Stande gekommen sind. Einziger Gewinner war zum Auftakt die Aktie von Teleplan   . Der Glasfaseranbieter Adva Optical gab dagegen um knapp zehn Prozent nach.

Der Anbieter von Erotikprodukten, Private Media, hatte gestern den für Montag geplanten Start der Aktie am Neuen Markt kurzfristig verschoben. Die Aktie des Luxemburger Telekommunikations-Ausrüsters Carrier 1   sind mit hohen Umsätzen um über 40 Prozent eingebrochen. Carrier 1 hatte zuvor bekannt gegeben, dass es wegen rechtlicher Probleme sein Rückkaufprogramm nicht einhalten kann.

Bilanztricks drücken Wall Street

Der Dow Jones verlor 2,2 Prozent auf 9687 Punkte, während der Technologieindex Nasdaq Composite um 2,9 Prozent auf 1855 Zähler nachgab. "Niemand hat Vertrauen, und jeder fragt, welches Unternehmen als nächstes zum Problem wird", sagte ein Händler. Heute um 15.30 Uhr MEZ spricht Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss, doch dies dürfte nicht für wesentliche Impulse sorgen: Die Bedenken richten sich eher auf die Unternehmensbilanzen als auf die US-Konjunktur.

Nikkei erneut im freien Fall

Der japanische Aktienmarkt hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index 225 führender Werte fiel um 156,33 Punkte und beendete den Handel beim Stand von 9.475,60 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 1,6 Prozent. Der Euro notierte am Abend mit 0,8703 US-Dollar nach 0,862 Dollar am Vortag.