Börse am Morgen Warten auf Amazon und Co.
Frankfurt am Main Die deutschen Aktienmärkte sind leichter in den Handelstag gestartet. Der Dax gab bis 9.30 Uhr zunächst 0,4 Prozent auf 5051 Zähler nach. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rutschten um 1,6 Prozent auf 1144 Punkte ab. Nach dem gestrigen Feiertag nehmen die US-Börsen den Handel am Dienstag wieder auf. Lufthansa rechnet 2001 mit roten Zahlen
Schwächster Wert im Dax waren die Aktien der Lufthansa , die 2,7 Prozent auf 17 Euro Euro nachgaben. Die Fluglinie überraschte vor Handelsauftakt mit einer versteckten Gewinnwarnung. "Das Jahr 2001 wird ohne Zweifel mit einem negativen Ergebnis enden", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer vor Journalisten in Shanghai. Im November hatte die Lufthansa mitgeteilt, im Gesamtjahr 2001 einen operativen Verlust vermeiden zu können, sollten die Maßnahmen zur Kostenreduzierung greifen.
Der Fluglinie droht zudem ein Streik bei ihrer Tochter City Line. Die Pilotenvereinigung VC Cockpit habe die Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung der auf Inlands- und Mittelstrecken spezialisierten Tochter für gescheitert erklärt, berichtet das "Handelsblatt".
Thema der Hauptversammlung dürfte neben den weiter unsicheren Prognosen auch der massive Stellenabbau sein. Wegen der Streichung von 5000 Stellen wollen Belegschaftsaktionäre gegen die Entlastung des Vorstands stimmen. Gestern hatte Infineon seine Quartalszahlen veröffentlicht. Konzernchef Ulrich Schumacher erwartet auch für das Gesamtjahr rote Zahlen.
Autovermieter in Deutschland müssen sich auf harte Zeiten einstellen. DaimlerChrysler startet nach Informationen des "Handelsblatts" (Dienstagsausgabe) als erster deutscher Autoherstellers ein eigenes Gebrauchtwagen-Geschäft. Im März soll die Tochter "Motormeile" in Echingen bei München gegründet werden. Die neue Gesellschaft solle aber nicht nur Mercedes-Modelle, sondern alle Marken verkaufen. Die Aktie mit dem Stern fiel um 0,8 Prozent auf rund 46 Euro.
Volkswagen will seinen Absatz auch künftig nicht mit niedrigen Preisen und Geldgeschenken für die Kunden ankurbeln, wie dies in den USA gängige Praxis ist. "Menge allein macht nicht selig. Mehrmenge über Mitteleinsatz ist zu simpel", sagte Konzern-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer in einem dpa-Gespräch. Volkswagen wolle beim Marktanteil weiter zulegen, allerdings nicht um jeden Preis. Im vergangenen Jahr hatte der Wolfsburger Konzern seinen Anteil um 0,3 Punkte auf 12,5 Prozent ausgebaut. Die Aktie notierte zunächst unverändert bei 49,75 Euro.
Nach dem gestrigen Feiertag nimmt die Wall Street heute wieder ihren Handel auf. Der Tag in New York dürfte ganz im Zeichen von Quartalsberichten stehen. So werden die Geschäftszahlen von Merck , Amazon.com , Lucent Technologies und Motorola (nach Börsenschluss) nicht ohne Wirkung auf die deutschen Märkte bleiben. Ebenso wird die Bank of America ihre Zahlen vorlegen.
Tokio schließt schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der Nikkei büßte 229 Punkte oder 2,23 Prozent ein und ging beim Stand von 10.050 Punkten aus dem Markt. Händler begründeten die Zurückhaltung auf dem japanischen Markt mit dem langen Börsenwochenende in den USA. Dort waren die Börsen am Montag wegen des Martin-Luther-King-Feiertages geschlossen geblieben.
Der Dollar notierte zum Handelsschluss fester mit 133,72-75 Yen nach 132,25-28 Yen am Montag. Der Euro gab zum Dollar nach und schloss mit 0,8824-27 Dollar nach 0,8853-56 Dollar am Vortag.