Börse am Morgen Warten auf das Beige Book
Frankfurt am Main Nach einer schwachen Eröffnung hat der Dax im frühen Handel einen Teil seiner Verluste wieder abbauen können und notierte um 9.30 Uhr auf 5224 Zählern, ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 um 0,4 Prozent auf 1036 Punkte.
"Ich rechne damit, dass sich die Anleger heute in Erwartung der US-Konjunkturzahlen eher zurückhalten", sagte ein Händler. Kurz nach der Wall-Street-Eröffnung werden die Januar-Zahlen für die US-Industrieaufträge erwartet, gegen 20 Uhr (MEZ) veröffentlicht die US-Notenbank Fed das Beige Book. Von dem Wirtschaftsbericht erwarten sich Händler neue Kenntnisse über die Wirtschaftserholung.
Transatlantischer Handelskrieg droht
Größter Verlierer am Morgen war die Aktie von ThyssenKrupp . Das Papier büßte rund 1,7 Prozent ein und notierte damit bei 17 Euro. US-Präsident George W. Bush hat am Dienstag zum Schutz der US-Stahlbranche Importzölle von bis zu 30 Prozent für die meisten Stahlerzeugnisse verhängt. Damit zeichnet sich ein Handelsstreit unter anderem zwischen den USA und der EU ab. Die EU kündigte Beschwerde gegen die Zölle bei der Welthandelsorganisation (WTO) an. Bush kündigte in Washington an, die Importabgaben auf zehn verschiedene Stahlproduktgruppen reichten je nach Erzeugnis von acht bis 30 Prozent und würden vom 20. März an für drei Jahre wirksam. "Dieser Erlass wird den Stahlarbeitern, von der Stahlindustrie abhängigen Kommunen und der US-Stahlbranche helfen, ohne unserer Wirtschaft zu schaden", sagte Bush.
Der Chiphersteller Infineon führte die Gewinnerliste an. Mit einem Kursaufschlag von knapp 1,5 Prozent notierte die Aktie auf 28 Euro. Die Siemens-Tochter hatte am Dienstag bei der US-Börsenaufsicht SEC die Vorausregistrierung für Ausgabe von 1,5 Milliarden Dollar in Stammaktien und Schuldverschreibungen beantragt. Zur Zeit gebe es allerdings keine konkreten Pläne, die Papiere tatsächlich auszugeben, hieß es aus der Münchner Unternehmenszentrale.
Nach einem schwierigen Geschäftsjahr lädt der Bauelemente-Spezialist Epcos seine Aktionäre heute zur Hauptversammlung nach München ein. Das Unternehmen hatte stark mit den Auswirkungen der weltweiten High-Tech-Flaute zu kämpfen. Für die kommenden Monate kann Vorstandschef Gerhard Pegam den Aktionären aber etwas mehr Hoffnung machen. Ab dem dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet Epcos wieder Umsatzzuwächse. Die Aktie notierte im frühen Handel rund 1,4 Prozent schwächer auf 47,79 Euro.
Der japanische Autokonzern Mitsubishi Motors (MMC), an dem DaimlerChrysler 37 Prozent hält, liegt bei der Sanierung weit über Plan. "Wir bauen die Zahl die Mitarbeiter schneller ab als geplant, senken unsere Kosten stärker und bekommen zusätzlich Rückenwind von der Währungsseite", zitierte die "Financial Times Deutschland" den von DaimlerChrysler entsandten Mitsubishi-Vorstand Rolf Eckrodt. Die DaimlerChrysler-Aktie präsentierte sich nur leicht fester auf 49,43 Euro.
Mit 1,1 Prozent im Minus auf 27,88 Euro notierte die Aktie von MAN schwach. Für das abgelaufene Geschäftsjahr verbuchte der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern einen deutlichen Gewinneinbruch, der aber am oberen Ende der schon mehrfach nach unten korrigierten eigenen Prognosen und auch leicht oberhalb von Analystenerwartungen ausfiel. Grund für den Rückgang seien unter anderem Sonderfaktoren und operative Verschlechterungen bei den Nutzfahrzeugen gewesen, hieß es.
;!K;2;l>Der Chiphändler CE Consumer ist im vergangenen Jahr wegen der Halbleiterkrise in seinem operativen Geschäft nur knapp an der Verlustzone vorbei gerutscht. Vor Zinsen und Steuern sei ein Gewinn von 100.000 Euro verbucht worden, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 12,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Den Umsatz steigerte CE Consumer vor allem durch Zukäufe um 50 Prozent auf 426,8 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen seine Umsatzprognose. Die am Neuen Markt notierten Anteilsscheine kletterten um 6,9 Prozent auf 7,80 Euro.
Tokioter Börse schließt uneinheitlich
Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte geringfügig um 10,08 Punkte auf 11.358 Punkte zu. Der breit angelegte Topix gab dagegen um 1,95 Punkte oder 0,2 Prozent nach und ging beim Stand von 1073 Punkten aus dem Handel.
Euro behauptet sich
Der Euro hat sich im frühen Handel am Mittwoch über der Marke von 0,87 Dollar gehalten. Gegen 9.15 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8708 Dollar.
Die Kursverluste an der Wall Street hätten den Dollar belastet, sagte David Ethridge, Devisenexperte bei MMS International. Der deutlich gestiegene Einkaufsmanagerindex im US-Dienstleistungssektor habe den Kurs des Euro dagegen nur zwischenzeitlich gedrückt, sagten Händler.