Börse am Morgen: WCM-Aktie stürzt ab - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen WCM-Aktie stürzt ab

Die deutschen Aktien starten schwach in den Handel. Technologiewerte geben nach dem enttäuschenden Ausblick von Intel ab. Auch Finanzwerte stehen auf den Verkaufslisten. Die T-Aktie profitiert von einer Heraufstufung durch die Investmentbank Merrill Lynch.
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Frankfurt am Main - Nach schwachen Vorgaben der Wall Street und zum Teil enttäuschenden Quartalszahlen nach Börsenschluss sind die deutschen Aktienmärkte am Mittwoch leichter in den Handel gestartet. Der Dax fiel bis 9.25 Uhr um 1,5 Prozent auf 3920 Zähler. Am Neuen Markt rutschte Auswahlindex Nemax 50 um rund ein Prozent auf 526 Punkte ab.

Neuer Telekom-Chef kündigt scharfe Einschnitte an

In Deutschland konzentrierten sich die Blicke zunächst auf die Deutsche Telekom  . Nach dem Führungswechsel stehen dem Konzern harte Einschnitte bevor. Übergangschef Helmut Sihler kündigte unmittelbar nach seiner Berufung einen radikalen Konsolidierungskurs mit Kostensenkungen und Schuldenabbau an.

Da der neue Telekom-Chef nur einen sechsmonatigen Vertrag habe, sei fraglich, ob er in dem hoch verschuldeten Konzern überhaupt etwas bewegen könne, sagten Händler. Außerdem werde in den kommenden Monaten voraussichtlich viel über Nachfolger spekuliert. Die Aktie notierte zu Handelsbeginn rund zwei Prozent leichter, drehte dann aber leicht ins Plus auf knapp elf Euro. Am Vortag hatte der Titel um mehr als sechs Prozent zugelegt. Die US-Investmentbank Merrill Lynch stufte indes die Aktie von "Reduzieren/Verkaufen" auf "Neutral" hoch.

Die Aktien von Infineon   fielen nach den enttäuschenden Zahlen von Intel   zunächst um rund zwei Prozent auf 16,64 Euro. Am Dienstag hatte der Titel knapp sechs Prozent hinzugewonnen. Leichter notierten auch die Technologiewerte Siemens   und Epcos  .

Kursabschläge verbuchten ebenso Finanzwerte Allianz  , Münchener Rück  , Commerzbank  , HypoVereinsbank   und Deutsche Bank  .

SAP-Chef sieht Erholung erst in 2003

Unter Verkaufsdruck standen auch die Aktie des Softwarekonzerns SAP  , die zunächst 1,50 Prozent auf 77,40 Euro nachgaben. SAP rechnet nach den Worten von Unternehmenschef Henning Kagermann erst für 2003 mit einer Erholung der Nachfrage. Die Zeit der großen Aufträge sei vorbei. Insgesamt würden die Projekte kleiner. In der vergangenen Woche hatte SAP die Prognosen für das Geschäftsjahr 2002 unter Verweis auf das schwache Marktumfeld reduziert und damit einen Kursrutsch seiner Aktie ausgelöst.

WCM-Aktie stürzt ab

Spannend könnte heute der Handelsauftakt für WCM   werden. Die Immobiliengesellschaft wird bei einem anhaltend schwachen Markt ihre eigenen Ergebnisziele womöglich verfehlen, sagte WCM-Chef Roland Flach in einem Zeitungsinterview. Überdies stehen einschneidende Veränderungen bevor. Großaktionär Karl Ehlerding wird nach einem Bericht der Börsen-Zeitung zum Abbau seiner privaten Finanzschulden von angeblich 500 Millionen Euro flankierend zum Einstieg eines strategischen Immobilieninvestors 20 bis 25 Prozent seiner WCM-Aktien abgeben. Der geplante Verkauf von IVG ist damit wohl vom Tisch. Die Aktie von WCM gab zuletzt mehr als 15 Prozent auf 3,35 Euro ab.

Der Euro notierte am Morgen fest. Die Gemeinschaftswährung kostete gegen 9.30 Uhr 1,0103 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag bei 1,0127 (Montag: 1,0024) Dollar festgesetzt.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss im Plus. Der Nikkei kletterte um 0,4 Prozent auf 10.296 Punkte.

Wall Street: Intel und Apple enttäuschen

Wall Street: Intel und Apple enttäuschen

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Dienstag schwach geschlossen. Der Dow Jones verlor 1,9 Prozent auf 8473 Zähler. Der Index für die US-Technologiebörse, der Nasdaq Composite, fiel mit einem halben Prozent in die Verlustzone auf 1375 Zähler.

Die Äußerungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan zur Konjunktur hatten am Dienstag unter dem Strich kaum Auswirkung auf den US-Aktienmarkt gehabt. Im Mittelpunkt stand der Beginn der Berichtssaison und weitere Unsicherheiten zur Tragfähigkeit der Bilanzen. Auch die überraschend positiven Zahlen zur Industrieproduktion verpufften wirkungslos. Marktteilnehmer äußerten zudem Befürchtungen, dass die US-Konzerne ihre Prognosen für das dritte Quartal senken werden, selbst wenn die Gewinne im zweiten Quartal den Erwartungen entsprechen sollten.

Greenspan hatte vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sei noch immer mit einer "beträchtlichen Unsicherheit" behaftet. Die Effekte der Terroranschläge vom 11. September 2001, die sinkenden Aktienkurse und die deutliche Zurückhaltung der Unternehmen würden sich weiterhin auswirken.

Intel verfehlt Erwartungen - Umsatzprognose gesenkt

Nach Börsenschluss hatten zahlreiche US-Konzerne ihre Geschäftszahlen vorgelegt und zeichneten dabei ein gemischtes Bild. Der weltgrößte Chiphersteller Intel   hat im zweiten Quartal seinen Gewinn gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber leicht verfehlt. Der Konzern will 4000 Stellen oder rund fünf Prozent der Belegschaft abbauen.

Für das laufende dritte Quartal prognostizierte das Unternehmen einen Umsatz von 6,3 bis 6,9 Milliarden Dollar. Analysten erwarten bislang einen Umsatz von 6,72 Milliarden Dollar. Intel reduzierte zudem seine Prognose für die Bruttomarge im dritten Quartal auf 51 Prozent von zuvor 53 Prozent.

Apple-Gewinn bricht ein

Der Computerhersteller Apple   hat im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal Rückgänge bei Gewinn und Umsatz verzeichnet. Mit den nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen erfüllte das Unternehmen allerdings die eigenen reduzierten Prognosen. Für das laufende Geschäftsquartal erwartet der Konzern einen stagnierenden Umsatz im Vergleich zum Vorquartal und schließt einen Nettoverlust nicht aus. Apple-Aktien reagierten nachbörslich mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachrichten.

Motorola überrascht mit Ergebnis vor Sonderposten

Der US-Handy- und Chiphersteller Motorola   hat im zweiten Quartal 2002 unter dem Strich einen Rekordverlust in Milliardenhöhe verzeichnet. Immense Restrukturierungskosten hätten zu dem höchsten Quartals-Nettoverlust der Firmengeschichte geführt, teilte der weltweit zweitgrößte Mobiltelefon-Produzent nach US-Börsenschluss mit.

Vor Sonderposten verbuchte Motorola allerdings zum ersten Mal nach fünf verlustbringenden Quartalen hintereinander überraschend einen Gewinn. Analysten äußerten sich positiv zu dem Geschäftszahlen. Die Motorola-Aktien reagierten nachbörslich mit Kursgewinnen auf die Unternehmensnachrichten.

SAP-Konkurrent I2 reduziert Verluste

Der amerikanische SAP-Konkurrent I2 Technologies hat seinen Nettoverlust im abgelaufenen zweiten Quartal reduziert. Das US-Softwareunternehmen teilte am Dienstag in Dallas weiter mit, der Umsatz sei indes um mehr als die Hälfte eingebrochen, da die Kunden ihre Aufträge am Ende des Quartals aufgeschoben hätten. Der Nettoverlust betrage 1,77 Dollar je Aktie verglichen mit 2,08 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal. Der Umsatz sei auf 120 Millionen Dollar von 249,2 Millionen Dollar eingebrochen.

Der Zahlenreigen geht weiter

Der Reigen der Quartalszahlen geht heute weiter. So werden nach Börsenschluss unter anderem die Geschäftszahlen der Technologiekonzerne IBM  , AMD   und dem SAP-Konkurrenten Siebel Systems   erwartet.

Der Autobauer Ford   wird heute vor Handelsbeginn in den USA nach Meinung von Experten für das zweite Quartal 2001 einen geringeren Verlust ausweisen als noch vor einem Jahr. Stagnierende Gewinne erwarten Analysten beim US-Mischkonzern Honeywell  , der ebenso wie Coca-Cola   vor Handelsbeginn seine Geschäftszahlen vorlegen wird.