Börse am Morgen: Zitterpartie für T-Aktie - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Zitterpartie für T-Aktie

Autowerte knüpfen an ihren positiven Trend vom Vortag an. Bei der T-Aktie agieren die Anleger mit zittrigen Händen: Nach einem Start im Plus fällt das Papier wieder zurück. Den optimistischen Ausblick von Altana belohnt die Börse mit deutlichen Kursaufschlägen.
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Frankfurt am Main - Nach guten Vorgaben der Wall Street sind die deutschen Aktienmärkte am Dienstag fest in den Handel gestartet. Der Dax gewann bis 9.30 Uhr 0,2 Prozent auf 5166 Zähler hinzu. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich 0,7 Prozent fester auf 1180 Zähler.

Infineon   gehörten mit einem Gewinn von 1,46 Prozent auf 23,68 Euro zunächst zu den größten Gewinnern im Dax. Ohne Wirkung blieb dabei, dass der japanische Chiphersteller Toshiba am Morgen eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr ausgesprochen hatte.

Aktien der Deutsche Telekom   konnten nach dem Debakel am späten Montagabend zunächst mit rund einem halben Prozent im Plus starten, fielen dann aber wieder auf ihr Vortagesniveau bei 17,27 Euro zurück. Das Papier hatte am Vortag 3,57 Prozent auf rund 17,30 Euro verloren.

Der Kabelverkauf an den US-Konzern Liberty wachelt, berichtete das Handelsblatt gestern vorab. 5,5 Milliarden Euro soll der Deal in die Kassen des hoch verschuldeten Ex-Monopolisten spülen.

Nach Informationen von manger-magazin.de hat das Bundeskartellamt noch keine Abmahnung an Liberty geschickt. Das Kartellamt befürchtet bei einer Übernahme des Kabelnetzes der Telekom eine Monopolstellung von Liberty in Deutschland und fordert weitreichende Zugeständnisse des US-Konzerns bei bestehenden oder geplanten Beteiligungen, um den Wettbewerb nicht zu behindern.

Autowerte, die am Vortag zu den Toptiteln im Dax zählten, konnten ihren positiven Trend fortsetzen. BMW   stiegen um 2,50 Prozent auf 41,27 Euro und setzten sich damit an die Dax-Spitze. Volkswagen   kletterten um 1,80 Prozent, DaimlerChrysler   um 1,40 Prozent. BMW hatte am Vortag von Rekordumsätzen für das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet und sich optimistisch für die Zukunft geäußert.

Der im M-Dax notierte Pharma- und Chemiekonzern Altana   hat nach ersten Ad-hoc-Meldungen kurz vor Handelsbeginn sein Vorsteuerergebnis in 2001 gegen über dem Vorjahr um 30 Prozent gesteigert. Der Konzernumsatz kletterte um 19 Prozent. Auch für das Jahr 2002 geht der Konzern von zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis aus. Die Aktie von Altana kletterte zunächst um rund drei Prozent auf 58,45 Euro.

Größter Gewinner im Nemax 50 waren die Aktien von PrimaCom   . Der Netzbetreiber profitiere von der Befürchtung, dass das Bundeskartellamt den Verkauf des Kabelnetzes der Deutschen Telekom stoppen könne, hieß es in Frankfurt. Dies bringe neue Kursfantasie für andere Netzbetreiber wie Primacom. Die Aktie verteuerte sich um knapp fünf Prozent auf 3,47 Euro.

IDS Scheer   stiegen 1,31 Prozent auf 8,50 Euro. Das Beratungs- und Softwareunternehmen hat nach ersten Meldungen am Morgen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 27,8 Prozent auf 160,7 Millionen Euro (2000: 125,8 Millionen Euro) gesteigert. In der IDS Scheer-Gruppe erreichte das operative Ergebnis 8,8 Millionen Euro (12,8 Millionen Euro). Das Vorsteuerergebnis (EBT) belief nach eigenen Angaben auf 10,5 Millionen Euro (16,5 Millionen Euro). Der Vorstand sei zuversichtlich, im Gesamtjahr 2002 ein Umsatzwachstum von 15 Prozent zu erzielen.

Zwar hat die Wall Street nahezu unverändert geschlossen, doch gab es nach Börsenschluss zumindest aus dem Technologiebereich ermutigende Signale. Der Dow Jones drehte nach Handelsschluss in Deutschland ins Plus und schloss mit 0,3 Prozent im Plus auf 9865 Zähler. Gleiches Bild beim Nasdaq Composite. Der Technologieindex drehte und notierte ebenfalls 0,3 Prozent fester auf 1943 Punkte.

Viele der bisher veröffentlichten Quartalsergebnisse hätten zwar über den Erwartungen gelegen, doch sei der Ausblick oft nicht so positiv ausgefallen wie von den Anlegern erhofft, sagten Händler. "Die Frage ist, wie stark und wie kräftig der Aufschwung sein wird", sagte Alfred Kugel, Investment-Stratege bei Stein Roe & Farnham. "Es gab einen kräftigen Aufwärtstrend seit September. Die Leute fragen sich jetzt, ob die Konjunktur stark genug sein wird, um die Bilanzen zu bringen, die das unterstützen", sagte Kugel weiter.

Die zinspolitische Sitzung der Fed beginnt heute, eine Zinsentscheidung wird für Mittwoch 20.15 Uhr (MEZ) erwartet. Die große Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die Leitzinssatz von 1,75 Prozent beibehalten wird. Der Markt erhoffe allerdings von der Fed eine Bestätigung, dass die US-Wirtschaft auf Erholungskurs sei, sagten Börsianer.

Nach Börsenschluss legte der Technologiekonzern Texas Instruments   seine Zahlen für das vierte Quartal vor. Texas ist demnach in die Verlustzone gerutscht, übertraf aber die Erwartungen der Analysten. Der Verlust je Aktie belief sich vor Sonderposten auf sechs Cent je Aktie. Am Markt war ein Verlust von neun Cent erwartet worden. Im ersten Quartal will der Konzern wieder die Gewinnzone erreichen.

Optimistisch für den Handelstag stimmen auch die nachbörslich vermeldeten Nachrichten von Dell. Der weltgrößte Computerhersteller erwartet für die nächsten Monate ein verbessertes Marktumfeld. In der PC-Industrie hätte sich eine Nachfrage regelrecht angestaut, sagte Finanzvorstand James Schnieder. Daher sei er zuversichtlich, dass sich die Computer-Industrie erholen werde. Der Konzern hat eigenen Angaben zufolge am Jahresende von einer hohen Nachfrage profitiert.

Einmal mehr warten Investoren heute auf Konjunkturdaten aus den USA. Bei den Zahlen zum Verbrauchervertrauen erwarten Analysten der Wall Street, dass sich der vom New Yorker Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index von 93,7 im Dezember auf 96,9 (Januar) erhöht hat. Das Handelsministerium gibt den Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter bekannt.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss deutlich schwächer. Der Nikkei gab 1,9 Prozent auf 10.026 Punkte nach.