Börse am Nachmittag Aufwärtstrend ungebrochen
Frankfurt am Main - Die amerikanischen Börsen haben deutlich im Plus eröffnet. Der Dow Jones gewann bis 16.10 Uhr 1,3 Prozent auf 10.368 Punkte hinzu. Die Technologiebörse Nasdaq eröffnete erwartungsgemäß stark und lag zuletzt mit 3,8 Prozent auf 2047 Zähler im Plus.
Die deutschen Aktienmärkte hielten an ihrem Aufwärtstrend fest. Der Dax notierte 1,6 Prozent fester bei 5893 Zählern. Der Nemax 50 notierte mit 4,7 Prozent im Plus bei 1226 Punkten. Auf dem überverkauften Markt kommt es nach den guten Nachrichten von Yahoo, Motorolaund Microsoft zu einer technischen Gegenreaktion, die aber noch keine Trendwende bedeutet.
General Electric erfüllt Analysten-Erwartungen
Vorbörslich hatte der US-amerikanische Mischkonzern General Electric für das zweite Quartal einen Gewinn pro Aktie von 0,39 Dollar ausgewiesen. Damit erfüllte das Unternehmen centgenau die Erwartungen der Analysten. Der Energiekonzern Enron wies für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie von 45 Cents, drei Cents über den Erwartungen der Experten. Nachbörslich stehen Zahlen des Chiperherstellers AMD an.
Größte Gewinner im Dax waren die Technologiewerte, die in den vergangenen Tagen stark unter Druck geraten waren. Epcos legten rund sechs Prozent auf 55 Euro zu. Die Aktie des Softwareherstellers SAP gewann 5,74 Prozent auf 149 Euro. Siemens verbesserten sich um rund vier Prozent auf 63 Euro. Die T-Aktie rückte um drei Prozent auf 26,80 Euro.
Infineon: Kapitalerhöhung auf gutem Weg
Der Chiphersteller Infineon notierte mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 25,50 Euro und zeigte sich damit etwas schwächer als während der Mittagsstunden. Nach tagelangem Tauziehen werde die Kapitalerhöhung voraussichtlich erfolgreich sein, meldete das Handelsblatt am Mittwoch. Infineon wollte Gerüchte, wonach die Kapitalerhöhung bereits überzeichnet sei, nicht kommentieren. Der Preis für die 60 Millionen neuen Aktien soll heute nach US-Börsenschluss bekannt gegeben werden.
Deutsche Bank erholt sich
Die Deutsche Bank legte mit einem Plus von vier Prozent auf 81,36 Euro ebenfalls stärker als der Gesamtmark zu. Goldman Sachs hat die Deutsche Bank und Credit Suisse auf "Outperformer" heraufgestuft. Die Gewinnerwartung je Aktie für 2001 wurden jedoch für die Deutsche Bank um 16 Prozent und für Credit Suisse um 13 Prozent gesenkt.
JP Morgan hat die Gewinnerwartungen für die HypoVereinsbank gesenkt, die Einstufung der Aktie mit "Kauf" jedoch bestätigt. Auch den fairen Wert der Aktie setzte JP Morgan von 67 Euro auf 63 Euro herunter. Die Aktie notierte 0,30 Prozent im Minus bei 53 Euro.
DaimlerChrysler legt weiter zu
Die Aktie von DaimlerChrysler legte einen Tag nach dem kräftigen Kursanstieg weiter um rund ein Prozent auf 57 Euro zu. Der operative Verlust der Chrysler-Sparte soll nach Presseberichten nicht wie prognostiziert bei 300 bis 700 Millionen US-Dollar liegen, sondern nur bei 200 Millionen Dollar. Sollte der Kurs die Widerstandsmarke von 57,50 Euro durchbrechen, steht einer weiteren Erholung charttechnisch nichts im Wege. Die Ergebnisse für das zweite Quartal gibt DaimlerChrysler am 21. Juli bekannt.
Neuer Markt: Brokat weiter vorn
Am Neuen Markt verbuchten Brokat, Adva und Intershop starke Kursgewinne. Bei der niedrigen Bewertung der Aktien warnen Händler jedoch davor, die Steigerungen überzubewerten.
Die Aktien des Softwareherstellers Brokat lagen zuletzt noch mit rund 18 Prozent im Plus bei 4,20 Euro. Zeitweilig hatte das Kursplus mehr als 40 Prozent betragen. Einem Gerücht zufolge will IBM Brokat übernehmen. Ein Sprecher des Unternehmens wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen. In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrfach Spekulationen über eine Übernahme gegeben, wobei besonders Siemens als möglicher Käufer genannt wurde. Außerdem hat Brokat hat mit dem Partner Fujitsu Philippines einen Auftrag vom philippinischen Bankenkonsortium BancNet erhalten. Intershop gewann 13 Prozent auf 3,45 Euro..
Die Aktien der Constantin-Film AG waren mit minus 0,80 Prozent auf neun Euro einer der wenigen Verlierer im Nemax 50. Wegen eines schwachen Starts in das Verleihgeschäft von Kinofilmen hatte das Unternehmen im ersten Halbjahr Verluste geschrieben. Schwächer standen nur noch IDS Scheer und EM.TV, die vier bzw fünf Prozent nachgaben.
Euro schwächer
Der Euro hat am Donnerstag auf Grund von Gewinnmitnahmen und wegen der erwarteten Kurserholung in den USA deutlich an Wert verloren und wieder die Marke von 86 Cent unterschritten. Am Nachmittag kostete die Währung 0,8522 Dollar.