Börse am Nachmittag Autoaktien geraten ins Schlingern
Frankfurt am Main Der Dax hat seine Gewinne vom Vormittag wieder abgeben müssen und ist bis 16 Uhr auf 5356 Punkte gefallen, ein Minus von 0,2 Prozent. Der MDax verlor rund 0,3 Prozent auf 4453 Punkte. Weiterhin freundlich präsentierte sich der Neue Markt: Mit einem Plus von 0,6 Prozent stieg der Nemax 50 auf 1039 Zähler
In den USA zeigten sich die Börsen zum Wochenauftakt schwach. Nach einer halben Handelsstunde pendelte der Dow Jones nervös um die Schlusslinie vom Freitag. Die Nasdaq präsentierte sich ebenfalls nahezu unverändert, hielt dabei jedoch eine positive Tendenz.
Deutsche Bank vor Aktienrückkaufprogramm
Zu den Kursgewinnern im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Bank , die um 1,2 Prozent auf 73,79 Euro anzogen. Händlern zufolge wirkte sich positiv aus, dass das Institut eine Ermächtigung seiner Aktionäre erhalten möchte, bis 30. September 2003 bis zu zehn Prozent seines Grundkapitals zu erwerben. Das überwiege auch den nach Händler-Einschätzung enttäuschenden Ausblick, den das Unternehmen veröffentlicht hatte. Man rechne auch 2002 mit einem schwierigen Geschäftsumfeld und schließe eine höhere Risikovorsorge nicht aus, hieß es. "Der Ausblick war aber bereits im Kurs berücksichtigt und dann überwiegt die Nachricht über den Aktienrückkauf", sagte Aktienhändler Frank Albrecht von M.M. Warburg.
An der Dax-Spitze hielt sich das Papier des Finanzdienstleisters MLP mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent auf 78,45 Euro. Händler nannten als Grund für die erneuten Gewinne den Stimmungsumschwung zugunsten des Papiers in der vergangenen Woche. Die Börse habe MLP "wieder als Wachstumswert mit tollem Potenzial nach oben entdeckt", sagte ein Händler.
Einen Tag vor Vorlage der Jahresbilanz notierte der Aktienkurs des Handelskonzerns Metro leicht fester auf 38,77 Euro. Der Titel des Touristikkonzerns Preussag verteuerte sich nach einem positiven Kommentar von Merrill Lynch um 0,7 Prozent auf 34,30 Euro.
Automobilhersteller deutlich unter Druck
Mit Abschlägen präsentierten sich indes die Titel der Autohersteller. "Die Kursverluste sind auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg in den vergangenen Woche zurückzuführen", sagte Katja Gramb, Aktienhändlerin bei der Commerzbank. Volkswagen-Papiere verloren 2,7 Prozent auf 60,46 Euro, Anteilsscheine von BMW gaben um 2,9 Prozent auf 45,71 Euro nach. Händler nannten die Angst vieler Investoren vor einer harten Lohnrunde als Grund für zahlreiche Verkäufe.
DaimlerChrysler-Aktien gaben um 1,8 Prozent auf 52,76 Euro nach. Hier belastete der Händlerin zufolge auch noch die Nachricht, dass ein US-Bundesrichter Milliarden-Klagen von Aktionären gegen den Autohersteller im Zusammenhang mit der Fusion beider Konzerne zugelassen hatte. Dabei geht es im Kern um einen angebliche Irreführung der Chrysler-Anteilseigner im Vorfeld dieses Zusammenschlusses 1998 durch den Daimler-Vorstand.
MobilCom auf Höhenflug
Am Neuen Markt zogen die Aktien von MobilCom um mehr als zwölf Prozent auf 15,44 Euro an. Einem Medienbericht zufolge will France Telecom Aktien von MobilCom-Chef Schmid kaufen. Wie die "Financial Times Deutschland" schrieb, soll Schmid für jede seiner Aktien 2,75 Anteilsscheine von Orange erhalten, der Mobilfunktochter von France Telekom. Das entspreche einem Kaufpreis von rund 22 Euro je MobilCom-Aktie. Schmid hält rund 40 Prozent an MobilCom. Völlig unklar ist aber noch, wie das nach deutschem Übernahmerecht beim Überschreiten einer Beteiligungsschwelle von 30 Prozent fällige Angebot an die übrigen restlichen Aktionäre gehandhabt wird. Analysten vertreten die Ansicht, mit Hilfe der Banken könnte eine Konstruktion gefunden werden, um ein Übernahmeangebot zu umgehen. Doch solange keine Details der geplanten Transaktion bekannt sind, könne darüber nur spekuliert werden.
Unterdessen wurde der Ausgabepreis für die Aktien des Windenergiespezialisten Repower auf 41 Euro festgelegt. Die erste Emission am Neuen Markt in diesem Jahr war den Angaben zufolge fünfmal überzeichnet.
Comdirect steigen nach Zahlen
Die Aktien des Online-Brokers Comdirect haben auf die Bekanntgabe der Zahlen für 2001 mit steigenden Kursen reagiert. Vor allem der Ausblick der Direktbank habe zuversichtlich gestimmt, sagte ein Händler. Die Titel kletterten bis zum Nachmittag um 1,4 Prozent auf 10,57 Euro. "Mit großen Überraschungen hat so gut wie keiner gerechnet", sagte der Händler: "Die wichtigen Eckdaten sind aber bereits bekannt gewesen." Bereits vor Tagen hatte Comdirect einen Vorsteuerverlust nach Sonderbelastungen von 203,3 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 12 Millionen Euro in der AG berichtet. Am Vormittag meldete die Bank zudem 71.146 neue Kunden für 2001 und einen Rückgang des Kundenvermögens von 10,2 auf 9 Millionen Euro. Zudem will Comdirect im laufenden Geschäftsjahr operativ die Gewinnschwelle auf Konzernebene erreichen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bank den Break-Even schafft", sagte ein Analyst. Allerdings hänge alles davon ab, wie die Börse in diesem Jahr laufe.
Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec (plus 1,9 Prozent auf 9,16 Euro) kletterte nach Vorlage der Bilanz leicht ins Plus. Der Umsatz lag niedriger als prognostiziert, dafür übertraf das Unternehmen beim Ebitda die Einschätzungen der Analysten. Alles in allem wurden die Zahlen als "in line" bezeichnet und der Ausblick als verhalten positiv bewertet.
Gewinnmitnahmen drücken Kurse in Tokio
Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte büßte 83,99 Punkte oder 0,7 Prozent ein und ging beim Stand von 11.261 Punkten aus dem Handel. Der breit angelegte Topix verlor 3,43 Punkte oder 0,3 Prozent und beendete das Geschäft bei 1073 Punkten.
Kurs des Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Montag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8759 (Freitag: 0,8795) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1417 (1,1370) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6135 (0,6169) Pfund, 116,66 (116,76) Yen und 1,4608 (1,4602) Schweizer Franken fest.