Börse am Nachmittag: Automobilwerte deutlich im Plus - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Automobilwerte deutlich im Plus

Angeführt von den Automobilwerten legt der Dax deutlich zu. Die Technologiekonzerne präsentieren sich trotz einer korrigierten Umsatzprognose vom Handyriesen Nokia fest.
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Frankfurt am Main/New York - Der Dax hat seine Gewinne auch nach einer unentschlossenen Eröffnung der Wall Street behaupten können. Der deutsche Leitindex notierte um 16 Uhr auf 3472 Punkten, ein Plus von 1,3 Prozent. Die Nebenwerte kletterten durchschnittlich um 0,2 Prozent und hoben den MDax auf 3250 Punkte. Am Neuen Markt präsentierte sich der Nemax 50 nahezu unverändert auf 450 Zählern.

Trotz der Kursgewinne verharre der Markt in einer abwartenden Haltung, sagte ein Aktienhändler. "Ich warte ab und bleibe lieber auf der sicheren Seite", werde am Dienstag und am Mittwoch - dem Jahrestag des 11. September - das Motto vieler Investoren sein. Zudem könne ein möglicher Angriff auf den Irak jederzeit die Kurse an den Börsen wieder drücken, hieß es. "Augenblicklich geht es nur darum, die Woche möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Umsätze sind nach wie vor bescheiden, die Börse ist derzeit so ähnlich wie ein Lottospiel, es lässt sich nichts vorhersagen", sagte ein Händler in einer Frankfurter Großbank.

In den USA haben die Börsen im frühen Handel noch keine einheitliche Richtung gefunden. Der Dow Jones notierte nach einer halben Handelsstunde auf 8508 Punkten, ein Minus von 0,1 Prozent. Der Nasdaq kletterte um 0,1 Prozent auf 1305 Zähler.

Autotitel unter Anlegern gefragt

Autotitel konnten im Handelsverlauf ihre Zuwächse ausbauen. DaimlerChrysler-Titel   gewannen um 4,8 Prozent auf rund 44 Euro. Auch Volkswagen-Papiere   verteuerten sich um über vier Prozent, die von BMW   um 2,6 Prozent. "Positiv auf die Autowerte dürfte sich auswirken, dass der zweitgrößte US-Autohersteller Ford bereits im dritten Quartal schwarze Zahlen schreiben will", sagte Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank. Zuversichtlich stimmten auch die August-Zulassungszahlen im Automobilgeschäft in Deutschland, die bereits am Sonntag bekannt gegeben wurden.

Die in Hannover stattfindende IAA Nutzfahrzeuge dürfte hingegen nach Einschätzung von Biller geringe Auswirkungen haben. Zwar habe Daimler als weltweit größter Nutzfahrzeughersteller heute nochmals bekräftigt, das Vorjahresergebnis in der Lkw-Sparte übertreffen zu wollen. Allerdings sei die Situation im Nutzfahrzeugbereich nachhaltig schwierig.

Die Kursgewinne der ThyssenKrupp-Papiere   um über fünf Prozent auf 12,50 Euro erklärten Börsianer mit der anziehenden Stahlkonjunktur und verwiesen dabei auf die Kursgewinne anderer Stahlproduzenten. So verteuerten sich die Titel der britischen Corus um 4,7 Prozent, die der luxemburgischen Arcelor um knapp drei Prozent.

Hightechs trotzen der Nokia-Umsatzwarnung

Trotz einer korrigierten Umsatzprognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia   stiegen die Aktien der deutschen Technologietitel. Die Papiere von Infineon   (plus 3,2 Prozent auf 9,63 Euro) und Siemens   (plus 2,5 Prozent auf 45,06 Euro) präsentierten sich sehr fest. "Die Nokia-Nachricht war nicht wirklich eine Überraschung und was hilft, ist die bekräftigte Gewinnschätzung", sagte der Fondsmanager Frank Ebersbach von Commerz Asset Managers. Nokia rechnet weiter mit einem Gewinn je Aktie von 0,15 bis 0,17 Euro im dritten Quartal.

Die T-Aktie   kletterte um 3,4 Prozent auf 10,65 Euro. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat sich angesichts der aktuellen Börsenverfassung gegen weitere Verkäufe von Anteilen des Bundes an der Telekom sowie der Post   ausgesprochen. Am Montag hatte der Schattenwirtschaftsminister der CDU/CSU, Lothar Späth, noch eine rasche Privatisierung der Telekom für den Fall eines Regierungswechsels angekündigt.

Asbest-Risiken belasten Fresenius Medical Care

Schering-Aktien   kletterten um 1,3 Prozent auf 55,61 Euro. Analyst Andreas Schmidt von der Investmentbank Merrill Lynch sagte: "In dem Moment, wo sich die Marktsituation allgemein wieder entspannt, laufen in erster Linie solche Werte, die als sicher und solide betrachtet werden. Da gehört Schering eindeutig dazu."

Anders verhalte es sich bei dem Papier des Bad Homburger Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care  , das um zwei Prozent nachgab und damit die Verliererliste anführte. "Die Aktie ist zwar optisch billig, hat aber ein viel größeres Risiko als eine Schering-Aktie, da sie noch von ausstehenden Asbestklagen bedroht ist", sagte der Experte. Bei Schering hingegen stünden keine Klagen aus und es gebe kein Patentrisiko. "Schering wird in den nächsten Quartalen ein solides Wachstum zeigen", ist Schmidt zuversichtlich.

France Telecom entscheidet über die Zukunft von Mobilcom

Am Neuen Markt büßten Mobilcom-Papiere   im Vorfeld einer Verwaltungsratssitzung des hoch verschuldeten Mobilcom-Anteilseigners France Telecom   um über acht Prozent auf 4,41 Euro ein. Milliardenschwere Rückstellung unter anderem für die Beteiligung von rund 28,5 Prozent an Mobilcom belasten den französischen Konzern. Der Verwaltungsrat will am Donnerstag über die Lage beraten.

Nikkei gut behauptet im Sog der Wall Street

Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag weiter an Boden gut gemacht. Nach der positiven Vorgabe der Wall Street vom Vortag stieg der Nikkei-Index für 225 führende Werte leicht um 3,05 Punkte oder 0,03 Prozent und schloss gut behauptet beim Stand von 9309 Zählern. Der breit angelegte Topix stieg um 4,76 Punkte oder 0,5 Prozent und beendete die Sitzung beim Stand von 912 Zählern.

Nach Angaben von Händlern machten Sorgen über das geplante Maßnahmepaket der Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft die anfänglich deutlichen Gewinne wieder zunichte. Einem Zeitungsbericht zufolge beinhaltet das Programm eine Steuersenkung in Höhe von 2,5 Billionen Yen netto. Analysten wie Yoshihiko Kuroichi von Mizuho Investors Securities bezeichneten die Pläne als "wenig überzeugend".

Bankenwerte profitieren vom Regierungsprogramm

Zu den Tagesgewinnern gehörten Bankenwerte. Sie profitierten von der Hoffnung auf eine Stützung des Finanzsystems durch die Regierung. Die Papiere von Mizuho   kletterten um 7000 auf 244.000 Yen, Mitsubishi Tokyo Financial um 5000 auf 779.000 Yen und UFJ Holdings um 6000 auf 259.000 Yen.

Chip-Werte legten ebenfalls zu. NEC-Papiere   verbesserten sich um drei auf 620 Yen, Hitachi   um 24 auf 634 Yen.

Die Anteilsscheine des Autoherstellers Toyota   verteuerten sich ebenfalls. Das Unternehmen kündigte den Rückkauf von 48,25 Millionen eigenen Aktien zum Preis von 2925 Yen je Papier an. Der Kurs zog um zehn auf 2935 Yen an.

Euro notiert unter 0,98 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9760 (Montag: 0,9794) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0246 (1,0210) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6281 (0,6287) britische Pfund, 116,44 (116,79) japanische Yen und 1,4603 (1,4576) Schweizer Franken fest.