Börse am Nachmittag Bayer bleibt im Keller
Frankfurt am Main Netzwerkausrüster wie Juniper Networks und Cisco gaben nach dem negativen Ausblick von Cisco zu Handelsbeginn an der Wall Street jeweils rund vier Prozent nach. Cisco rechnet für das laufende Quartal mit stagnierenden oder um bis zu fünf Prozent sinkenden Umsätzen. Zudem steht für den heutigen Tag die Veröffentlichung des "Beige Book" der US-Notenbank zur Lage der Nation an.
Anleger schichten zum Teil in Ölwerte um: Exxon gehörte zu den Gewinnern im Dow. Die US-Pharmawerte konnten von dem Einbruch des deutschen Chemieriesen Bayer zunächst nicht profitieren: Pfizer notierte unverändert. Boeing legte um 0,6 Prozent zu. Presseberichten zufolge hat die chinesische Regierung einen Boeing-Auftrag für 36 Flugzeuge des Typs 737 im Wert von 2 Milliarden US-Dollar genehmigt.
Der Industrieindex Dow Jones und der Technologieindex Nasdaq Composite bauten nach schwachem Start ihre Verluste ab. Der Dow notierte nach einer Stunde Handel um den Vortagesschluss, während der Nasdaq 0,3 Prozent ins Plus drehte.
Bayer und T-Aktie belasten Dax
Für die deutschen Aktienmärkte sah es am Nachmittag schlechter aus, obwohl sich die Indizes von ihren Tagestiefs entfernten. Die starken Verluste des Pharmakonzerns Bayer und der Deutschen Telekom sowie eine Schwäche bei Technologiewerten drückten den Dax um zuletzt 1,6 Prozent auf 5662 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verloren 2,5 Prozent auf 1169 Punkte.
Die T-Aktie verlor zuletzt noch 6,7 Prozent auf 21,80 Euro. Bereits gestern war das Papier unter Druck geraten, die Deutsche Bank im Auftrag von mehreren Großinvestoren rund 44 Millionen T-Aktien auf den Markt geworfen hatte.
"Die Papiere werden von institutioneller Seite aggressiv um jeden Preis verkauft", sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Offenbar handele es sich um die selben Verkäufer wie am Vortag. Merrill Lynch hat die Aktien der Deutschen Telekom zudem von "Akkumulieren" auf "Reduzieren" zurück gestuft. Das Investmenthaus teilte mit, die Herabstufung sei Teil einer grundsätzlichen Neubewertung des Telekom-Sektors.
Bayer will Konzern umbauen
Die Aktie von Bayer verzeichnete Rekordverluste von 16 Prozent auf 38,10 Euro. Eine Serie von Hiobsbotschaften schickte die Aktie auf eine beispiellose Talfahrt: Der Konzern muss verschiedene Präparate zurückziehen und hat eine Gewinnwarnung herausgegeben. Zugleich scheint der Kauf der Cropscience-Sparte von Aventis in Gefahr. Ad-hoc hieß es gegen Mittag, der Verkauf des Agfa-Anteils reiche nicht aus für den Erwerb der Sparte. Nach jüngsten Informationen soll der Konzern umgebaut werden. Das Pharma-Geschäft von Bayer stehe aber nicht zur Disposition, hieß es.
BASF, die bereits gestern nach schwachen Geschäftszahlen abgegeben hatten, verloren weitere fünf Prozent auf 43,41 Euro. Die Papiere von Schering stemmten sich mit leichten Verlusten von 0,29 Prozent auf 59,35 Euro halbwegs behauptet gegen den Abwärtstrend bei den deutschen Pharma- und Chemietiteln.
Nur wenige Gewinner Porsche legt trotz Abgang zu
Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten defensive Werte wie MAN und RWE mit einem Plus von jeweils 1,5 Prozent sowie der Finanzdienstleister MLP, der mit einem Gewinn von drei Prozent auf 99,40 Euro seine Kurserholung fortsetzte.
Die Aktie des Sportwagenherstellers Porsche stand zuletzt mit 1,5 Prozent auf 406 Euro im Plus. Der Autobauer hatte am Morgen von einem Rekordgewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr berichtet, wird aber aufgrund des Quartalszahlen-Streits aus dem M-Dax verbannt und durch die Fraport-Aktie ersetzt. Für Porsche ist es nach den guten Unternehmenszahlen ein triumphaler Abgang.
Tomorrow Internet und Focus fusionieren
Am Neuen Markt verzeichneten die Tomorrow Internet AG und Focus Digital zunächst deutliche Kursgewinne. Beide Unternehmen wollen zu einem Internet-Anbieter fusionieren. Am Nachmittag verzeichnete Focus Digital ein Plus von 8,8 Prozent, während die Tomorrow Internet AG nach starken Zugewinnen am Vortag wieder um 3,9 Prozent nachgab. Beide Aktien waren am Nachmittag für 4,68 Euro zu haben.
Nemax 50: Absteiger geben deutlich nach
Im Nemax 50 verloren die Aktien von Brokat elf Prozent auf 2,27 Euro. Das Softwareunternehmen muss den Nemax 50 verlassen. Telegate droht das gleiche Schicksal: Die Papiere gaben am Nachmittag 6,8 Prozent auf 5,40 Euro nach.
Die Aktien des weiteren Abstiegskandidaten Kinowelt fielen um knapp sieben Prozent auf 1,90 Euro. Der Medienkonzern steckt laut einem Zeitschriftenbericht in akuten Zahlungsschwierigkeiten. Die HypoVereinsbank habe als eine der Hausbanken Liquiditätsprobleme bestätigt, berichtete der «Stern» am Mittwoch vorab. Vergangene Woche hatte Kinowelt-Finanzvorstand Eduard sein Amt niedergelegt. Als Aufstiegskandidaten für die Nemax-50 Absteiger gelten AT&S, GPC Biotech, und Süss MicroTec, die am Nachmittag jedoch nicht von einem möglichen Aufstieg profitieren konnten.
Euro unverändert
Der Euro hat sich am Mittwoch kaum verändert. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte um 16.30 Uhr bei 0,8761 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,8763 Dollar fest. Der Dollar kostete