Börse am Nachmittag Besser spät als nie
New York/Frankfurt am Main - Der Index der 30 wichtigsten US-Industriewerte, Dow Jones, stieg nach einem schwachen Start um 1,8 Prozent auf 8469 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq Composite notierte ein Prozent im Plus auf 1300 Zählern.
Der Dax lag gegen 18.30 Uhr bei 3257 Punkten, das entspricht einem Plus von drei Prozent. Der Nemax 50 notierte nahezu unverändert bei 439 Zählern, ein Plus von 3,1 Prozent.
Der Ausblick auf die Konjunkturentwicklung in den USA in den kommenden drei bis sechs Monaten hat sich im September erwartungsgemäß weiter eingetrübt. Der Index der US-Frühindikatoren sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent, teilte das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mit, das den Index der Konjunktur-Frühindikatoren erhebt.
Dies war der vierte Rückgang in Folge. Der Rückgang war in dieser Höhe von Volkswirten erwartet worden. Im August war der Index revidiert um 0,1 Prozent gefallen.
Schwarze Zahlen von Texas Instruments erwartet
Im Blickpunkt der Investoren dürften heute Unternehmenszahlen von Texas Instruments und 3M sowie Konjunkturdaten stehen. Das Conference Board hat um 16 Uhr seine Frühindikatoren für September bekannt gegeben, und der Ausblick auf die Konjunkturentwicklung in den USA hat sich erwartungsgemäß weiter eingetrübt. Der Index sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Dies war der vierte Rückgang in Folge.
Der US-Mischkonzern Minnesota Mining and Manufacturing (3M ) hat dagegen im dritten Quartal seinen Überschuss gesteigert und dabei die Analystenerwartungen getroffen. Der Gewinn je Aktie habe 1,38 Dollar nach 0,99 Dollar ein Jahr zuvor betragen, teilte 3M am Montag in St. Paul mit.
Texas Instruments wird seine Karten dagegen aller Voraussicht nach erst am Abend nach Börsenschluss auf den Tisch legen. Analysten erwarten, dass Texas Instruments nach einem Verlust im Vorjahr im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben wird.
Technologiewerte schwächer
Auch die Pharmatitel bleiben im Fokus der Anleger. Die Verurteilung zu 150 Millionen Dollar Schadensersatz an den Konkurrenten Amgen könnte zu Lasten der Aktie des Pharma- und Kosmetikkonzerns Johnson & Johnson gehen.
Der Nasdaq Composite war bereits am Freitag schwächer aus dem Handel gegangen. Nach der Präsentation ihrer Bilanzzahlen in der vergangenen Woche ließen viele Technologietitel am Montag im vorbörslichen Handel Federn.
Epcos und MLP bleiben gefrag
Zu den Gewinnern im Dax zählten am Nachmittag Epcos , MLP und Eon , die zwischen 3,1 und 4,2 Prozent zulegten. Eon will laut "Financial Times" in Großbritannien expandieren. Ein Analyst sagte, ein entsprechender Schritt würde in die Strategie des Konzerns hineinpassen. Auch Schering erholte sich von seinen Verlusten.
Pharmatitel: Bayer unter Druck, Schering erholt
Die Papiere von Bayer gehörten mit einem Minus von rund vier Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Die Stimmung wird von der Entwicklung um Lipobay und Angst vor weiteren Klagen belastet: In den USA konnte Bayer bisher weniger Vergleiche abschließen als erhofft.
Dagegen erholen sich Schering um 1,3 Prozent auf 46,90 Euro. Der Kurs war am Freitag stark gefallen, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA ein Hormonpräparat von Schering nicht zugelassen hatten.
Furcht vor flauem Weihnachtsgeschäft
Auch die Aktien des Einzelhändlers Metro gaben nach. Der Einzelhandel rechnet wegen der Steuer- und Abgabenschrauben der Bundesregierung nicht mehr mit positiven Impulsen durch das Weihnachtsgeschäft. Außerdem leiden Metro im Besonderen unter einem Spiegel-Bericht zu Bilanz-Problemen bei der Media-Markt-Gruppe, heißt es im Handel.
Neuer Markt: Mobilcom klettert weiter
Mobilcom: Rettung in Sicht
Der Nemax 50 pendelte am Montag Nachmittag um den Vorwochenschluss von 426 Zählern. Am Neuen Markt klettert die Aktie von Mobilcom um rund zehn Prozent auf 4,30 Euro. Der frühere Mobilcom-Chef Gerhard Schmid und der Aufsichtsrat des Unternehmens, Dieter Vogel, einigten sich einem Bericht des "Spiegel" zufolge auf einen Weg zur Rettung des angeschlagenen Mobilfunkunternehmens. Entgegen erster Dementis soll bereits in den kommenden Tagen ein Vorvertrag unterzeichnet werden, in denen sich der Großaktionär France Telecom dazu verpflichtet, rund 7,5 Milliarden Euro Verbindlichkeiten von Mobilcom zu übernehmen.
Konkurrent E-Plus will nach einem Pressebericht das UMTS-Netz der angeschlagenen Mobilcom übernehmen. Im Gegenzug würde E-Plus auf Forderungen in Höhe von 600 Millionen Euro aus einem Dienstleistungsvertrag verzichten. Durch den Verkauf des Netzes würde die Rettung von Mobilcom näher rücken.
Lion Bioscience enttäuscht
Mit einer massiven Umsatzwarnung schockte vor Börseneröffnung Lion Bioscience . Das Unternehmen korrigierte wegen des schlechten Ergebnisses im zweiten Quartal (30. September) die Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2002/2003 (31. März 2003) nach unten. Der Umsatz werde um bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 40,4 Millionen Euro sinken, teilte das im Nemax 50 notierte Unternehmen mit. Die Aktie gab um rund zehn Prozent nach.
Euro etwas fester
Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9748 (Freitag: 0,9735) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0259 (1,0272) Euro.