Börse am Nachmittag: Chip, Chip, hurra! - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Chip, Chip, hurra!

Der Preisanstieg bei Speicherchips und gestiegene Absatzzahlen lassen Halbleiterwerte klettern. Infineon baut seine Gewinne aus. Der US-Einkaufsmanagerindex überrascht die Börsianer.
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New York / Frankfurt am Main - Der Dow Jones tendierte zur Eröffnung unentschlossen um den Vortagesschluss von 10021 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq Composite legte dagegen 0,4 Prozent auf 1958 Zähler zu.

Die entscheidenden Impulse für den heutigen dürfte der US-Einkaufsmanagerindex für den Monat Dezember geben: Der Index gilt als wichtiger Frühindikator für die US-Wirtschaft und ist deutlicher als von vielen Marktteilnehmern erwartet von 44,5 auf 48,2 Punkte gestiegen. Bereits am Freitag war auch der Index für das US-Verbrauchervertrauen geklettert. Damit steigt die Hoffnung, dass sich die US-Konjunktur rasch erholt.

Umsatz bei Halbleitern gestiegen

Positive Nachrichten aus der Halbleiter-Branche verhalfen Halbleiter-Werten wie Texas Instruments , Micron Technology und National Semiconductor zu einem festen Start. Der südkoreanische Chiphersteller Hynix Seminconductor hat seine Preise für DRAM-Speicherchips angehoben. Zudem sei der Umsatz auf Monatsbasis im November zum zweiten Mal in Folge gestiegen, teilte der Verband der Halbleiterindustrie (SIA) am Mittwoch mit.

Kmart unter Druck

Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktie des Telekom-Riesen AT&T mittelfristig von "Neutral" auf "Buy" heraufgestuft. Die Papiere legten zum Börsenstart zu. Das Handelsunternehmen Kmart gab nach, nachdem Prudential Securities die Anteile von "Hold" auf "Sell" herabgestuft hat.

Auch die an der Nasdaq gelisteten Chiphersteller und deren Ausrüster konnten von der Preiskonsolidierung auf dem Chipmarkt profitieren. Der Chiphersteller Intel ging ebenso wie PMC-Sierra und Applied Materials mit Gewinnen in den Handelstag. Das Telekom-Unternehmen Level3 Communikations legte kräftig zu: Das Unternehmen hat am Mittwoch bekannt gegeben, von Sony Pictures Digital Entertainment als führender Zulieferer von Breitband-Diensten für das neue Internet-Angebot "Screenblast" ausgewählt worden zu sein.

Eine Herabstufung der Investmentbank Robert Stephens brachte dagegen den Anteilsschein des Online-Auktionshauses eBay unter Druck. Die Aktien gaben rund drei Prozent auf 64,85 Dollar nach.

Dax unentschlossen

Der Dax dümpelte am Nachmittag bei dünnen Umsätzen um den Vortagesschluss von 5160 Punkten: Der traditionelle Zustrom frischen Kapitals zum Jahreswechsel ist Händlern zufolge derzeit kaum zu beobachten. "Es gibt keinen Grund, massiv in den Markt hineinzugehen", sagte ein Broker. Viele Fondsmanager würden erst in der kommenden Woche wieder in das Geschehen einsteigen. Nach Veröffentlichung des US-Einkaufsmanagerindexes drehte der Dax wieder leicht ins Plus.

Der Nemax 50 verteidigte seine Gewinne von zuletzt 0,9 Prozent und notierte am Nachmittag bei 1158 Punkten. Der Filmrechtehändler Senator Entertainment   gehörte mit einem Plus von knapp 16 Prozent zu den Gewinnern im Nemax 50. Der Filmrechte-Händler hatte am Morgen den Verkauf eines Rechte-Paketes an die ARD-Einkaufsgesellschaft Degeto bekannt gegeben.

Infineon verteidigt Spitzenposition

Der Chiphersteller Infineon   baute am Nachmittag die Gewinne auf mehr als sieben Prozent aus. "Dass Hynix die Preise für Speicherchips zum dritten Mal erhöht hat, ist eine positive Meldung für die gesamte Branche, und das hat auch auf Infineon ausgestrahlt", sagte Fondsmanager Gerd Schubert von Deka Investment.

Auch die Finanzwerte tendierten überwiegend fest. Die Titel der HypoVereinsbank   und der Commerzbank   verzeichneten dabei die deutlichsten Gewinne in der Branche. Weiterhin gehörte der Touristikkonzern Preussag   , der sich optimistisch für das Neue Jahr geäußert hatte, zu den größten Gewinnern.

Oracle belastet SAP

Zu den Verlierern im Dax zählten dagegen SAP, Volkswagen   und Metro   mit Verlusten zwischen 2,1 und 2,5 Prozent. Auch der Finanzdienstleister MLP   gab am Nachmittag mehr als zwei Prozent nach.

Die Nachricht vom zusätzlichen Arbeitsplatzabbau des amerikanischen Software-Konzerns Oracle hat die Aktien von SAP unter Druck gebracht. Die Umsätze waren allerdings wie bei fast allen Dax-Papieren äußerst gering. Oracle hatte am Freitag nach Börsenschluss angekündigt, bis zu zwei Prozent seiner 43.000 Beschäftigten weltweit zu entlassen.

Neuer Markt: Medienwerte freundlich

Das deutliche Plus bei Senator Entertainment stärkte die Branche und sorgte auch für deutliche Zugewinne bei den Filmrechtehändlern EM.TV   und Highlight   . Stärkster Wert im Index war am Nachmittag PrimaCom   mit einem Gewinn von 25 Prozent.

Die Aktien der Internationalmedia notierten knapp drei Prozent fester: Das Münchener Medienunternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss die Übernahme der US-Filmgesellschaft Initial Entertainment Group (IEG) bekannt gegeben. "Internationalmedia hat vielleicht keinen zu hohen Preis dafür bezahlt", sagte ein Händler. Die Zahlung sol zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien abgewickelt werden, wollte der Marktteilnehmer erfahren haben.

Biotechs schwächer

Biotechnologietitel gehörten nach den Verlusten an der Wall Street zu den Verlierern. Die größten Verluste verbuchten am Nachmittag MorphoSys   und MediGene   .

Euro: Schub für die Gemeinschaftswährung

Einen Tag nach der Ausgabe des Euro-Bargeldes hat die europäische Gemeinschaftswährung deutliche Kurssteigerungen verzeichnet. Um 15.30 Uhr notierte der Euro bei 0,9052 Dollar. Die offenbar problemlose Einführung des Euro-Bargeldes habe das internationale Vertrauen in die neue Währung gestärkt und zu einer verstärkten Nachfrage geführt, sagten Händler.

Zum japanischen Yen kletterte der Euro am Mittwoch auf ein Zweijahreshoch von 117,80 Yen nach 117,22 Yen am vorausgegangenen Handelstag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9038 (Freitag: 0,8813) US-Dollar fest. Der Rentenmarkt tendierte etwas fester. Der Rentenindex REX legte um 0,15 Prozent auf 113,28 Punkte zu und der Bund-Future um 0,6 Prozent auf 107,44 Punkte. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 4,69 (Freitag: 4,73) Prozent fest.